CD-Review: Aborted - Termination Redux (EP)

Besetzung

Sven De Caluwe – Gesang Mendel Bij De Leij – Gitarre Ian Jekelis – Gitarre JB Van der Wal – Bass Ken Bedene – Schlagzeug

Tracklist

01. Liberate Me Ex-Inferis 02. Termination Redux 03. Vestal Disfigurement Upon The Sacred Chantry 04. Bound In Acrimony 05. The Holocaust Re-Incarnate


Ein Bandjubiläum will gefeiert werden, besonders wenn man das 20jährige Bestehen der Band feiern kann. Begleitend zum Jubiläum bietet sich eine Veröffentlichung an, gern ein Best Of oder ein Live Album. ABORTED, die in ihrer zwei Dekaden umfassenden Karriere mehr Musiker gesehen haben als mancher Malermeister Farben, wiederum begehen die Festlichkeiten mit einer EP mit frischem Material, die den Namen „Termination Redux“ trägt.

Neben Sänger Sven de Caluwe ist das einzige Beständige an ABORTED die musikalische Ausrichtung. Denn auch wenn es kleinere Abstecher in die Gefilde des Melodic Death Metal und Modern Metal gab, sind die Belgier ihrem Stil doch stets treu geblieben. Dieser setzt sich aus einer Mischung aus Brutal Death Metal und Grindcore zusammen, der auch auf „Termination Redux“ zum Besten gegeben wird.
Nach einem knapp halbminütigen Intro schickt sich dann auch der Titeltrack direkt an dem Hörer die Kauleise aus dem Gesicht zu prügeln – ABORTED in Reinform. Wie eine Wand kracht der dichte Sound der Mannen auf den Lauschenden ein, die Gitarren verdichten das Grundgerüst der Rhythmusfraktion zu einer soliden Masse aus Klang, die aus den Boxen walzt und von Sven de Caluwe’s Growls gekrönt wird. Doch die Herren können nicht nur dreschen, auch den fetten Groove haben sie im Repertoire und lassen diesen während „Vestitial Disfigurement Upon The Sacred Chantry“ von der Leine. Dazu wird gegurgelter Gesang und en starkes Gitarrensolo serviert. Sehr schmackhaft. Auch „Bound In Acrimony“ groovt ordentlich und lässt doch in keiner Sekunde in dem Versuch nach, das Gehirn des Hörers durch heftige Gewalt in Matsch zu verwandeln. Das abschließenden „The Holocaust Re-Incarnate“ (mit über fünf Minuten der deutlich längste Song der EP) unterstreicht die technische Seite des ABORTED-Sounds und erinnert damit an Bands wie Dyscarnate oder Decapitated, ohne dass dabei die Brutalität auch nur ein Quäntchen sinken würde. Warum auch?

Nach 16 Minuten ist der Spuk dann auch schon wieder vorbei und der Hörer entweder sofort gewillt erneut auf „Play“ zu drücken oder aber den Silberling aus dem Fenster zu werfen, je nachdem wie man zu ABORTED steht. Denn so viel ist klar, die Belgier haben ihren Sound (schon vor einer ganzen Weile) gefunden und weichen von diesem auch nicht ab. Wer ABORTED und artverwandte Bands mag, wird mit der „Termination Redux“-EP seine helle Freude haben, wer Innovation sucht, hätte vorher wissen können, dass er hier an der falschen Adresse ist. Gut so.

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