Interview mit Ratz von der Planke von Vroudenspil

Sie haben sich als feierwütige Freibeuter und Meute Toter Narren einen Namen gemacht, nicht nur auf hoher See: VROUDENSPIL ist es besonders in den letzten beiden Jahren gelungen, der ausgelutschten Seefahrer-Thematik neuen (Fahrt-)Wind einzuhauchen. Was mit dem Tanzt!-Festival in Rosenheim und Kufstein begann, mündete unter anderem in einem Support-Gig für Schandmaul in München. Inzwischen sind die folkigen Newcomer auch weit über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus bekannt. Mit ihrem dritten Studioalbum „Pulverdampf“ wollen VROUDENSPIL nun ihre Eroberungsfahrten fortsetzen. Wie das unter anderem mit Rap, Samba sowie Ska gelingen soll und was die Musiker sonst noch erlebt haben, verrät uns Frontmann Ratz von der Planke.

 


Ahoi Ratz! Ihr steht kurz vor der Veröffentlichung eures dritten Studioalbums „Pulverdampf“. Wie zufrieden seid ihr mit dem Gesamtwerk und gab es bereits erste Reaktionen bzw. Tendenzen, wie das Album bei euren Bekannte, Freunden und Familien angekommen ist?

Bis jetzt haben wir noch von niemandem etwas Negatives gehört, sei es Verwandtschaft, Freunde, Fans oder Presse. Ich glaube, wir haben es ganz gut geschafft uns treu zu bleiben und uns dennoch weiterzuentwickeln. Den endgültigen Erfolg des Albums werden wir aber erst im Laufe des Jahres abschätzen können. Bis jetzt sind wir auf jeden Fall voll und ganz zufrieden.

Dazu habt ihr mit eurem CD-Release-Konzert im Spectaculum Mundi bereits die erste Live-Feuerprobe hinter euch. Wie fühlten sich die neuen Stücke live an und wie habt ihr das Konzert erlebt?
Ein klein wenig unsicher ist man immer, wenn man neue Stücke live präsentiert. Die Show war für unsere Verhältnisse sehr lang, aber für uns haben sich die gut zwei Stunden Konzert trotz übelster körperlicher Erschöpfung extrem kurz angefühlt. Das verdanken wir unseren hammermäßigen Fans! Nicht nur, dass sie so lange durchgehalten haben und danach noch mit uns die Aftershow Party genossen haben, sie haben außerdem alle neuen Stücke genauso gefeiert wie die alten. Das hat uns enormen Aufschwung und Bestätigung gegeben und wir fahren mit jeder Menge Rückenwind aus dieser Show in die neue Saison.

Wo liegen die Unterschiede von „Pulverdampf“ zu den beiden Vorgängern „Lunte gerochen“ und „Meute toter Narren“?
Der Unterschied zu den Vorgängern liegt darin, dass wir versucht haben das Beste von beiden Scheiben zu übernehmen und aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. So wird „Pulverdampf“ die Geradlinigkeit, Ehrlichkeit und Einfachheit von „Lunte Gerochen“ haben, gleichzeitig wird das Album aber auch den musikalischen und technischen Ansprüchen die wir uns mit „Tote Narren“ gelegt haben gerecht. Darüber hinaus fühlen sich die Lieder auf „Pulverdampf“ sehr viel raubeiniger an als alles, was davor kam. Dafür habe ich auch extra meine Lunge ins Mikrofon gegrölt.


Wie habt ihr euch musikalisch in den letzten Jahren weiterentwickelt?
Unsere musikalische Weiterentwicklung sehe ich vor allen Dingen darin, dass es uns mittlerweile gelingt unsere Songs in kürzerer Zeit auf den Punkt zu bringen. Die Stücke werden kompakter. Was nicht heißt, dass sie nur kürzer sind, sondern, dass wir immer noch die selben Emotionen und musikalischen Feinheiten wie schon auf „Tote Narren“ in die Songs stecken. Sie werden „dichter“. Quasi so als ob ein guter Redner eine 20-minütige Rede auf fünf Minuten runterkürzt ohne die wesentlichen Inhalte wegzulassen.

Was glaubst du, warum ausgerechnet ihr von allen Mittelalterbands stetig bekannter geworden seid? Die Konkurrenz ist bekanntlich groß, vor allem für Piraten…
Wir sind nicht die Einzigen, die in den letzten Jahren bekannter geworden sind. Und wir versuchen uns auch so gut es geht von allem Konkurrenzdenken fern zu halten. Wir machen einfach unser Ding, seit es uns gibt und das wird sich auch nicht ändern. Trends interessieren uns nicht. Vielleicht ist aber auch genau das der Grund, warum es mit uns stetig bergauf geht: wir haben einen neuen, abwechslungsreichen Sound, wir eifern niemandem nach, wir schreiben die Songs, wie sie fallen, machen uns keinen großen Kopf um künstlerische Konzepte, sondern tun und lassen einfach das, was uns grade im Moment gefällt. Ich glaube, das strahlen wir auch aus und den Leuten gefällt es, dass wir eben nicht anderen gefallen wollen, sondern primär mal uns selbst. Bis jetzt ging die Rechnung für uns immer auf.

Ihr habt euch dazu entschlossen unter Pseudonymen aufzutreten. Genrefremde Musikhörer rümpfen über Namen wie Ratz von der Planke oder Dax vom Berg oft die Nase und nehmen dies als Anlass, sich nicht näher mit der Musik zu beschäftigen oder diese nicht ernst zu nehmen. Wie siehst du das?
Kaum ein Künstler tritt unter seinem bürgerlichen Namen auf, selbst diejenigen, deren Namen bürgerlich klingen. Dass wir unter Pseudonymen auftreten hat zwar nicht den Grund uns vor Stalkern oder Paparazzi zu schützen, soweit ist es zum Glück noch nicht. Dennoch würden wir uns wieder dafür entscheiden. Edward Teach ist kaum jemandem ein Begriff, Captain Blackbeard hingegen kennt die ganze Welt. Außerdem klingt das Pseudonym wesentlich geiler! So sehen wir das auch mit unseren Namen.

Wie darf man sich bei euch die Herangehensweise an einen Song vorstellen – vom ersten Entwurf bis zum fertigen Endprodukt auf CD? Gemäß Booklet scheinen die Rollen bei euch mit wenigen Ausnahmen klar verteilt zu sein…
Im Fall unserer aktuellen CD scheint das so und meistens bewegen wir uns auch was die Rollenverteilung angeht in eben diesen Kreisen. Aber auch auf „Pulverdampf“ findet man Ausnahmen. In einer Gruppe von sieben Leuten hat jeder so seine Stärken und genau die soll er auch ausleben. Unser Kraken ist ein begnadeter Komponist, so verwundert es nicht, dass er die meisten den Stücke auch geschrieben hat. Ich als Sänger fühle mich bei meinen eigenen Texten auch am wohlsten. Aber trotzdem findet jede Idee Gehör und wird ausprobiert. Was letzten Endes dann fit für eine Albumproduktion gemacht wird, das entscheiden wir im Plenum.
Wir arbeiten mittlerweile sehr elektronisch. Eine Songidee oder ein Thema, egal von wem geschrieben, wird meistens als Piano notiert und in den Computer gehackt. Dort wird weiter gearbeitet: mit MIDI-Instrumenten. Das geht am schnellsten, flexibelsten und produktivsten. Man kann sich ein ungefähres Bild vom fertigen Song machen, ohne dass sieben Leute zusammenspielen müssen. Wenn das Ergebnis gefällt, fangen wir an, den Song live zu spielen. So bekommt er dann Seele und Leben eingehaucht, dort entstehen Mikrotiming und die ganzen Kleinigkeiten, die das Stück letztendlich liebenswert machen.

Wer hat das Cover entworfen? Wieso habt ihr gerade dieses Motiv gewählt?
Freibeuter Petz ist unser Haus- und Hofgrafiker, schon seit Anbeginn der Bandgeschichte. Er hat einfach ein Händchen für Design. Maßgaben hatte er so gut wie keine, es gab nur den Titel und das Cover, für das wir uns entschieden haben, war sein erster Entwurf für den Titel Pulverdampf. Diese Freiheit sollte ein Künstler immer haben. Hätten wir vorher festgelegt, was wir haben wollen, und eine „Auftragsarbeit“ erstellen lassen, dann wäre das Ergebnis sicher ein anderes gewesen. Wir wollen ja keinen Künstler zum Handwerker degradieren. Außerdem habe ich bessere Ohren als Augen, das designen überlasse ich lieber anderen. Gewählt haben WIR das Motiv aus einem einzigen Grund: es gefällt uns. Warum Petz es gewählt hat? Das bleibt wohl bei ihm…

Was gibt es zu den Texten auf „Pulverdampf“ zu sagen?
Für die Texte gilt nach wie vor: Wir schreiben sie immer nach Lust und Laune. Deswegen ist wieder eine bunte Mischung dabei. Von der Aufbruchsstimmung des Openers „Ruf der Seele“ über eine Ode an Claus Störtebeker, vom Weißen Rauschen der Wellen über einen ganz eigenartigen Fluch, von einer Reise nach Tortuga hinein in die heiligen Hallen des Dattelschnapses. Wir tanzen voller Lebensglut über Deck, für manch einen endet es in einem Plankentango. Wer nicht hören will bekommt zwölf Pfund auf die Ohren, aber am Ende ist doch wieder Land in Sicht. Das waren zumindest mal alle Titel. Wir bewegen uns also zwischen selbstironisch morbide über nachdenklich und motivierend bis hin zu feucht fröhlich.


Die Seefahrerthematik ist vor allem im Folkrock bereits hinreichend ausgeschlachtet. Wie findet ihr immer wieder neue Themen und vermeidet Wiederholungen, sowohl textlich als auch bei der musikalischen Ausgestaltung?
Ich finde diese Thematik ist bei weitem noch nicht ausgeschlachtet. Wir versuchen uns auch nicht allzu sehr darauf zu versteifen. Nicht alle Texte auf unseren Alben drehen sich um Seefahrt. Für Texte gilt das Selbe wie für Musik: erlaubt ist, was gefällt. Meistens kommen die Ideen für Texte aus unserem Privatleben. Probleme, Sehnsüchte, Glücksmomente, all das lässt sich vom Studenten- oder Arbeiterleben in ein Piratenleben verfrachten. Und, dass das eigene Leben immer wieder neuen Stoff liefert, das kann glaub ich jeder nachvollziehen. So halten wir es in der Musik wie auch im Privatleben genau gleich: wenn dich was langweilt, mach was Neues! So haben wir auf Pulverdampf einen Rap im Skasong „Lebensglut“, Sambabeats bei „Tanzt!“ und den Versuch von akustischem Metal auf „Weißes Rauschen“. Und ich glaube damit sind unsere Ideen für die Zukunft noch lange nicht am Ende. Wichtig ist immer nur eines: Es muss nach UNS klingen!

Mit „Tanzt!“ hat eure Basserin Jane eine Ode an euer Haus- und Hoffestival mit auf „Pulverdampf“ gepackt. Dieses Jahr seid ihr neben Feuerschwanz wieder als Headliner dabei. Wäre eure Karriere ohne die Auftritte in Rosenheim, Kufstein und München anders verlaufen?
Ich glaube nicht wesentlich. Wir lieben dieses Festival, viele der Tanzt! Fans sind auch Vroudenspil Fans und umgekehrt. Das ist eher eine Art Symbiose. Für uns ist Tanzt! immer ein schöner Jahresabschluss, ein Heimspiel mit hunderten mitgrölenden Fans, meistens deutlich mehr als wir auf ein eigenes Konzert bekommen hätten. Davon profitiert aber auch das Tanzt! Zumal wir in unserer eigenen Heimat immer nur recht selten zu sehen sind.

„Land in Sicht“ als etwas ruhigere Ballade ist mit über fünf Minuten der längste Song auf „Pulverdampf“. Fasst der lebensbejahende Inhalt auf besonnene Art und Weise zusammen, wie ihr das Leben und eure Musik seht?
So lebensbejahend wirkt der Text auf mich gar nicht. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden und herausfinden, was ein Text sagt und bedeutet. Ich kann jeden verstehen, für den „Land in Sicht“ ein positives Lebensgefühl ausstrahlt und ich freue mich darüber. Ambivalenz ist das Tolle an der Kunst. Wir wollen Gefühle vermitteln und Menschen erreichen. Auf welche Art und mit welchem Gefühl ist dabei nicht so wichtig. Auf unserem Releasekonzert haben Leute bei „Land in Sicht“ geweint, andere haben besoffen gefeiert. Beide haben wir erreicht. Und, ja, das ist auch irgendwie sinnbildlich für unser Leben und unsere Musik. Weinend, lustig, nachdenklich, unbekümmert, aggressiv, milde, stocknüchtern, besoffen feiern. So zerrissen wie unser Leben, so ist unsere Musik. Und unsere Fans.

In „Lebensglut“ habt ihr Rapelemente, wie man sie sonst von am ehesten von Omnia kennt, mit euren beliebten Ska-Versatzstücken kombiniert. Wie kam es zu dieser Kombination und ist dieses Stück für dich als Sänger eine besondere Herausforderung gewesen?
Die Stelle, an der man jetzt den Rap findet, war vorher rein instrumental. Der Gedanke, dort Sprechgesang einzubauen kam relativ früh im Entstehungsprozess. Ich habe immer dagegen gewettert und gekämpft und gesagt, dass ich das kacke finde und es nicht machen will. Letztendlich hat mich der Kraken dazu überredet, es mal zu versuchen. Es war für mich also tatsächlich eine riesen Herausforderung. Wir sind stundenlang zusammengesessen und haben Betonungen verschoben, verwürfelt, Sätze umgestellt, Strophen neu verteilt. Nicht, dass ich nicht schon immer gerne mal ein Stück guten Hip-Hop angehört hätte, aber diese Arbeit lässt mich die wahren Qualitäten eines Rappers nochmal in ganz anderem Licht sehen.

Dass ihr dem Metal nicht abgeneigt seid, beweist wiederum „Weißes Rauschen“. Andererseits wagt ihr euch auch an Samba-Rhythmen. Ist diese Vielfalt bewusst gewollt oder das zufällige Ergebnis verschiedener Einflüsse der unterschiedlichen Besatzungsmitglieder?
Das ist bewusst gewollt und hängt zum Einen natürlich mit den Einflüssen der Besatzung zusammen, zum Anderen natürlich auch mit unbändiger Experimentierfreude und dem Suchen nach den Quintessenzen der Songs. „Weißes Rauschen“ war schon immer als ein richtig „harter“ Song geplant. Wir können zwar keinen Metal spielen, aber wir können so tun als ob. „Tanzt!“ ist eben ein Tanzlied, und Samba ist einer der fröhlichsten, „nach vorne gehendsten“ Tanzstile. Was wäre da jeweils näher gelegen? Die Kunst besteht nun darin, diese Musikrichtungen, die mit unserer Instrumentierung zunächst mal gar nicht konform sind, irgendwie so einzubauen, dass am Ende wieder Vroudenspil rauskommt. Das macht einfach jede Menge Spaß.

Wie entstand die Zusammenarbeit mit Le Comte Caspar von Coppelius?
Im Zuge ihres Videocastings für eine Supportband im Berliner Kesselhaus haben wir die werten Herren besser kennenlernen dürfen. Gerade Caspar erwies sich als sehr offener und experimentierfreudiger Mensch, der nicht nur musikalisch mit uns auf einer Wellenlänge liegt. Eine der Fragen, die Coppelius an die Bewerber dieses Castings stellten, war: „Klarinettensolo gefällig?“. Das war auch der Betreff der E-Mail, die Le Comte von uns als Einladung zum Gastspiel bekam. Er war auch sofort dabei, hat von uns den Song bekommen und einfach frei Schnauze sein Solo darauf eingespielt. Wir finden’s toll und möchten hiermit noch mal unsere tiefste Ehrerbietung an den werten Comte ausdrücken.

Gibt es weitere Künstler, die ihr euch auf einem vierten Vroudenspil-Album als Gäste vorstellen könntet?
Vorstellen können wir uns viele. Ob und wenn ja wen wir fragen, das erweist sich erst sehr viel später, wenn uns zu einem Song eine Idee kommt. Außerdem soll sowas grundsätzlich eine Überraschung sein.

Viele Bands drehen in Zeiten des Web 2.0 mittlerweile Videos zu ihren Songs. Habt ihr diesbezüglich Pläne?
Wir haben schon oft über ein Video nachgedacht. Es ist definitiv eines unserer Ziele für die nahe Zukunft, ich möchte aber nichts versprechen. „Reise nach Tortuga“ würde sich meiner Meinung nach wunderbar anbieten, das kann ich mir bildlich schon richtig gut vorstellen. Wir werden aber keine halben Sachen machen. Wenn es von uns ein Video geben wird, dann professionell aufgezogen. So etwas braucht Zeit, Ideen, Muse und Geld. Zwei Dinge davon haben wir, am Rest wird gearbeitet (was allerdings „Zeit“ beansprucht).

Ihr habt einige Besetzungswechsel in den ersten Jahren hinter euch. Nun scheint sich eine feste Mannschaft gebildet zu haben. Wie hat sich das auf „Pulverdampf“ und eure Live-Shows der jüngeren Vergangenheit ausgewirkt?
Bisher hat uns noch jeder Besetzungswechsel weitergebracht, immer sind wir in irgendeiner Form aufgestiegen. Je mehr die Leute alle an einem Strang ziehen, desto besser lassen sich natürlich gemeinsame Ziele verfolgen. Auch während einer Albumproduktion merkt man das. In der Studiophase sitzt man sich sehr intensiv gegenseitig auf der Pelle.
Gerade auch live ist es toll mit Leuten auf der Bühne zu stehen, die man kennt und denen man hundertprozentig vertrauen kann. Wie gesagt, wir haben von den Wechseln immer profitiert. Wenn jetzt noch der Sänger endlich aussteigt, dann steht einer langjährigen Profikarriere nichts mehr im Weg ;-)

Habt ihr euch schon einmal Gedanken über ein mögliches Live-Album oder ähnliches gemacht?
Ja.


Manche Bands sind demonstrativ gegen den Einsatz von Samplern und weiterer Technik bei Liveauftritten. Wie steht ihr dazu?
Wir stehen auf’s Natürliche. Wir haben zwar auf unseren Alben auch Samples verwendet (Atmo, Orchester), würden das aber live nie verwenden. Folk ist keine Musikrichtung für so etwas. Und ich glaube auch nicht, dass es zu uns passen würde. Aber das muss jede Band für sich selbst entscheiden. Der Zuhörer wird ihnen zeigen, ob es eine gute Idee war oder nicht.

Spielt ihr lieber in kleinen Clubs und auf Märkten oder bei größeren Open Airs?
Alle Gigs haben ihre eigenen Stärken und Schwächen. Ein riesiges Open Air wird nie die familiäre Atmosphäre eines Clubgigs oder das Ambiente eines Marktes haben. So geil es sein mag auf den größten Bühnen zu stehen, die kleineren Auftritte sind die, von denen man meistens die schönsten Erinnerungen mitnimmt. Alleine die irrsinnige Anzahl an Leuten auf großen Open Airs machen gezielte Erinnerungen unmöglich. Sagen wir’s mal so: ein großes Open Air überwältig einen und lässt die Eier wachsen, ein gemütlicher Auftritt berührt das Herz mehr.

Was habt ihr von euren Kapernfahrten in die Niederlande und nach Italien mitgenommen?
Von unseren Kaperfahrten nehmen wir grundsätzlich immer ein Stück mehr Zusammenhalt mit, egal ob Holland, Schweiz, Italien, Österreich, Dänemark oder bei uns zu Hause. Aber was man immer sieht ist, dass der Spruch „Andere Länder, andere Sitten“ doch ziemlich zutrifft. Vor allem was die Feierlaune angeht. Hier haben die Dänen und die Italiener ziemlich abgesahnt.

Wie soll der nächste Schritt für Vroudenspil aussehen?
Der nächste Schritt für Vroudenspil ist erstmal die Tour 2013. Dieses Jahr ist der Norden und der Westen der Republik dran. Wir spielen häufig auf dem MPS, am Feuertanz werden wir zu sehen sein und wer will kann sich mit uns auf Rügen eine Brise salzige Meeresluft um die Nase wehen lassen. Ich hoffe, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass wir bereits 2014 mit den Arbeiten für eine Nachfolgealbum beginnen wollen.

Du als Mannschaftskapitän hast bestimmt eine Unmenge an sprichwörtlichem Seemannsgarn gesammelt. Oder?
Hmm, Wissenswertes nebenher. Eröffnen wir also die Rubriken „Wusstest du schon…?“, „Glaubst du es interessiert dich, dass…?“, allesamt aus der Reihe unnützes Wissen von und über Vroudenspil!
Also:
„Wusstest du schon, dass Pulverdampf in nur 3 Monaten geschrieben und arrangiert worden ist? Im September entschieden wir uns dazu die Scheibe im April rauszubringen. Bis zu diesem Tag hatten wir erst einen einzigen Song dafür fertig: Reise nach Tortuga.“
„Glaubst du es interessiert dich, dass der längste registrierte Anreiseweg auf unser Releasekonzert 511 km über Mautstraßen und Pässe betrug?“

Hättest du abschließend noch eine bis dato unbekannte lustige oder interessante Studioanekdote für unsere Leser?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Hahn danach kräht, aber ich erzähl’s dir trotzdem: bei unseren Studioaufnahmen in Schwandorf haben wir versehentlich eine Bananenschale auf dem Fensterbrett tiefgefroren, sind noch versehentlicher auf einen verstörenden Künstler namens „Rummelsnuff“ gestoßen, haben im Globus den größten Popcornsack aller Zeiten entdeckt und können den „Pizza Blitz“ Schwandorf nur weiterempfehlen.

Ich würde das Interview gerne mit dem traditionellen Metal1.info-Brainstorming beenden: Ich nenn dir ein paar Begriffe, und du sagst einfach, was dir dazu als erstes einfällt:
Rasierunfall – Jo, da war mein halber Bart ab, kurz vor dem Releasekonzert. Hab ich ne Panik geschoben…
Captain Jack Sparrow – kann ich nicht mehr hören
Bananenspender – Marktlücke! Brillante Idee!
Mittelalterlich Phantasie Spectaculum – Neu. Geil. Mehr!
Tanzt! – Alt. Geil. Mehr!
(Un-)plugged – sind wir das nicht mehr oder weniger immer? Ich glaube da würde sich nicht viel ändern… Ohne Anlage werden wir’s aber nicht mehr machen

Die letzten Zeilen gehören dir…
Heiligt den Rum, pflegt eueren Kahn, putzt immer anständig die Zähne, verflucht die Skorbut und habt immer eine Hand breit Wasser unter dem Kiel! Bis zur nächsten Show, ihr feierwütigen Kampfkrabben!

Vielen Dank für deine Zeit!