CD-Review: The Spirit - Sounds From The Vortex

Besetzung

MT - Gesang, Gitarre
AK - Gitarre
AT - Bass
MS - Schlagzeug

Tracklist

01. Sounds From The Vortex
02. Cosmic Fear
03. The Clouds Of Damnation
04. Cross The Bridge To Eternity
05. Illuminate The Night Sky
06. The Great Mortality
07. Fields Of The Unknown


Kalte Blautöne und ein minimalistisch gehaltenes Bandlogo in einem stilvollen Schwarz–Grau-Rahmen. Visuell ist den Saarbrückener Black-Death-Metallern von THE SPIRIT die Umsetzung von „Sounds Of The Vortex“, dem Titel ihres Debütalbums, auf den ersten Blick vollauf gelungen. Erfreulicherweise bleibt es nicht nur dabei, sondern auch auf musikalischer Ebene machen THE SPIRIT von Anfang an deutlich, dass ihrem Erstling Einiges an Potenzial innewohnt.

Nach einem kurzen Intro ist das treibende Geknüppel unaufhaltbar und entfaltet eine sofort mitreißende Wirkung. Zu ungestüm nach vorn peitschenden Riffs und Blast-Beats gesellen sich nach und nach gelungene Melodien sowie bemerkenswert verständliche gutturale Vocals. Wie eine Anfänger-Band klingen THE SPIRIT jedenfalls mitnichten. Obwohl es der Truppe hörbar Spaß macht, musikalisch nach vorne zu galoppieren, ist sie sich auch für den einen oder anderen stimmig in die Songs integrierten Geschwindigkeitswechsel in langsamere Gefilde und wieder zurück nicht zu schade, was die Nummern abwechslungsreich macht. Insbesondere „The Clouds Of Damnation“, der mit über sieben Minuten längste Song des Albums, profitiert hiervon. In eine einzige, klar umrissene Genre-Schublade lassen THE SPIRIT ihr Debütwerk zudem nicht stecken. Zwar wandelt „Sounds From The Vortex“ durchaus im Grenzbereich zwischen Melodic Death- und Black Metal umher, doch sowohl die oftmals frostig wirkenden Melodien als auch der Gesang verbreiten tendenziell eher die Atmosphäre zweitgenannten Genres.

Insgesamt bleibt nicht viel, was man THE SPIRIT auf „Sounds From The Vortex“ effektiv vorwerfen kann. Bei den bereits erwähnten Vocals wäre in Zukunft etwas mehr Variation wünschenswert, da sie auf Dauer etwas eintönig und gleichförmig wirken. Ansonsten handelt es sich zwar um kein Album, das aus der unüberschaubaren Masse an Veröffentlichungen besonders herausragt, die Qualität der zweifellos überzeugenden Songs schmälert dies jedoch nicht. Insofern erhält der Hörer mit „Sounds From The Vortex“ ein handwerklich gut gemachtes Stück Musik zwischen Black- und Melodic Death Metal. Wer sich hierfür begeistern kann, sollte daher ein Ohr riskieren und die Gruppe im Auge behalten.

Bewertung: 7.5 / 10

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3 Kommentare zu “The Spirit – Sounds From The Vortex”

  1. enno

    Ein, zwei Punkte mehr hätte dieses Album in der Bewertung meiner Meinung nach schon verdient. Sicher, der durch die Band selbst gesteckte enge musikalische Rahmen des Black/Death Metals, bedingt eine gewisse Limitierung des Sounds. Hieraus ein abwechslungsreiches Album zu zaubern, beweist das musikalische Gespür der Band. Allein die Gitarrenfraktion zaubert einen Ohrwurm nach dem anderen aus dem schwarzen Zauberhut. Ich behaupte mal, wäre dieses Album um ´93 erschienen, dann wäre die Band ganz groß geworden.
    Weil der Autor (vermutlich bewusst) die Band Dissection (The Somberlain, Storm of the Light’s Bane) nicht als Vergleich heranziehen wollte mache ich das mal ;-)
    Also für alle Dissection Fans, zugreifen!!!!
    Das Potenzial der Band haben mitlerweile auch Nuclear Blast erkannt und die Band unter Vertrag genommen. Ein Interview der Band hier bei metal1.info wäre wünschenswert.

    1. Pascal Weber Post Author

      Hallo Enno!

      Danke für deinen Beitrag. Sicher hast du Recht, dass ich auch eine höhere Wertung hätte aussprechen können und das nicht unverdient gewesen wäre, wir bewerten tendenziell jedoch insgesamt strenger als manch andere Magazine, sodass 7,5 Punkte, gerade für ein Debütalbum, durchaus als Anerkennung zu verstehen sind. Du kannst mir glauben, hätte ich das Potenzial der Gruppe nicht erkannt, wäre die Bewertung gänzlich anders ausgefallen ;)

      Dementsprechend freue ich mich auch sehr für die Gruppe, dass sie einen Vertrag mit NB an Land ziehen konnten. Den Vergleich mit Dissection habe ich übrigens nicht absichtlich außen vor gelassen, sondern die Band kam mir beim Hören schlicht und ergreifend nicht in den Sinn, für verfehlt halte ich ihn jedoch nicht.

      Gute Anregung mit dem Interview, möglicherweise kommt da noch etwas – stay tuned! :)

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