Konzertbericht: Wednesday 13 w/ Sister

16.11.2013 Strom, München

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Nicht erst seit seinem starken Solo-Debüt „Transylvania 90210: Songs Of Death, Dying, And The Dead“ aus dem Jahre 2005 ist WEDNESDAY 13 eine feste Größe im Horror-Punk – schon die Vorgängerband Frankenstein Drag Queens From Planet 13 galt als Vorreiter des Genres, dem er später mit den Murderdolls, die er mit Slipknots Joey Jordison gründete, zu ungeahnter Aufmerksamkeit verhalf. Acht Jahre nach seiner ersten Deutschlandtour ist der Gruselrocker nun in Begleitung der Schweden SISTER zurück in Deutschland.

Sollte der München-Auftritt repräsentativ sein, dürfte die Tour wohl als voller Erfolg gewertet werden: Kurz vor Einlass um halb neun bildet sich eine beachtliche Schlange vor dem Münchner Strom, so dass es einige Zeit dauert, bis alle Fans in der Halle stehen.
sistter logoÜberraschend schnell geht es dann auch schon mit den Sleaze-Rockern SISTER los – statt des angekündigten Beginns um 21:30 stehen diese bereits um 21:00 auf der Bühne. Für die Anwesenden eine erfreuliche Verkürzung der Wartezeit, für alle, die sich an den auf der Homepage angegebenen Zeiten orientiert hatten, jedoch ärgerlich.
sister270Dem zunächst etwas reserviert wirkenden Publikum setzen die Schweden, die ihre Karriere als Glam-Rocker angefangen hatten, eine engagierte Show entgegen: Der etwas punkig angehauchte Sound von SISTER hat dabei zwar keinerlei Überraschungen zu bieten, erfüllt seine Funktion als Anheizer jedoch recht anständig und bietet den Fans immer wieder die Gelegenheit, die Nackenmuskeln aufzuwärmen.
Nach einer halben Stunde endet der Auftritt und SISTER werden vom Münchner Publikum herzlich verabschiedet: Den ein oder anderen neuen Fan dürfte die Band an diesem Tag wohl dazu gewonnen haben.

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Um kurz vor zehn ist es dann auch schon Zeit für den Headliner des Abends: Unter lautem Beifall betreten die Musiker von WEDNESDAY 13 die Bühne. Während seine Band gewohnt dezent geschminkt ist, zieht Wednesday13 selbst durch sein Outfit sogleich alle Blicke auf sich – jedoch nicht unbedingt bewundernde. Statt im Zombie-Look versucht sich Wednesday13 heute in bester Black-Metal-Manier mit Totenschädel-Schminke. Dass er damit eher wie ein Model für Kinderschminkartikel aus dem Faschings-Katalog von Karstadt erinnert, als irgendwie gruselig auszusehen, kann an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

Von diesem Styling-Fehlgriff abgesehen gibt es jedoch wenig Anlass zu Kritik: WEDNESDAY 13 rocken von der ersten Minute an kräftig drauf los und führen das Publikum in den gut 80 Minuten ihrer Show quer durch die W13-Diskographie – und darüber hinaus. Denn natürlich dürfen auch die Uralt-Klassiker „Rambo“, „197666“ und „I Love To Say Fuck“ im Set nicht fehlen, die vom Publikum frenetisch abgefeiert und mitgesungen werden.
Der durchweg sehr gute Sound an diesem Abend rundet den gewonnenen Eindruck ab – viel mehr kann man von einer WEDNESDAY-13-Show nicht erwarten. Mit der beruhigenden Gewissheit, dass Mr. 13 die schlechten Wünsche im finalen „Bad Things“ natürlich nicht persönlich meint, wie er mehrfach entschuldigend bekräftigt, lässt sich auch zu diesem Hit noch einmal bedenkenlos abfeiern, bevor der Auftritt schließlich unter tosendem Applaus sein Ende findet.
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Gewiss, eine Offenbarung war dieser Abend nicht – ebenso wenig eine irgend geartete Überraschung. Das jedoch ist auch nicht, was man von einem Horror-Punk-Konzert erwarten sollte. In Sachen Unterhaltungswert war dieser Auftritt jedoch weit vorne mit dabei und das Eintrittsgeld für alle Fans damit gut investiertes Geld.

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Setlist WEDNESDAY 13:
01. I Want You… Dead
02. Morgue Than Words
03. Scream Baby Scream
04. My Home Sweet Homicide
05. Get Your Grave On
06. I Wanna Be Cremated
07. The Ghost of Vincent Price
08. Put Your Death Mask On
09. Dixie Dead
10. Ghost Stories
11. Rambo
12. 197666
13. Hail Ming
14. We All Die
15. I Walked With A Zombie
16. Blood Sucker

17. I Love To Say Fuck
18. Bad Things

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