CD-Review: Al-Namrood - Diaji Al Joor

Besetzung

Humbaba – Gesang
Mephisto – Gitarre, Bass, Percussion
Ostron – Keyboard, Percussion

Tracklist

01. Dhaleen
02. Zamjara Alat
03. Hawas Wa Thuar
04. Ejhaph
05. Adghan
06. Ya Le Taasatekum
07. Hayat Al Khezea
08. Ana Al Tughian
09. Alqab Ala Hajar


Es mag in Saudi-Arabien nur wenige Black-Metal-Bands geben – doch an Black Metal aus Saudi-Arabien mangelt es nicht (mehr). Grund dafür ist die Produktivität von AL-NAMROOD, die im siebten Jahr ihres Bandbestehens bereits ihr fünftes Studio-Album vorlegen.

Dieses trägt den Titel „Diaji Al Joor“. Worum es geht, bleibt des Arabischen nicht mächtigen Hörern einmal mehr verborgen – texten AL-NAMROOD doch auch diesmal durchweg in ihrer Muttersprache. Zumindest das Cover, auf dem Sklaven eine Herrscherstatue durch die Wüste ziehen, lässt bei der auch sonst oft systemkritischen Band entsprechende Themen erahnen.

Düster wie das Artwork sind auch die Klänge, die den Hörer auf „Diaji Al Joor“ erwarten: Nach einem düster-mystischen Intro mit „typisch arabischem“ Gesang geht es schnell zu kauzigem Black Metal über, der sich neben den arabischen Harmonien vor allem durch Humbabas kehligen Gesang hervorhebt. Während sich AL-NAMROOD technisch einmal mehr professionalisiert haben, mit druckvollem Sound überzeugen und auch Samples einsetzen („Hawas WA Thuar“), ist auf „Diaji Al Joor“ leider etwas von dem Flair verlorengegangen, der AL-NAMROOD in der Anfangszeit ausgemacht hat: Zwar ist auch das fünfte Album der Band von aus westlicher sicht schrägen Melodien geprägt – die traditionellen Instrumente und Percussion-Elemente der früheren Werke sucht man hier jedoch über weite Strecken vergeblich: Erst in der zweiten Albumhälfte („Ye Le Taasatekum“, „Hayat Al Khezea“) kommen auch instrumental orientalische Klänge ins Spiel.

Damit lassen AL-NAMROOD ein charakteristisches Merkmal ihrer frühen Alben leider etwas in den Hintergrund treten. Ungewöhnlich genug bleibt die Musik der Saudi-Araber natürlich trotzdem und in der Konsequenz wirkt „Diaji Al Joor“ insgesamt strukturierter, nachvollziehbarer und sogar eingängiger als der direkte Vorgänger, „حين يظهر الغسق (Heen Yadhar Al Ghasq)„. So ist „Diaji Al Joor“ schlussendlich vielleicht nicht das experimentellste Album der Band, bietet dem unbeleckten Hörer aber gerade deshalb fraglos den leichtesten Einstieg aller bisherigen Veröffentlichungen von AL-NAMROOD.

Bewertung: 8 / 10

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