
Wenn ein Mensch an die 30 Alben veröffentlicht – und das mit ein und demselben Soloprojekt – hat er wohl etwas zu sagen. So auch Jerôme Reuter, der sich mit ROME seit rund 20 Jahren einer genauen Genre-Kategorisierung entzieht – und doch seine Nische gefunden hat. Letzteres zeigt sich schon daran, dass es weder großer Werbung noch einer Vorband bedarf, um an einem Montag den Backstage Club mehr als gut zu füllen – und das bei einem nicht eben günstigen Ticketpreis von rund 35€.
Um Punkt 20:00 Uhr geht es darum in medias res: Nur in Begleitung von einem Perkussionisten kommt Jerôme Reuter auf die Bühne und eröffnet den Abend mit „The Death Of A Lifetime“. Dem vorangestellt sind jedoch gleich zwei Intros: Der Song „Hey, Plyve Kacha“ der ukrainischen Band Pikkardiyska Tertsiya sowie das eigentliche Show-Intro, „Gates Of Europe“. Mit diesen zwei politischen Statements ist für Jerôme längst nicht alles gesagt. Ob blau-gelbes Tape und Ukraine-Sticker an so ziemlich jedem Utensil auf der Bühne, oder ein für Reuters Verhältnisse wortreicher Hinweis auf eine Ukraine-Spendenbox am Merch-Stand – die Sympathiebekundungen ziehen sich durch die Show. Wer den sonst eher schweigsamen Reuter kennt, weiß: Damit dieser Mann auf der Bühne mal zwei, vielleicht sogar drei Sätze am Stück spricht, muss ihm ein Anliegen wirklich am Herzen liegen.
Musikalisch ist die Darbietung nicht weniger emotional aufgeladen und entsprechend packend: Im Wechsel gibt es ROME-Songs, bei denen Reuter an der Gitarre von Percussions begleitet wird, und solche, bei denen er hinter dem zweiten Drumkit Stellung bezieht: Mit herrlichem Groove trommeln die beiden Herren sich und die Fans dann in Trance. Eingängiger, weil musikalisch unverwechselbarer wird es gegen Ende des Sets und in den Zugaben. Hier packt Reuter die Songs mit den großen Melodien aus, etwa, wenn er zur Zugabe zunächst allein zurück auf die Bühne kommt und die bewegende Ballade „The Ballad Of Mariupol“ zum Besten gibt.
- The Death Of A Lifetime
- Families Of Eden
- Eagles Of The Trident
- Our Lady Of The Legion
- Celine In Jerusalem
- The Brightest Sun
- Sons Of Aeeth
- L’homme Révolté
- Solar Caesar
- Neue Erinnerung
- Kali Yuga Über Alles
- No Second Troy
- Hearts Mend
- Ächtung, Baby!
- Der Wolfsmantel
- Going Back To Kyiv
- Who Only Europe Know
- Uropia O Morte
- One Lion’s Roar
— - The Ballad Of Mariupol
- „Prometheus“(New Song)
- Yellow And Blue
- One Fire
— - Swords To Rust – Hearts To Dust
Dass ROME in der Zugabe auch noch einen neuen Song unterbringen (mutmaßlich „Prometheus“ betitelt), ist die Kirsche auf einer schon vorher herrlichen Torte: In 90 Minuten statuieren ROME ein Exempel dafür, wie wenig es für ein Konzert braucht, das unter die Haut geht: Keine Vorband, keine Zerrgitarren, keine Instrumente außer einer Akustikgitarre und zwei Percussion-Sets. Dafür zwei Musiker, die sich musikalisch blind verstehen, aber auch etwas zu sagen haben. Und dafür braucht es bisweilen nicht vieler Worte – im Gegenteil.
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Hi Moritz,
wie kommst du auf 30 Alben?
Mir ist nicht bekannt das es soviele Alben von Rome gibt.
Gruß
Oli
Naja, 28 – zumindest laut Wiki und Discogs?
https://www.discogs.com/de/artist/268792-Rome-4?superFilter=Releases&subFilter=Albums
Moin!
Ach okay, da fallen aber auch ne Menge Compilations und Live-Geschichten drunter…hatte mich schon gewundert.
War am 29.10.
In der Halle spielte Stray Form The Path gleichzeitig.
Vielen Dank nochmal für Stray! :-)