Konzertbericht: Insomnium w/ Before The Dawn, MyGrain

2011-11-14 Conne Island, Leipzig

Wer Donnerstagabend als Couchpotato fristete, wird sich nach folgenden Zeilen defintiv in den Hintern zu beißen wissen, hat er doch die Chance verpasst, INSOMNIUM auf ihrer ersten Headliner Tour durch Europa live zu begutachten. Im Gepäck waren zudem noch zwei qualitativ erstklassige Bands, die ebenfalls nicht gerade mit ihrer Livepräsenz in unseren Landen glänzen. Allen Grund also, sich das Spektakel anzuschauen. Bereits eine halbe Stunde vor Einlass hatten sich in der an finnische Klimate erinnernden anbrechenden Nacht die ersten ungeduldig Wartenden vor den Türen des Conne Island eingefunden.

Bei Anfang der ersten Band MYGRAIN war der Laden für einen Opener schon äußerst gut gefüllt. Die meisten hatten bis dato wohl lediglich den Namen der aus Helsinki stammenden Finnen schon einmal gehört, jedoch keinen näheren Bezug. Das sollte sich ändern, denn das äußerst sympathisch wirkende Sextett bretterte durch ein starkes Set erster Sahne, voller Aktionismus und Spielfreude, das die Zuschauer alsbald in ihren Bann zu ziehen mochte. Das gelieferte musikalische Paket, Melodic Death mit teilweise futuristisch anmutenden äußerst raffinierten Synthesizer-Melodien, war alles andere als verachtenswert und fand ebenfalls raschen Anklang beim Publikum. So wunderte es nicht, dass am Ende eines rund 30-Minütigen Sets lauter Applaus ertönte, der erkennen ließ, dass MYGRAIN an diesem Abend wohl einige Fans mehr gewonnen hatten. Zitat aus dem Publikum: „Wie als ob In Flames ihre Eier behalten hätten“.

Bei dem Andrang der nach eigenen Angaben Melancholic Scandinavian Metaler BEFORE THE DAWN war man sich über den wahren Headliner des Abends nicht mehr allzu sicher. Ohne Backdrop, dafür mit der ungeheuer fesselnden Ausstrahlung seitens Bandkopf Tuomas Saukkonen bewaffnet, gepaart mit äußerster Bewegungs- und Poserfreude von Bassist Pyry Hanski und Gitarrero Juho Räihä, hatten sie den Großteil der Menge im Griff und überzeugten die Neugenießer innerhalb kürzester Zeit. Die Setlist kann man fast als Querschnitt durch die Bandgeschichte beschreiben, wurde doch – „Soundscape Of Silence“ und „Deathstar Rising“ außern vor- von jedem der Alben ein (von „Deadlight“ zwei) Tracks präsentiert. Mit Hintergrund, denn man hatte keinen Mann für den Cleangesang dabei, der auf den letzten beiden Alben so charakteristisch für die Kombo um Mastermind Tuomas war. Dennoch eine durchweg starke Show, die ihren Höhepunkt mit der Präsentation vier neuer Songs nahm, deren auditiver Mitschnitt eindringlichst gebeten wurde, zu unterlassen. Die angesagten Namen werden daher einmal unter den Tisch gekehrt, zudem sie sich nach Tuomas Aussage eh noch einmal ändern könnten. Wer nicht vor Ort war, hat eben wirklich etwas verpasst, denn das neue Material klang mehr als ansprechend, kann man schonmal gespannt dem nächsten release entgegen blicken. Einziges Tränchen war der im Gegensatz zu MyGrain arg verzerrte Sound.

Setlist:
01. Disappear
02. Fear Me
03. Repentance
04. Wrath
05. Unbreakable
06. New Song 1
07. New Song 2
08. New Song 3
09. New Song 4

Der wurde bei den offiziellen Headlinern glücklicherweise aber umgehend wieder gen top gepusht. Wie bei Before The Dawn erfreuten sich INSOMNIUM einer vollen Halle unzähliger sie abfeiernder Fans. Mit ihrem Melodic Death im ganz eigenen Stil gehören sie zu den wenigen Bands mit 100% Wiedererkennungswert und haben sich seit 1997 so eine -berechtigt- immer größere Fanbase erspielt. Von nichts anderem zeugte die Show. Bereits beim einleitenden „Inertia“ ihres gerade letzten Monat auf den Mark gekommenen Longplayers „One For Sorrow“ gab es kein Halten mehr. Nachdem man noch zwei weitere Gassenhauer selbigen angeschlossen hatte, begaben sich die Finnen zurück in ihren Albenkatalog, und präsentierten mal mehr mal weniger von jedem ihrer Werke. In den Pausen glänzte Vokalist Niilo Sevänen immer wieder mit Deutschkenntnissen, was zusätzlich fette Sympathiepunkte einbrachte. Nach einer knappen Stunde Spielzeit wurde vorerst mit „Weighed Down With Sorrow“ abgeschlossen, allerdings wollte man das grandiose Quartett zu diesem Zeitpunkt keinesfalls von der Bühne lassen und nach einer Minute Applaus und Zugaberufen, ging es auch tatsächlich mit weiteren vier Songs in die zweite Runde. In Namen Opener und Follower der „Above The Weeping World“- Scheibe sowie „Every Hour Wounds“ und „One For Sorrow“ vom neuen Album. So wurde ein perfekter Abend unter großem Klatschen wie Jubel zu Ende gebracht und Insomnium-Fans, die bis dato keine Zeit hatten, in die jüngste Scheibe reinzuhören, schienen vom neuen Material durch die Reihen weg überzeugt.

Setlist:
01. Inertia
02. Through The Shadows
03. Only One Who Waits
04. Where The Last Wave Broke
05. The Killjoy
06. The Elder
07. Song Of The Blackest Bird
08. Down With The Sun
09. Unsung
10. The Day It All Came Down
11. Weighed Down With Sorrow
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12. The Gale
13. Mortal Share
14. Every Hour Wounds
15. One For Sorrow

Fazit: grandioser Abend, absolut erstklassiges Kino aus finnischen Gefilden!<

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