CD-Review: Wednesday 13 - Necrophaze – Antidote (EP)

Besetzung

Wednesday 13 – Gesang
Roman Surman – Gitarre
Jack Tankersley – Gitarre
Troy Doebbler – Bass
Kyle Castronovo – Schlagzeug

Gastmusikerin:
Calico Cooper – Gesang (Track 4)

Tracklist

01. Your Mother Sucks Cocks In Hell (Frankenstein-Drag-Queens-From-Planet-13-Cover)
02. Screwdriver 2 – The Return (Frankenstein-Drag-Queens-From-Planet-13-Cover)
03. Devil Inside (INXS-Cover)
04. Films (Gary-Numan-Cover)


In der Regel sollte man ein Gegengift schnell nach der Intoxikation verabreichen. WEDNESDAY 13 haben immerhin zwei Jahre verstreichen lassen, ehe sie zu ihrem Album „Necrophaze“ das „Necrophaze – Antidote“ in EP-Form nachreichen. Neue Songs gibt es allerdings keine zu hören, und auch sonst ist die EP ziemlich reizlos. Nicht zuletzt, weil sie ausschließlich digital vertrieben wird – eine schöne Picture-Vinyl- oder wenigstens eine CD-Version gibt es nicht.

Musikalisch bietet „Necrophaze – Antidote“ Gelegenheitshörern wenig Interessantes – und Die-hard-Fans wenig Neues. Die beiden ersten Songs dürften letztere nämlich schon von Joseph „Wednesday 13″ Pooles Vorgängerprojekt kennen, den Frankenstein Drag Queens From Planet 13. Sicher, „Your Mother Sucks Cocks In Hell“ ist auch bei Konzerten von WEDNESDAY 13 ein gerne gespielter Hit, eine Neuauflage ist also prinzipiell gerechtfertigt. In der hier gebotenen Version hat das Stück aber leider viel von seinem punkigen Charme verloren. Und „Screwdriver“ (im Original von „Night Of The Living Drag Queens“, 1998) klingt in der glattgebügelten Version „Screwdriver 2 – The Return“ schlichtweg belanglos.

Das Gleiche gilt leider für das (bereits zu Halloween 2020 veröffentlichte) Cover von INXS’ „Devil Inside“: Der lässige Rock-Charme des Originals (1987) wurde dem Stück zugunsten von recht stumpfem Punkrock ausgetrieben. Das Resultat klingt zwar nach WEDNESDAY 13 – ist damit aber weder als Song spannend noch als Hommage an das Original gelungen. Etwas besser klappt das bei „Films“ von Gary Numan: Hier gelingt es WEDNESDAY 13 mit Alice Coopers Tochter Calico Cooper als Gastsängerin etwas besser, dem 40 Jahre alten Stück (im Original auf „The Pleasure Principle“, 1979) ihren Stempel aufzudrücken, ohne es dabei zu erdrücken.

Über Jahrzehnte war es die Sammelwut der eingefleischten Fans, die das Konzept der EP getragen hat. Wer das ändern will, muss musikalisch mehr bieten als zwei halbgare Cover und zwei glattgebügelte Neuauflagen eigener Songs. Alles in allem macht „Necrophaze – Antidote“ bestenfalls Lust, mal wieder in den Orbit von Planet 13 zu reisen – die schmissigeren Originale der Frankenstein-Drag-Queens-Songs gibt es übrigens ebenfalls digital!

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