

Spätestens mit ihrem neuen Album „Helvetios“ und Nuclear Blast im Rücken sind ELUVEITIE im Olymp des Folk Metal angekommen. Und was auf Platte exzellent funktioniert, erweist sich live auch beim wiederholten Mal als eine wahnsinnig intensive Mischung unterschiedlichster Facetten: Dabei eröffnen die Schweizer ihr Programm wie gewohnt genau wie ihren letzten Longplayer. So tritt Sänger Chrigel mit Dudelsack vor die Menge und nach dem instrumentalen Auftakt soll München kollektiv hel(l)vetios werden. Harte Riffs gepaart mit Geige und Drehleier, dazu der Gesang von Anna Murphy und Chrigel. Bereits zu Beginn treten die Adern an den Schläfen des männlichen Fronters deutlich hervor, während er sich um Kopf und Kragen growlt. Im starken Kontrast dazu steht Annas Klargesang, der allerdings im Studio deutlich besser wirkt als live. Noch deutlicher wird dies später bei ihren Gesangsparts von „Alesia“, welches dieses Mal deutlich weniger gelingt als beim Paganfest 2012. Auch der Publikumschor bei „Inis Mona“ fällt spürbar schwächer aus als an gleicher Stelle vor rund sechs Monaten. So richtig warm werden scheinbar besonders die Sabaton-Jünger mit den Eidgenossen nicht, ist das Publikum mengenmäßig sogar unter dem Level des Openers. Auch der Sound ist zu basslastig, so dass Chrigels Stimme regelmäßig unter dem Schlagzeug regelrecht absäuft. Kein Vergleich zu den hervorragenden Studioproduktionen der Schweizer Szeneidole. Das Münchner Publikum wacht an diesem Tag auch erst richtig auf, als Chrigel es aktiv dazu auffordert, dem neuen Gitarristen Rafael zu zeigen, wie alle zusammen miteinander abgehen können. Lange hält der Elan allerdings nicht an, fällt die abschließende Wall of Death beim letzten Song „Havoc“ doch sehr mager aus. Als Anheizer vor Korpiklaani wirkten ELUVEITIE deutlich gelungener und auch passender als als direkter Support für Sabaton.

Früh spannen SABATON mit „Gott Mit Uns“ und „Poltava“ den Bogen zu ihrer aktuellen Veröffentlichung „Carolus Rex“. Der Titeltrack lässt auch nicht lange auf sich warten und München tobt. Es scheint beinahe nebensächlich, dass die Schweden nach zwölf Jahren mit drei neuen Musikern in die bayerische Landeshauptstadt zurückkehren. Schade ist lediglich, dass es nicht deren vier sind, da bei den oftmals keyboard-unterstützten Kompositionen eben jene Elemente aktuell noch vom Band kommen. Einen Nachfolger für Daniel Mÿhr haben SABATON bis dato nicht gefunden. Nichtsdestotrotz dürfen Klassiker wie „40:1“ und die Erfolgssingle „Cliffs Of Gallipolli“ in der Songauswahl nicht fehlen. Zwischen den Songs fordern die Fans lauthals immer wieder „Noch ein Bier“. Diesen Wunsch erfüllt das Quintett mehrfach bereitwillig. Bis auf unter 6 Sekunden wird die Bestzeit an diesem Abend gedrückt. Nur eine Dame fällt bei der kleinen Sauforgie durch, als sie für einen halben Liter knapp unter einen halben Minute braucht. Doch Fronter Joakim weiß auch mit solchen Situationen charmant umzugehen und lobt die Dame für ihre wunderschönen, großen…Augen.Während des gesamten Auftritts nimmt der Sänger seine Sonnenbrille nur einmal für die Fotografen ab, trotzdem strotzt er nur so vor Power und Charisma. Ab und an übertreibt er es zwar mit seinen ausufernden Ansagen, doch seine Fans fressen ihm auch bei längeren Pausen zwischen den einzelnen Liedern beinahe bedingungslos aus der Hand. Nach einem kurzen Ausflug in die musikalische Heimat mit „Swedish Pagans“ holen SABATON gegen Ende mit „Into The Fire“ und „Attero Dominatus“ noch zwei Stimmungsgranaten aus dem Köcher. Bei Zweiterem stimmt beinahe das gesamte ausverkaufte Backstage im Refrain mit ein und brüllt lauthals „…Dominatus“. Mit einigen Zugaben wie „Primo Victoria“ und dem witzigen „Metal Crüe“ geht ein schweißtreibender Abend schließlich zu Ende und Joakim bedankt sich noch einmal artig beim Münchner Publikum, welches besonders beim Headliner und Opener voll mitgeht.

The Final Countdown
The March To War
Ghost Division
Gott Mit Uns
Poltava
White Death
Carolus Rex
Karolinens Bön
40:1
Cliffs of Gallipoli
Swedish Pagans
Dominium Maris Baltici
The Lion From the North
The Hammer Has Fallen
Into the Fire Play
Attero Dominatus
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The Art of War
Primo Victoria
Metal Crüe
Dead Soldiers Waltz
Masters of the World
Die „Swedish Empire“-Tour könnte Rock The Nation problemlos auch als das „Total Package“ vermarkten, sind doch alle drei Bands auf ihre eigene Weise überzeugend. Death Metal-Anhängern und vergleichbaren Musikliebhabern werden die Kompositionen von WISDOM und auch das aktuelle Live-Material von SABATON durch die Riffs und den Klargesang zwar zu seicht sein, doch wer genau den Übergang zwischen Rock/Hardrock und etwas härterer Musik im Metalbereich suchst, wird hier genau richtig bedient. Einzig ELUVEITIE passten trotz zweifelsfrei vorhandener Qualitäten nicht so recht zu den anderen beiden Gruppen des Abends – und das nicht nur wegen des mangelnden Schwedenbezugs.

