Konzertbericht: ASP w/ Mono Inc.

2009-10-30 München, Backstage

Am 30. Oktober gastierten Alexander Frank Spreng und seine Mitmusiker (besser bekannt als ASP) zusammen mit Mono Inc. im Münchner Backstage. Im Gegensatz zu Saltatio Mortis eine Woche vorher trauten sich die Gothic-Rocker in das größere Werk – zurecht, wie sich herausstellte, denn die Spielstätte war restlos ausverkauft und die Schlange beim Einlass entsprechend lang. Konnte man dort bei anderen Konzert noch problemlos im Laufe des Abends gute Plätze mit Sicht auf die Bühne erhaschen, so war das dieses Mal selbst für großgewachsene Menschen unmöglich. Zum Glück wusste die Akustik zu überzeugen, so dass man auch im hinteren Bereich und etwas abseits in den vollen Konzertgenuss kam.

ASP brillierten an diesem Abend wieder einmal durch ihre Härte, bei der sie gekonnt den Bogen zwischen harten Riffs und melodischen Tonfolgen mit mehr oder weniger ausgeprägten Elektroelementen schlugen, sowie durch die treue Anhängerschaft, die dem von einer Angina sichtlich gezeichneten Mastermind bei jedem Wort an den Lippen hing und seinen Aufforderungen zum Feiern und Tanzen begierig nachkam. Konzerte leben in gewisser Weise auch von ihrem Erlebnis und der Enthusiasmus der ASP-Anhänger war ebenso wie ihre Kleidung durchaus etwas Besonderes. Eröffnet wurde der Konzertabend mit dem symbolischen „Ich bin ein wahrer Satan“ – einer Singleauskopplung, die bereits beachtliche Charterfolge vorweisen kann. Weiter ging es mit „Weltunter“ und im Laufe des Konzerts umfasste die Setliste neben dem allerersten Song „Schwarzer Schmetterling“ auch die Stücke der neuesten EP mit dem Titeltrack „Wer Sonst?“, welcher im Zuge einer Kontroverse im Rahmen des WGT-Festivals (unbedingt nachzulesen auf der ASP-Homepage unter www.thetalesofasp.com) eine zweite Bedeutung erhielt. Selbst die letztjährigen dunkelromantischen Herbstabende ließen ASP etwas in ihre Abendgestaltung einfließen und so wurde auch der Krabatliederzyklus in Form von „Denn ich bin dein Meister“, „Zaubererbruder“ und „Krabat“ wiederbelebt. Außerdem ließ ASP unter großem Jubel verlauten, dass es eine weitere Akustiktour geben wird.
Überraschenderweise wurde „Und wir tanzten“ in einer geremixten Version in die 2. Konzerthälfte eingebaut und nicht wie so oft als Zugabe gespielt. Der Zugabenblock brachte schließlich nach „Werben“ noch das lautstark geforderte „Ich will brennen“, so dass letztendlich alle Anwesenden nach „Abschied“ genau mit dem versorgt waren, was sie wollten und größtenteils von der „Horror Vacui“-Live-CD kannten.
Dies kann ich auch von mir behaupten, wobei mich der Abend im Gegensatz zu anderen Konzerten nicht 100%ig mitriss, da selbst die Liveversionen von Liedern wie „Me“, „Demon Love“ und „Schwarzes Blut“ für mich live vor Ort etwas enttäuschend waren. Wie einige andere Songs auch gingen sie sozusagen spurlos an mir vorbei. Gepackt wurde ich lediglich von den „üblichen Verdächtigen“ wie „Sing Child“, „Werben“ und „Und wir tanzten“. Ich weiß nicht, ob und wieviel Theatralik bei ASP bei diesem Lied nach all den Jahren mitschwingt, aber man kaufte ihm die gezeigten Emotionen absolut ab.
Allerdings kam ASPs wunderbare Stimme auf der Akustik-Tour bei diesem Lied und generell noch wesentlich mehr und besser zur Geltung, wobei man seine Sangesleistung auch an diesem Abend einfach nur würdigen sollte, wenn man sich seinen Gesundheitszustand vergegenwärtigt. Von den Auswirkungen davon war nämlich stimmlich nichts zu hören, was nicht nur an diversen Pharmaerzeugnissen liegen kann.

Mono Inc. als Vorband wirkten für mich wie eine abgespeckte Version von ASP, die zwar solide ihren Stiefel herunterspielten, aber mich trotz relativ sympathischem Frontmann zu keiner Zeit wirklich ansprachen. Wenn man sich die allgemeine Stimmung betrachtet, stand ich mit dieser Meinung allerdings wohl ziemlich alleine da. Lediglich „Voices of Doom“ und mit leichten Abstrichen „If I fail“ blieben mir im Gedächtnis.

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