Enter Shikari kündigen Pause mit offenem Ausgang an

Die Metalcore-Band ENTER SHIKARI hat angekündigt, ihre Aktivitäten ab dem 31. Dezember 2027 vorerst ruhen zu lassen. Ob und wann es danach weitergeht, lassen die Briten offen. Als Grund nennen ENTER SHIKARI das Bedürfnis nach einer Pause vom Musikgeschäft.

Dem Post der Band war ein Video von Sänger Rou Reynolds vorangegangen, indem er einen Burnout öffentlich machte und erzählte, dass er anschließend eine zwanghafte Verhaltensstörung entwickelte.

Zunächst aber wird die Band die für 2026 angekündigte „Lose Your Self“-Tour spielen – und auch die für 2027 angekündigten Termine werden noch wie geplant stattfinden.

Hier das Statement der Band:

„Viele von euch haben sicher Rous Video von letzter Woche gesehen. Er erwähnt darin, dass wir über unsere Zukunft als Band gesprochen haben. Da nun einige Entscheidungen getroffen wurden und wir immer versucht haben, offen zu unserer Hörerschaft zu sein, glauben wir, dass es zeit ist, mit einer Stimme zu sprechen, euch über unseren aktuellen Stand zu informieren und euch an der Reise der kommenden 14 Monate teilhaben zu lassen.

Ab 31. Dezember 2027 werden ENTER SHIKARI als aktive Band – sowohl was Studioaufnahmen als auch Live-Auftritte angeht – schlummern. Diese Ruhephase könnte letztendlich mit einer explosiven Rückkehr in die Aktivität enden oder aber in den Untergang münden. Wir wissen es selbst nicht.

Wie uns immer wieder vor Augen geführt wird, jährt sich 2027 die Veröffentlichung unseres Debütalbums zum zwanzigsten Mal. Wir machen Musik zusammen, seit wir 15 waren, und sind noch länger befreundet. Zweifellos ist das ein gewaltiger Meilenstein. Während der vergangenen zwei Jahrzehnte sind wir in einer Kulturlandschaft Amok gelaufen, die vor allem Kunst schätzt, die sich leicht in Schubladen stecken lässt. Daher war es – beruflich wie privat – nicht immer einfach, ENTER SHIKARI zu sein. Die Aufgabe abzuliefern, hatte zudem offensichtliche negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Doch wir tun das, weil wir es lieben. Und wir haben das Glück, ein Publikum zu haben, das versteht, dass der weniger ausgetretene Pfad manchmal die interessantere Reise bietet. Irgendwann kommt jedoch der Punkt, an dem das oft schwierige Terrain dieses Wegs anfängt, den bescheidenen Wanderer durchzuscheuern und auszulaugen. Wir sind weit davon entfernt, noch die gleichen Kids zu sein, die dieses Debüt aufgenommen haben, und so sehr wir lieben, was wir tun, und immernoch lieben, miteinander abzuhängen, haben sich unsere Prioritäten und Kapazitäten als Menschen geändert.

Schon vor Rous jüngster Erkrankung hatten wir schwierige Gespräche darüber geführt, wie die kommenden Jahre aussehen sollten. Der Druck der modernen Musikindustrie sowie unsere Verpflichtungen und Ambitionen außerhalb der Band hatten in uns den Wunsch nach Veränderung geweckt. Dann einen Freund in Schwierigkeiten zu sehen, machte diese Gespräche noch dringlicher. Wir glauben zwar nicht, dass wir uns „auflösen“, aber wir haben keinen Terminkalender, der über 2027 hinausreicht. Wir freuen uns wirklich darauf, das kommende Jahr zu einer Feier dessen zu machen, was diese Band für uns bedeutet. Danach wird es jedoch Zeit sein, uns für eine längere Weile zurückzuziehen und herauszufinden, wie es sich anfühlt, Rou, Rob, Rory und Chris zu sein – und nicht „Enter Shikari“. Vielleicht machen wir es wie Fugazi und treffen uns einfach zum Spaß zum Proben, ohne das Gefühl zu haben, dass irgendjemand anderes das Ergebnis hören muss? Alles, was wir wirklich wissen, ist: Nach zwei Jahrzehnten als „professionelle“ Band fühlt es sich befreiend an, nicht drei Jahre im Voraus planen zu müssen.“

Zunächst aber … 2026

Unsere Gedanken sind derzeit voll und ganz auf die „Lose Your Self“-Tour im November gerichtet. Wir wollen, dass sie so gut wie möglich wird.
Falls das am Ende das letzte Mal sein sollte, dass einige Leute uns sehen, wollen wir es zu etwas Besonderem machen.

Wie Rou bereits erwähnt hat, haben wir außerdem an ein paar neuen Musikstücken gearbeitet, die ihr hoffentlich eher früher als später zu hören bekommen werdet – zusammen mit einer weiteren Sache, deren Dreharbeiten wir gerade abgeschlossen haben.

2027

Nach aktuellem Stand stehen für 2027 einige Festivals auf dem europäischen Festland und in Nordamerika in unserem Kalender. Außerdem werden wir bald einige US-Konzerte in Florida, Georgia und Tennessee für Januar ankündigen.

Wenn wir besser darin wären, das Beste aus solchen Dingen zu machen und vorausschauend zu planen, wäre dieses ganze Durcheinander der Auftakt zur Ankündigung einer „Abschieds“-Welttournee. Aber … ja … es gibt keine Welttournee.

Hoffentlich werden wir einige unserer Lieblingsorte noch „ein letztes Mal“ besuchen können, aber wir wissen noch nicht, wie realistisch das momentan ist. Wir möchten auf jeden Fall das 20-jährige Jubiläum von „Take To The Skies“ feiern – ebenso wie das zehnjährige Jubiläum von „The Spark“ und das 15-jährige Jubiläum von „A Flash Flood of Colour“ (man wartet auf ein Jubiläum, und plötzlich kommen drei auf einmal). In welcher Form das alles stattfinden wird, wird derzeit allerdings noch diskutiert.

Einige von euch dürfte außerdem interessieren, dass wir damit beschäftigt waren, die originalen Mehrspurbänder von „Take to the Skies“ erneut zu bearbeiten.

Also … es ist nicht die Art von Erklärung, von der wir vor einem Jahr gedacht hätten, dass wir sie einmal abgeben würden. Aber wir hatten das Gefühl, dass es an der Zeit war, euch wissen zu lassen, wie wir momentan darüber denken.

Wir hoffen wirklich, dass wir euch in den kommenden etwa vierzehn Monaten irgendwie sehen werden. Falls nicht, bleibt uns nur noch zu sagen: Danke für eure Unterstützung, euren Schweiß, eure Leidenschaft und eure Energie.

Solidarisch,
Rob, Chris, Rory, Rou“


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Moritz Grütz

Publiziert am von

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