Interview mit Michael Sadler von Saga

Es ist ein turbulentes Jahr für die kanadischen MelodicProgger SAGA: Die Tour zum 30-jährigen Bandjubiläum ist in vollem Gange, der Abschied von Sänger und Gründungsmitglied Michael Sadler zum Ende des Jahres bereits beschlossene Sache. Eine Live-DVD und ein letztes Studioalbum mit Sadler, „10.000 Days“, – das sind die Geschenke an die Fans. Unser Redakteur Sebastian Mack sprach vor dem Gig in Wuppertal am 06. November 2007 mit Michael Sadler über die Zukunft der Band, Michaels Liebe zur Musik und die Gründe für seinen Ausstieg.

Hi Michael! Wie geht’s? Wie läuft die aktuelle Tour zum 30. Geburtstag? Soweit ich weiß, wart ihr bisher in Holland und Deutschland unterwegs.
Hi Sebastian! Bisher war die Tour großartig, besser als ich erwartet habe. Wir haben bislang zwölf Shows gespielt – davon zwei in Holland und zehn in Deutschland.

Eure aktuelle Tour ist eine sehr wichtige. Es ist dein Abschied von der Band, Saga feiert den 30. Geburtstag und es gibt ein neues Album. Wie fühlt es sich für dich an, ein letztes Mal „on the road“ zu sein? Hast du dich auf die Konzerte anders vorbereitet als sonst?
Nein, nicht wirklich. Ich versuche immer 110 Prozent zu geben. Es ist völlig egal, ob vor der Bühne fünf, 500, 5000 oder 50000 Leute stehen. Ich wollte, dass die Tour etwas Besonderes wird, weil es meine letzte Chance ist, mit den Jungs auf der Bühne zu stehen. Ich werde nicht aufhören, Musik zu machen. Ich werde nur aufhören, die ganze Zeit unterwegs und auf Tour zu sein. Da ich im Hinterkopf habe, dass es die letzte Tour ist, versuche ich natürlich, noch ein bisschen mehr zu geben, das kleine Quäntchen mehr, was es zu etwas Einzigartigem macht.

Es ist ein bittersüßes Gefühl. Ich weiß, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Es ist keine berufliche Entscheidung, es hat rein gar nichts mit den Jungs in der Band zu tun. Auch nicht mit der Musik. Es ist eine persönliche Entscheidung. Mein Leben glich einem ständigen auf und ab, wie es bei so vielen Rockmusikern der Fall ist. Besonders, wenn du 30 Jahre in ein und derselben Band bist. Und fünf Jahre bevor wir mit Saga anfingen, kam ich direkt aus der Schule und sprang praktisch direkt ins Musikbusiness. Ich hatte also nie dieses Highschool-Leben mit Verlieben, Heiraten, in kleinen Vororten wohnen. Ich hatte nie eine Familie mit drei oder zweieinhalb Kindern, einem Hund und einer Katze. Ich war „on the road“ seit ich aus der Schule gekommen bin. Und jetzt ist es Zeit für all das. Die Tour endet im Dezember. Meine Frau erwartet im Februar unser erstes Kind. Ich hab das alles nicht getimt, es hat einfach so perfekt funktioniert. Wenn ich ein Drehbuch geschrieben hätte, wäre es genau so gewesen. Aber es war die richtige Entscheidung. Ich lebe fürs Live-Auftreten, das ist wirklich das Beste an dem, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Ich liebe es, Musik zu kreieren und sie unter die Leute zu bringen. Sie müssen sie irgendwie mögen, sonst wären wir nie auf 30 Jahre gekommen.

Wenn ich auf der Bühne stehe, ist das für mich etwas sehr persönliches. Es ist meine Chance, in die Gesichter der Fans zu gucken und ich mag es, wenn ich das Gefühl habe, den Zuschauern wirklich begegnet zu sein. Es geht nicht darum, in ein Konzert zu gehen und sich einfach nur die Band anzusehen, wie sie ihre Lieder runterspielt. Es geht um etwas viel tiefgehenderes. Die Zuschauer sollen nicht den Eindruck haben, dass sie nur dastehen und uns beim Spielen zugucken. Sie sollten Teil des Abends sein, es sollte ein gemeinsamer Abend mit der Band sein. Eben nicht: „Hallo, wir sind die Band, so geht unser Song!“ und dann sagt das Publikum: „Das klingt aber nett!“. Es geht um die Verbindung zum Publikum. Und deshalb werde ich unsere Konzerte sehr vermissen. Aber es gibt auch viele Dinge, die ich nicht vermissen werde. Zum Beispiel, von zuhause weg zu sein. Du kannst kein normales Familienleben führen, wenn du Rockmusiker bist. Verstehst du, wir bekommen ein Baby, und ich will da auf keinen Fall irgendwas verpassen. Es würde mir das Herz brechen, wenn ich hier unterwegs auf Tour bin und meine Frau ruft mich auf dem Handy an und sagt: „Michael, er hat heute sein erstes Wort gesagt oder ist seinen ersten Schritt auf den Beinen gegangen.“ Das ist mir einfach wichtiger als alles, was ich tue. Aber die Entscheidung fiel mir wirklich schwer.

In einem Interview vom Mai dieses Jahres hast du gesagt, es wird kein neues Saga-Album mit dir zu deinem Abschied geben…
Ja. Ich habe das nur gesagt, weil ich mir gedacht habe: Wenn ich die Band wäre und vorhätte, weiterzumachen, würde ich mir einen neuen Sänger suchen und mit ihm eine neue Platte aufnehmen. Es gibt genug, um die aktuelle Tour zu vermarkten: Meinen Abschied, das Jubiläum, die Live-DVD. Ein Album wäre nicht zwingend notwendig gewesen. Am Ende des Jahres hätten sie also schon ein neues Album mit dem neuen Sänger am Start haben können, was dann im Januar nach meiner Abschiedstour mit den Jungs hätte veröffentlicht werden können. Aber Jim Crichton (Bassist und Bandchef) wollte gern noch ein weiteres Album mit mir machen. Und ich konnte nicht nein sagen! Ich wollte ihnen also nur einen Gefallen tun, damit sie schneller vorankommen können. Damals habe ich eben gedacht, ich würde kein Album mehr mit den Jungs machen.

Aber ich mag das Ergebnis! Ihr habt das Album recht schnell eingespielt. Im Juli ging’s ins Studio, im September hatte ich schon die fertige Promoversion.
Ja, ich mag es auch sehr! Nachdem wir die Songs geschrieben hatten, hat es nur ca. 2 ½ Monate gedauert, bis wir das Album fertig hatten. Wir haben uns zwei Wochen in Los Angeles getroffen, und das Material, was wir geschrieben hatten mit Brian Doerner (Schlagzeuger) getestet und geprobt. Dann spielten wir hier im Sommer einige Festivals. Als wir zurückkamen, bin ich mit Ian und Brian nach Kanada gereist, um das Schlagzeug in den Riveredge Studios aufzunehmen. Danach sind wir mit den Aufnahmen zurück nach Los Angeles. Ian hat die Gitarren zuhause aufgenommen, Jim Gilmour die Keyboards ebenfalls. Wir haben ihre Aufnahmen übers Internet bekommen. Als letztes habe ich die Vocals in Los Angeles eingesungen.

Es ist immer noch eine Band, die das Album komponiert hat, wir wussten durch die gemeinsamen Proben, wie die Songs klingen würden. Du verlierst nicht das Bandgefühl. Es ist nur eine andere Arbeitsweise. Du fügst einfach den einen Teil ein, verschiebst den anderen. Das ging wirklich schnell. Und es ging deshalb so schnell, weil wir an uns und unsere Fans gedacht haben. Uns ist klar geworden, dass uns musikalisch das glücklich macht, was auch die Fans glücklich macht! Wir haben einfach das gemacht, was ganz natürlich entsteht. Es ist wie früher: Solange alle fünf glücklich sind mit dem, was wir tun, ist’s okay. Jeder muss das Material mögen. Wenn die Band mir irgendwelche Melodien und Texte schreibt, die ich nicht mag, würde ich mir wohl nicht so viel Mühe beim Einsingen geben. Das hat nichts damit zu tun, dass der Song nicht von mir ist. Aber ich muss wirklich mögen, was ich singe; und damit es wirklich gut wird, müssen eben auch alle anderen in der Band mit meinem Gesang, den Keyboards, den Gitarren, den Bassspuren und dem Schlagzeug völlig zufrieden sein.

Ich finde eure neue CD melodischer und weniger hart als ihren Vorgänger „Trust“. Eben Midtempo-lastiger. War das Absicht, damit Musik und Texte besser zusammenpassen oder kam das ganz zufällig? Die Texte handeln ja auf über abgeschlossene Lebensperioden, Abschiede und die Zukunft.
„10.000 Days“ ist das erste Album, für das ich praktisch gar nichts geschrieben habe. Vielmehr habe ich im Kontrollraum am Mixer gesessen, während die anderen die Songs ausprobiert und arrangiert haben. Ich habe nur gesagt: „Macht den Part doch mal ein bisschen länger!“ oder „Ändert da bitte am Ende die Tonart, das wird besser zu meinem Gesang passen!“. Ich habe ihnen nur mitgeteilt, was ich in meinem Kopf gehört habe, während sie geprobt haben. Ich habe mich eher auf Gesangsmelodien konzentriert.

Aber der Text zu „More Than I Deserve“ kam doch von dir, oder?
Ja, das ist mein Weg, danke zu sagen. Ohne sie hätte ich eben nicht 30 Jahre durchgehalten. Manches, was die Leute über mich sagen, ist einfach völlig abgehoben. Sie benutzen Superlative und verehren mich, als wenn ich Gott wäre. Ich verstehe die Leidenschaft dahinter, aber wenn man das mal weg lässt, bin ich nur ein Kerl aus Kanada, ein ganz normaler Mensch. Genauso wie alle anderen Leute im Publikum. Ich freue mich nur, auf der Bühne zu stehen und mag es eben sehr. Deswegen nannte ich es „More Than I Deserve“ („Mehr, als ich verdiene“), weil ich eben etwas anderes sehe, als sie in mir sehen.

Ja, das stimmt. Viele Reviews zu eurer neuen Platte enthalten Sätze wie „Das ist das letzte Album mit Michael Sadler und danach sind Saga praktisch tot.“
Das ist eine ganz andere Geschichte. Das sehe ich ganz und gar nicht so. Sie sind nur tot, wenn sie es sich so aussuchen. Ich habe nicht eine Sekunde daran gedacht, dass mein Ausstieg das Ende der Band bedeutet. Ich habe zwar eine sehr charakteristische Stimme und bin der Frontmann, der Entertainer, derjenige, der mit den Leuten spricht. Auch mit einer neuen Stimme wird es noch immer nach Saga klingen. Zwar etwas anders, eben mit einem neuen Soundelement, aber das ist alles. Ob es mit der Band weitergeht, liegt einzig und allein daran, wie viel Leidenschaft die Jungs haben, weiterzumachen. Es hat nichts damit zu tun, ob jemand anders meinen Part übernehmen kann.

In eurem neuen Song „Book Of Lies“ erinnert mich der Keyboard-Gitarre-Unisono-Part direkt nach den Strophen an einen alten Saga-Song.
Ah, weißt du an welchen?

Nein!
Hahaha!

Das wollte ich eigentlich dich fragen! Ich denke, es erinnert mich an einen Song von euren ersten vier Alben.
Das kann schon sein. Wir haben wie gesagt so komponiert, dass wir dabei ein gutes Gefühl hatten. Es gibt so viele Elemente, die sich zu einem Song zusammenfügen, sodass wir eventuell schon mal etwas sehr ähnliches gemacht haben. Aber wir haben in den 30 Jahren nie zusammen gesessen und gesagt: „Lasst uns einen Part schreiben wie in dem Song damals!“. Es gibt etwa fünf oder sechs Songvorlagen. Und wenn wir uns dann überlegen: „Wir brauchen einen Song wie „Give Em The Money“, dann meinen wir nicht, dass der neue Song genauso klingen oder anfangen soll oder gar die Melodie an ihn erinnert, sondern das der Song ein ähnliches Gefühl vermitteln soll. Wie zum Beispiel bei „Careful Where You Step“ dieser marschierende Sound oder bei „Humble Stance“ dieser Funk-Einfluss. Es kann also sein, dass in „Book Of Lies“ etwas so klingt wie in einem alten Song. Aber die Tatsache, dass du nicht weißt, wie in welchem, ist gut! Es klingt eben nur ähnlich. Es gibt eben nur zwölf Noten.

Ich mag übrigens wirklich das Instrumentalstück „Corkentellis“. Ihr habt bisher nur „Conversations“ gemacht, wenn es um Instrumentals mit der ganzen Band geht.
Ja, das war wirklich auch ein Wunsch der Fans. Ich hab versucht, das Stück in die Setlist für die Tour zu kriegen, damit ich eine siebenminütige Pause habe. Ich hab mit dem Song gar nichts zu tun. Die anderen haben den Song in einem Hotel in Berlin komponiert, während ich Texte geschrieben habe. Sie haben ihn mit nur einem Keyboard und einem Computer entwickelt. Und ich kam ab und zu an der Zimmertür vorbei und dachte mir: „Man, das klingt mal merkwürdig!“

Was steckt denn hinter dem Songtitel, ich konnte es nicht herausfinden?
Ich darf es aus Geschäftsgründen nicht deutlicher sagen, aber der Titel besteht aus drei Namen, die zusammengesetzt wurden.

Welcher ist dein Lieblingssong auf „10.000 Days“?
Also, ich mag den Refrain von „It Never Ends“. Ich mag immer verschiedene Songs und Alben, achte besonders auf den Gesang. Momentan liebe ich „Book Of Lies“. Es ist großartig, den Song live zu singen. Was wirklich lustig ist: Seit dem ersten Konzert sind die Reaktionen auf den Song fantastisch, als wenn die Leute ihn schon tausend Mal gehört hätten. Und ich fragte mich: „Wo kommt all der Applaus her?“. Dann sagte ich zum Publikum am ersten Abend: „Wer den Song gerade zum ersten Mal gehört hat, hebt jetzt mal die Hände“. Und nur eine Hand voll Leute meldeten sich. Ich guckte also in all die anderen Gesichter und dachte mir: „Oh, sehr nett, Internet!“ Du kannst die Platten ja meistens schon eine Woche vor der Veröffentlichung runterladen. Unsere Fans tun das, um sich einen Eindruck von der Platte zu verschaffen, werden aber trotzdem noch die CD kaufen. Denn sie wollen ihre eigene gepresste Kopie und das Booklet und außerdem ist die Qualität um ein Vielfaches besser. Aber im Konzert dachte ich mir echt: „Wie haben sich die Zeiten nur geändert!“. Wenn wir noch im Zeitalter von LPs wären, hätten die Leute gar nicht genug Zeit gehabt, um sie zu kaufen und ausreichend zu hören.

Du sagtest eben, dass Saga wahrscheinlich weitermachen werden…
Ja, das denke ich. Sie möchten nicht über Details reden. Soweit ich weiß, haben sie im Moment Kontakt zu einem Sänger – ich glaube er ist Kanadier.

Ihr habt im April dieses Jahres mit „Worlds Apart Revisited“ auch schon eine Live-DVD veröffentlicht. Die letzte Show der Tour – in München – soll ins Internet übertragen werden?
Das ist noch nicht ganz klar. Das war ein Vorschlag von der Firma, die den Abend für meine persönliche DVD filmen wird. Wir haben nicht wirklich etwas mit zu tun und lassen die Jungs ihr Ding machen. Ich will meine letzte Show als Erinnerung festgehalten haben, aber ohne Kameras direkt auf der Bühne, denn das stört das Gefühl und den Kontakt zu den Fans. Für die Leute im Konzert ist es nicht toll, wenn Kameramänner auf der Bühne stehen, auch wenn es für die DVD gut wäre. (Inzwischen ist klar, dass die Übertragung ins Internet nicht stattfinden wird.)

Meine Frage wäre gewesen, ob es davon dann auch eine DVD für die Fans geben wird…
Ich musste das leider selbst organisieren, weil die Plattenfirma an der DVD nicht interessiert war. Es ist mir einfach zu wichtig, es ist ein wichtiger Moment in meiner Geschichte mit Saga. Dann kann ich das später meinem Sohn zeigen und sagen: „Hey, guck mal, das hat Papa gemacht, als du noch in Mamis Bauch warst!“.

Chris Sutherland ersetzt Brian Doerner am Schlagzeug, der wegen eines Herzinfarkts die Europatour nicht spielen kann?
Ja, das ist richtig. Wir spielten drei Konzerte in Kanada, in der Nähe von Toronto. Das erste war an einem Donnerstagabend. Alles war super. Am Freitag bekam ich einen Anruf von Jim Crichton, der mir mitteilte, dass wir ein Problem haben und Brian einen Herzinfarkt hatte. Wir haben Chris gefunden und er hatte nur neun Tage Zeit, um die zweistündige Show einzustudieren.

Wie seid ihr auf ihn gestoßen?
Er wurde uns von Kim Mitchell vorgeschlagen, mit dem er regelmäßig spielt. Und Kim ist sehr pingelig, wenn es darum geht, wer in seiner Band spielen darf. Also haben wir ihm einfach vertraut. Ich habe Chris erst bei der ersten Probe in Worpswede, direkt vor Beginn der Europatour, getroffen. Und normalerweise ist es ja so, dass bei den ersten Proben die kleinen Fehlerchen ausgemerzt werden, die die Leute machen, mit denen du schon lange spielst. Und deshalb hatte ich wirklich Angst, wir werden das Set einige Male mit Chris durchgehen müssen. Und dann haben wir also den ersten Song angezählt und haben gleich mal das ganze Set durchgespielt. Ich drehte mich zu ihm um und sagte: „Wie konntest du das alles so schnell lernen?“ Wir sind das Set durchgegangen, als würde er mit uns schon seit 20 Jahren spielen! Das war fantastisch! Er ist wirklich gut.

Da bin ich gespannt, was mich gleich erwartet. Es ist die erste Show für mich.
Oh, es ist dein erstes Konzert?

Nein, nur das erste auf der aktuellen Tour. Insgesamt schon das 15. Konzert oder so.
Oh, okay. Ich wollte dich schon eine Jungfrau nennen. Hahaha. Es ist meine…hm…ich will gar nicht drüber nachsinnen. Das fragte mich jemand letztens in einem Interview. Ich sagte wohl so etwas wie: „Denk mal drüber nach!“. Um das in etwa zu erfassen, sollte ich deine Anzahl einfach mit 30 multiplizieren. In einigen Jahren war es besonders stressig. Besonders in den 80ern waren wir einige Jahre ¾ des Jahres unterwegs.

Eine Frage, die ich stellen muss: Warum habt ihr nicht euer Gründungsmitglied Steve Negus als Ersatz für Brian Doerner ausgewählt, er spielte doch auch die zwei Kanada-Shows mit euch?
Ganz einfach: Es geht um Gesundheit. Und um nichts anderes. Das haben wir auch auf unserer Homepage geschrieben. In unserem Forum läuft deshalb eine ziemlich beschissene Diskussion. Da verhalten sich Leute kindisch. Sie kenne gar nicht alle Hintergründe und ziehen ihre eigenen Schlüsse. Er konnte die Rolle eben nicht übernehmen und mehr brauchen die Leute nicht zu wissen. Eins will ich noch mal ganz klar machen, und mehr werde ich zu diesem Thema auch nicht mehr sagen: Einige Leute auf dem Forum haben den Eindruck, dass Steve die Europatour zugesagt und dann wieder weggenommen wurde. Blödsinn! Blödsinn! Um das noch mal festzuhalten: Niemand hat jemals zu Steve gesagt: „Kannst du die beiden Kanada-Shows spielen und uns dann auch in Europa begleiten?“ Nein! Das Ende des Gesprächs lautete: „Würdest du in Kanada mit uns spielen?“ und er sagte: „Klar“. Und damit endet die Geschichte.

Du wirst ja auch in der Zukunft noch Musik machen. Wird es ein reines Soloprojekt oder etwas mit anderen Musikern?
Ich hab keine Ahnung. Ich denke darüber nach, ein Country & Western-Album zu machen. Hahaha. Und dann bin ich bereit für ein Musical. Ich weiß es wirklich nicht. Ich werde vielleicht sechs Monate damit verbringen, Schlaf- und Wiegenlieder zu schreiben. Eine ganze Reihe an solchen Liedern für meinen zukünftigen Sohn und dann veröffentliche ich es als ein Wiegenlieder-Album.

Du hast ja in letzter Zeit auch einige Progmetal-Gastauftritte gehabt, bei Henning Pauly, Chain und Transmission…
Ja, ich arbeite mit Shawn Gordon, dem Chef von Progrock Records, zusammen. Er hat immer mal wieder ein Projekt, auf dem er mich gern als Gastsänger hätte. Es macht mir Spaß, die Songs anderer Leute zu singen.

Letzte Frage: Haben die anderen Jungs Soloprojekte geplant?
Im Moment nicht. Sie versuchen ja gerade, wieder eine vollständige Band aufzubauen. Ich denke, da ist für Soloprojekte im Moment kein Platz. Am 01. Januar wird eine neue Ära beginnen: Familienvater! Und die Band macht weiter!

Okay, dann möchte ich mich bei dir für das Interview bedanken. Hast du noch irgendwas, was du an unsere Leser loswerden möchtest?
Ich werde euch alle vermissen! Ich werde die zwei Stunden mit euch vermissen! Dafür lebe ich, das ist meine Leidenschaft. Also danke, danke, danke, danke für alles in den letzten 30 Jahren! Ich werde alle vermissen, außer die schlechten Kritiker! Hahaha.

Also ich hab über euch keine Verrisse geschrieben. Danke nochmals!
Danke dir!