Seit über 35 Jahren gehören UNLEASHED zu den festen Größen im (schwedischen) Death Metal. Nun erscheint mit „Fire Upon Your Lands“ das neue Album der Truppe und wir sprachen mit Bandchef Johnny Hedlund über die Entstehung und Produktion der Platte, sowie das Artwork und kommende Touren.

„Fire Upon Your Lands“ ist ein kraftvoller Titel – was ist das Hauptthema des Albums? Gibt es ein zentrales Konzept oder eine durchgehende Geschichte?
Das ist bereits das sechste Album, bei dem die Handlung auf einem Buch basiert, das ein Freund und ich vor vielen Jahren geschrieben haben. Wir haben es nie fertiggestellt, und es wurde nie veröffentlicht. Also dachte ich mir, es wäre eine gute Idee, die Kapitel sozusagen in Songs zu verwandeln. Die Hauptgeschichte dreht sich um die Midgard-Krieger und ihren Kampf um ihre Lebensweise gegen ihren Hauptfeind White Christ. Und hier sind wir, sechs Alben später, mit derselben Handlung. Das Cover zeigt tatsächlich ein Ereignis, das zwischen zwei Songs beziehungsweise deren Texten stattfindet. Was man auf dem Cover sieht, sind gefallene Feinde.
Wie unterscheidet sich dieses Album von euren bisherigen – musikalisch, textlich oder produktionstechnisch?
Ich würde sagen, die Unterschiede sind klein, aber vorhanden. Ich denke, dieses Album bringt vielleicht ein wenig mehr Frische in die Gesamtproduktion. Aber das ist natürlich bei jedem Album das Ziel. Man möchte seinen Wurzeln treu bleiben und sich dennoch ein wenig weiterentwickeln. Wichtig ist, dass jeder, der das Album hört, sofort erkennt, dass es UNLEASHED ist.
Das Artwork von „Fire Upon Your Lands“ ist sehr eindrucksvoll – kannst du etwas zur Idee dahinter und zum Künstler sagen?
Es wurde von Pär Oloffson gestaltet. Das Konzept stammt größtenteils von mir, mit einigen Ideen der anderen Bandmitglieder. Es zeigt – wie gesagt – ein Ereignis, das innerhalb der Geschichte zwischen zwei Songs stattfindet. Das war nicht beabsichtigt, hat aber sehr gut zur Entwicklung der Story gepasst.
Wie wichtig ist dir der visuelle Aspekt eurer Arbeit – gerade im digitalen Zeitalter, in dem viele Cover nur noch als kleines Vorschaubild wahrgenommen werden?
Ich finde es wichtig, ein gutes Cover zu haben. Besonders, da es etwas repräsentiert, das auf dem Album passiert.
Wie lief der Songwriting-Prozess für das neue Album ab? Habt ihr dabei etwas anders gemacht als früher?
Nein, ehrlich gesagt war es ziemlich wie immer. Wir kennen uns schon so lange, dass wir ziemlich genau wissen, wie lange etwas dauern wird und wie das Ergebnis ungefähr aussehen wird.
Gab es besondere Herausforderungen oder überraschende Wendungen während der Albumproduktion?
Ich muss zugeben, es gab einen Song, bei dem ich mir nicht sicher war, ob er ins Album passt. Aber nachdem er aufgenommen war, hatten wir das Gefühl, dass er vielleicht sogar zu den stärksten gehört. Das passiert wirklich nicht oft.

Wo habt ihr „Fire Upon Your Lands“ aufgenommen und warum habt ihr dieses Studio gewählt?
Es wurde in Fredriks eigenem Chrome Studios aufgenommen. Der Grund ist natürlich, dass er das nun schon für viele Alben gemacht hat – und er wird einfach immer besser darin.
Was waren eure Hauptziele während der Produktion – rohe Energie, organischer Sound oder eine bestimmte Atmosphäre?
Eine Mischung aus allem – und noch einiges mehr, das bei einer UNLEASHED-Aufnahme wichtig ist. Mehr Dynamik zum Beispiel. Und eine Song-Auswahl, die das Album hörbar und einprägsam macht. Death Metal ist sehr intensive Musik – deshalb sind Dynamik und Kontraste für uns extrem wichtig.
Wie lief die Zusammenarbeit innerhalb der Band während der Album-Entstehung – war es ein kollektiver Prozess oder hatte jeder eine bestimmte Rolle?
Heutzutage komponiert Fredrik die Musik, und ich entwickle die Gesangslinien sowie die Texte. Anders und Tomas hören sich das Ergebnis an und bringen sich bei Bedarf ein … aber normalerweise gefällt ihnen unsere Arbeit, und es ist alles in allem ein ziemlich einfacher Prozess.
Habt ihr diesmal mit einem externen Produzenten gearbeitet oder alles selbst gemacht?
Fredrik hat den Großteil übernommen und das Album dann zusammen mit Eric Mårtensson von ECLIPSE gemastert.
Was habt ihr in den kommenden Monaten geplant – wird es eine Tour geben, um das neue Material live zu präsentieren?
Wir machen keine großen Touren mehr, aber wir spielen so viele Festivals und Einzelshows wie möglich. Genau das steht jetzt auch an – ab August geht es los. Wir sind gespannt, wie die neuen Songs live ankommen.

Auf welchen neuen Song freut ihr euch live besonders – und warum?
Ich kann euch die genaue Setlist noch nicht verraten, aber wir werden auf jeden Fall „War Comes Again“ spielen.
UNLEASHED gibt es nun seit über 35 Jahren. Was motiviert dich, weiterhin Death Metal zu spielen?
Das ist es, was wir tun. Es war schon immer so. Ich denke nicht, dass ich etwas anderes machen will. Ich wüsste auch nicht, ob es etwas Besseres gibt, um seine Zeit zu nutzen. Ich denke, wir machen einfach weiter – und vielleicht haben wir ja noch viele gute Jahre vor uns. (lacht) Die Blicke und die Schreie der Fans auf Konzerten zu sehen und zu hören, macht alles lohnenswert. Darauf freut man sich wirklich.
Wo siehst du dich und die Band in fünf oder zehn Jahren?
Ich denke, wir machen genau das Gleiche – nur älter und hässlicher. (lacht)
Du hast nie in anderen Bands gespielt als bei UNLEASHED – warum?
Ich habe keine andere Ambition als UNLEASHED. Es nimmt all meine Zeit und Energie in Anspruch – und ist gleichzeitig die perfekte Motivation, weiterzumachen.
Vielen Dank für deine Zeit und deine Antworten. Die letzten Worte gehören dir!
Vielen Dank für das Interview! Wir sehen uns da draußen! Hail Odin!
Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

