A Secret Revealed - When The Day

Review A Secret Revealed – When The Day Yearns For Light

Vor etwas weniger als drei Jahren präsentierten die Würzburger Newcomer A SECRET REVEALED mit ihrem Lifeforce-Debüt „Sacrifices“ einen frischen, im Post-Metal angesiedelten Sound, der mit eingängigen Melodien und rotzigen Hardcore-Elementen überzeugen konnte. Mit der abermaligen Unterstützung von Produzent und Freund Nikita Kamprad (Der Weg einer Freiheit) will die Combo den erworbenen Status als eine der vielversprechendsten Post-Bands der deutschen Szene mit dem Nachfolger „When The Day Yearns For Light“ nun untermauern.

Mit knapp unter 40 Minuten Spielzeit fällt die dritte Full-Length der Franken deutlich kürzer aus als der direkte Vorgänger – eine für das Genre an sich sehr geringe Dauer. Zum Vergleich: Cult Of Lunas „The Raging River“ kam mit einer beinahe identischen Spielzeit daher, wurde allerdings als EP deklariert. Doch dies soll das Quintett nicht davon abhalten, den Hörer mit seiner Atmosphäre zu binden und in die melancholische Welt A SECRET REVEALEDs zu entführen.

Mit dem Opener „As I Watch You Perish” entfesselt die Gruppe sogleich ein rasendes Ungetüm: Schlagzeuger Tilman Witschel bearbeitet seine Felle in einer Brutalität, dass diese einem fast leidtun können. Die schwarzmetallisch angehauchten Riffs drücken mit eingängiger Rhythmik aus den Boxen und Frontmann Michael Heim keift und schreit sich die Seele aus dem Leib. Gerade der Sänger überzeugt dabei mit seiner im Gegensatz zum Vorgänger nun vielseitiger eingesetzten Stimme und variiert die überwiegend im mittleren Tonspektrum angesiedelten Vocals gezielt mit Growls und höheren Screams. Der punktuell gelayerte Gesang strotzt dabei vor Kraft und steht dem wilden Treiben der Instrumentalfront in nichts nach. Mit einem melodischen Zwischenspiel im letzten Drittel des Titels lassen A SECRET REVEALED kurz die sanftere Seite ihres musikalischen Schaffens aufblitzen, die im weiteren Verlauf der Platte immer öfter in Szene gesetzt wird.

So gehen die Musiker auf den folgenden „No Shelter. No Hope.“ und „With Blind Apathy” deutlich bedachter zu Werke und kreieren mit düster-schönen Melodien eine fragile und bange Stimmung. Während die Parallelen zu Der Weg einer Freiheit dabei nach wie vor sehr präsent sind, lassen sich allerdings auch leichte Einflüsse aus dem finnischen Melodic Death ausmachen, die Fans von Insomnium oder Wolfheart aufhorchen lassen dürften.

Obwohl die Musik der Würzburger stets mit einem atmosphärischen Schleier überzogen ist, erschaffen A SECRET REVEALED mit „In Shoals“ ein sehr kontrastreiches Stück, bei dem die Hardcore-Wurzeln der Truppe stark zur Geltung kommen: Dynamische Rhythmen treffen auf flinke Stakkato-Riffs, sodass live statt reinem Berieselnlassen sogar kurzzeitig Pit-Action angesagt sein könnte.

Auch auf den letzten drei Tracks bündeln A SECRET REVEALED nochmal alle ihre Stärken, verbinden träumerische Melodien mit Blast-Beats und Hardcore-Riffs. Mal stechen dabei rasante Black-Metal-Passagen vermehrt hervor („Rotten“), mal die knackig punkigen Abschnitte („The Arsonist“). Dabei verrennt sich die Band nie in eines der angesprochenen Genres und lockert die Stimmung hier und dort mit hellen Gitarrenklängen oder auch dröhnenden Bässen auf. Besonders gut gelingt es den Franken dabei, den Hörer mit bekannten und wiederholenden Melodiemustern zu umwickeln, diese aber leicht abzuändern oder abzulösen, bevor Langeweile aufkommt.

Hierbei zeigt sich die kurze Spieldauer des Albums und der Songs (nur ein Lied überschreitet die Sechsminutenmarke) als besonders nützlich: A SECRET REVEALED gelingt es, den Hörer mit ihrem kurzweiligen Post-Metal in ihren Bann zu ziehen, ohne ihn dabei zu überfordern oder zu ermüden. Gerade Personen, die sich schon immer mal an dieses Genre herantasten wollten, denen ein Cult Of Luna- oder Downfall Of Gaia-Werk allerdings zu erschlagend wirkt, sei „When The Day Yearns For Light“ wärmstens empfohlen.

Dank einer rauen, aber druckvollen Produktion, die jedem Instrument genügend Freiraum zur Entfaltung gibt, abwechslungsreichem und geradlinigem Songwriting und einem Frontmann, dessen Stimme an Kraft und Vielseitigkeit zugelegt hat, gelingt A SECRET REVEALED mit „When The Day Yearns For Light“ der nächste Schritt auf der Karriereleiter. Die dritte Platte der Süddeutschen ist melancholisch und bedrückend, versprüht Schwermut und Resignation – und macht aufgrund seiner Vielschichtigkeit dennoch großen Spaß. Gemeinsam mit Der Weg einer Freiheits bevorstehendem „Noktvrn“ dürfte der post- und schwarz-metallische Herbst somit fest in unterfränkischer Hand sein.

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Wertung: 8 / 10

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