Judas Priest w/ In Flames

  • Offenbach, Stadthalle
  • 11. März 2005

Judas Priest luden auf ihre Reunion Tour ein und alle kommen. So auch 6 Jungs aus Luxemburg, die sich an einem Freitag Nachmittag mit zwei Autos auf den gut 250 Kilometer langen Weg von Luxemburg nach Offenbach am Main machten um die Priester nochmal im Original Line-Up zu sehen, bevor es zu spät ist. Die Herren sind ja nun nicht mehr Anfang zwanzig und man darf sich schon fragen wie lange sie noch die Power haben ganze Tourneen durchzuhalten. Wer sie aber an diesem Abend in Offenbach gesehen, weiß dass das Ende wohl doch noch auf sich warten lässt.

Jedenfalls haben wir nach einer längeren Parkplatzsuche um 8 Uhr die Stadthalle geentert und wollten uns erst mal ein (weiteres) Bierchen genehmigen, jedoch machte uns das Intro von In Flames einen Strich durch die Rechnung. So schlugen wir uns zu den Klängen des Openers unseren Weg durch die Masse bis vor die Bühne. Die Flammen hatten zwar einen sehr guten Sound, jedoch hat mir die Songauswahl nicht sonderlich gut gefallen, denn mit 7 von 10 Stücken war das Material der letzten 2 Alben definitiv überpräsent, was mich schon etwas enttäuscht hat. Aber die Flammen haben sich sicher etwas dabei gedacht, denn das normale Priest Publikum kommt eher selten in den Kontakt mit einer solchen (extremen) Band, was wohl erklärt wieso sie den Leuten ihren neuen Sound präsentieren wollten. Bis auf die ersten 5 Reihen war allerdings wenig Bewegung im Publikum und selbst die paar moshenden Kids, zu denen ich mich auch manchmal gesellte wurden doch recht verständnisslos angeguckt. Trotzdem wars eine gute Show und die geilste Szene war die, wo Anders einem Fan ein gratis Flames-Shirt zuworf, weil dieser schon seit mehreren Shows immer in der ersten Reihe steht und extrem gelangweilt dreinschaut weil er nur auf Priest wartet. Nach 45 Minuten war dann Schluss und man begab sich wieder zum Essensstand. Zuvor habe ich jedoch ein Tour-shirt für happige 30€ erworben, man gönnt sich ja sonst nichts.

Eine halbe Stunde später hörte man dann auch schon dei Meute jubeln, während wir uns in der Eingangshalle auf dem Boden ein Bierchen genehmtigten. Also machten wir uns schnell auf den Weg in den Saal, der maximal 5000 Leute fasste und demnach proppenvoll war, als auch schon das Intro „The Hellion“ ertönte. Die Stimmung war von der ersten Sekunde an überragend und man hat sich einfach nur wie auf einer riesigen Metalparty gefühlt. Der Sound war laut und doch glasklar, sogar Rob Halford war gut bei Stimme und machte das Konzert nicht zu einem Desaster wie das ja schon einige male der Fall war. Glenn Tiptons und K.K. Downings Gitarrenarbeit war wie zu erwarten absolut genial und fehlerfrei und auch Ian Hill und Scott Travis spielten sehr tight. Auf einen Hit folgte der nächste, Halford wurde von Lied zu Lied immer komunikativer und hat das Publikum bestens unterhalten. Was aber am meisten hervorzuheben ist, ist dass er gottseidank nicht mehr wie früher in hautengen Hosen und mit Peitsche über die Bühne hüpft sondern mittlerweile wirklich wie ein Metalgod, von seinen schweren Stiefeln bis zum langen, nietenbehangenen Ledermantel, jedes Klischee erfüllt. Die Bühnendekoration war ganz dem Cover des neuen Longplayers „Angel Of Retribution“ angelehnt und ermöglichte es den Priester auf einem Gerüst zu klettern und in einer Höhe von zig Metern über dem Publikum ihre Show zuspielen. Nach dem von den Leuten vehement geforderten „Painkiller“, gingen die Musiker für kurze Zeit von der Bühne beehrten uns dann aber mit der obligatorischen Zugabe. Diese beginnt ganz traditionell mit dem Ratern eines Motorrads, bevor Halford dann mit seiner Harley auf die Bühne fährt und auf eben diesem sitzend „Hell Bent For Leather“ vorträgt. Nach dem Schluss in Form der beiden Hits „Living After Midnight“ und „You’ve Got Another Thing Coming“ ließen sich Judas Priest noch etwas auf der Bühne feiern, doch wir traten sofort die Heimreise an, 250 km sin ja auch nicht wenig. Die weite Reise hat sich also absolut gelohnt und ich kann nur jedem raten sie diese Band anzusehen, denn momentan sind sie verdammt gut in Form und legen eine Spielfreude an den Tag von der sich manche junge Acts eine Scheibe abschneiden könnten. In diesem Sinne: ”Living after midnight, rockin’ till the dawn…“

Setlist:
The Hellion
Electric Eye
Metal Gods
Riding on the Wind
The Ripper
A Touch of Evil
Judas Rising
Revolution
Hot Rockin‘
Breaking the Law
I’m a Rocker
Diamonds & Rust (acoustic)
Deal With the Devil
Hellrider
Beyond the Realms of Death
Exciter
Victim of Changes
Green Manalishi
Painkiller
————————
Hell Bent for Leather
Living after Midnight
You’ve Got Another Thing Comin‘


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