Blitzkrieg 4 & Napalm Death Tour

  • Trier, Exil
  • 27. Oktober 2006

Wiedermal machte der Tourtross von Vader halt in Trier und beehrte uns nach ungefähr genau einem Jahr mit der Blitzkrieg 4-Tour. Doch dieses Jahr konnten die Veranstalter auch Napalm Death für den selben Tag gewinnen. Doch anfangs stand alles erst mal unter einem schlechten Stern, so sagten Vader kurzzeitig ab nachdem von Seiten des Napalm Death-Managements die Forderung kam auch die Support-Band Born From Pain nach Vader spielen zu lassen. Schlussendlich einigte man sich aber, wohl aber nur weil man nicht rechtzeitig einen neuen Club für die Polen auftreiben konnte. Perfekte Voraussetzungen also für einen genialen Metalabend.

Als wir um 6 Uhr im Exil ankamen hatte die erste Band namens Inactive Messiah schon gespielt und Severe Torture waren bereits beim Soundcheck. Für diese Uhrzeit waren schon erstaunlich viele Leute vor Ort und der Raum war bereits besser gefüllt als an so manchem anderen Abend beim Headliner. Nachdem wir uns erstmal mit etwas Merchandise eingedeckt hatten, gings gleich vor die Bühne um meine heimlichen Headliner Severe Torture zu erleben. Und zu Recht! Die Holländer zockten souverän ihren Brutal Death runter sorgten für viele Gebange unter den anwesenden Fans. Ein kleiner Wehrmutstropfen war bloß die extrem kurze Spielzeit von einer halben Stunde, und trotzdem hatte sich für mich jetzt schon der Eintrittspreis gelohnt, nicht nur von mir gab es mehr als einen Höflichkeitsapplaus. Da wir davon ausgingen dass jetzt Mendeed spielen würden, besuchten wir erstmal den 100 Meter entfernten Burger King um uns den Magen voll zu schlagen. Erschreckt stellten wir beim Betreten des Exils aber fest dass God Dethroned bereits spielten und schon am Ende ihres Sets angelangt waren. Da wir nun aber wirklich nicht lange weg waren konnte das nur bedeuten dass Mendeed doch noch nicht gespielt hatten und der Verdacht lag nahe dass nun auch bereits Vader spielen würden. Nach kurzer Nachfrage beim Veranstalter wurde meine Vermutung dann bestätigt. Um 8 Uhr (!) also enterten Vader die Bühne und beschalten die Anwesenden eine Stunde lang mit Death Metal feinster polnischer Sorte. Auch die neuen Sachen die mir auf CD zu überproduziert tönen wussten zu gefallen und bewegten mich zu einem kurzen Gang bis vor die Bühne. Nach zwei Songs entschloß ich mich aber wieder die Theke aufzusuchen, immerhin hatte ich Vader bereits gesehen und wollte Kräfte für Napalm Death sparen. Wie zu erwarten machten Vader keine Gefangenen und Peter hatte die Meute fest in seiner Hand, der Feldzug konnte also nur gelingen. Recht witzig war die Idee, Ventilatoren vor die Monitore zu stellen so dass die Haare von Peter, Mauser und Novy immer noch hinterflogen auch wenn sie nach vorne bangten. Gespielt wurde eigentlich alles was das Fanherz begehrte, etwas besonderes fiel mir nicht auf und so wird auch dieses Konzert unter der Rubrik „gut aber nicht weltbewegend“ eingehakt. Nach einer guten Show widmete ich mich mit einem Freund wieder dem Alkohol und ich ahnte dass der Abend wohl schlecht ausgehen wenn ich so weitermache.

Nach kurzem Smalltalk mit Bekannten wagten wir wieder einen Blick in den Konzertsaal und mussten feststellen dass Mendeed bereits in vollem Gange waren. Der Saal hatte sich erwartungsgemäß deutlich geleert und man konnte problemlos bis vor die Bühne wo ich, wohl aufgrund des mir zu Kopf steigenden Alkohols, zu bangen anfing und erst bei Ende des Sets wieder aufhörte. Was sicherlich nichts ungewöhnliches auf einem Metalkonzert ist, in diesem Falle aber schon da ich noch nie irgendetwas von der Band gehört hatte und mir ihr melodischer Metalcore auch nicht wirklich zusagte. Ich schiebs deshalb mal einfach auf die Flüssignahrung. Die Mendeed-Show war recht ordentlich, durch das fehlende Publikum konnte aber natürlich der Funke nicht so recht rüberspringen, trotzdem Daumen nach oben. Und wieder ging es an die Theke, was dann wohl der Grund warum ich Born From Pain verpasste. Ich muss allerdings zugeben dass ich sie doch wohl gerne verpasst habe so war mir zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht nach stampfendem Hardcore/Metal mit schweren Breakdowns usw. Gegen 12 Uhr starteten dann endlich Napalm Death von denen ich leider den Anfang verpasste und erst nach den ersten Songs realisierte dass die Briten bereits auf der Bühne standen. So stürmte ich sofort vor die Bühne und dem Moshen war keine Ende gesetzt. Es wurde gebangt, gecrowdsurft, gepogt, usw. was das Zeug hält und Napalm Death ballerten die Zuhörern wieder eine Granate nach der anderen um die Ohren. An die genaue Setlist kann ich mich nicht erinnern, das wäre bei einer Grindcoreband aber auch zu viel verlangt. Das Einzige was mir aufgefallen ist, war dass relativ viel Zeug vom neuen Album „Smear Campaign“ gespielt wurde. Wie schon bei meiner letzen ND Show war es eine absolut schweißtreibende Angelegenheit und ich kann mich selten Auftritte erinnern die heißer sind als die der Briten. Gegen 01:30 Uhr war dann Schluß und die Lichter gingen an. Nur leider musste ich erschreckt feststellen dass ich meinen Wacken-Schlüsselanhänger verloren hatte, was wohl beim Crowdsurfen passiert sein muss. Insgesamt ist das aber ein bezahlbarer Preis für anderthalb Stunden Grindcore-Action von den Göttern höchstpersönlich.

Wie man merkt kann ich mich nicht mehr an alles erinnern, was definitiv auf massig Bier und Spirituosen zurückzuführen ist und ich hatte so meine Mühe meine Gedanken wieder zusammen zu kratzen. Insgesamt wars aber ein toller Abend. Nur hütet euch zuviel zu trinken Kinder, denn der Spaß wird schon etwas geschmältert wenn man sich nur noch bruchstückhaft an Konzerte zurückerinnern kann.

Billing:
Napalm Death
Born From Pain
Mendeed
Vader
God Dethroned
Severe Torture
Inactive Messiah


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