Review Asphagor – The Aphotic Vortex

  • Label: Immortal Frost
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Black Metal

Die raue See, der tiefe Ozean – ein Bild, das schon viele Bands in seinen Bann gezogen hat. Seien es ISENORDAL mit ihrem Album „Shores Of Mourning“, EIS mit „Galeere“ oder AHAB, die das nautische Thema gar als Rahmen für ihre Musik verwenden – das große Wasser ist und bleibt ein Motiv der Inspiration. So auch für ASPHAGOR aus Angerberg in Tirol. Die Extreme-Metal-Formation verdient sich nun seit 17 Jahren ihre Sporen und legt mit „The Aphotic Vortex“ ihren fünften Streich vor.

Nach dem unheilvollen Intro „Procession“ startet das Album mit „Gates Of Manifested Hell“. Anfangs noch relativ vertrackt, bieten ASPHAGOR eine gelungene Mischung aus Black und Death Metal mit viel Atmosphäre. Die progressiven Anklänge bei Riffs und Drums bringen sofort eine hohe Dynamik ein. Im Gegensatz dazu wirkt das folgende Interlude „Nostromo“ fast befriedend. Das schafft allerdings nur kurzzeitig Ruhe, denn auf „Rites Of Embarkation“ wird die Geschwindigkeit erstmals deutlich angezogen. Der im besten Sinne konventionelle Black Metal, den ASPHAGOR hier liefern, ist nicht nur melodisch und abwechslungsreich, sondern auch ausgesprochen mitreißend.

„Path To Devotion Pt. I“ nimmt anschließend die gerade gewonnene Fahrt wieder heraus – etwas schade, da „The Aphotic Vortex“ ein wenig mehr Vehemenz gut stünde. Doch ganz dem Wellencharakter des Albums entsprechend bringt „Path To Devotion Pt. II“ den Schwung zurück und überzeugt erneut mit vielfältigen Arrangements, variablem Tempo und einem prägnanten Gitarrensolo. Ein wenig fühlt man sich beim Treiben von ASPHAGOR auch an HELRUNAR erinnert. Melodiöse Reminiszenzen bietet „The Aphotic Vortex“ in Hülle und Fülle.

Die Band hat sich ihre Vielseitigkeit – wie schon auf „Pyrogenesis“ – vollends bewahrt. Erfrischend ist, wie selbstverständlich die rabiaten Momente eines „Into The Storm“ neben dem getragenen Songwriting eines „Dissolution“ bestehen, das „The Aphotic Vortex“ schwelgerisch seinem Ende entgegenträgt. Dass das Album „nur“ etwas über 37 Minuten Spielzeit umfasst, ist dem konzeptionellen Ansatz – gleich einer kompakten Kurzgeschichte – durchaus dienlich.

ASPHAGOR ist mit „The Aphotic Vortex“ ein über weite Strecken stimmiges Album gelungen. Die Songs sind kompositorisch abwechslungsreich und durch viel Melodie sowie einige entrückte Momente intensiv geraten. Ein kleiner Wermutstropfen sind die Interludes: Sie sind zwar atmosphärisch schön gestaltet, durchbrechen aber nicht immer die Gesamtdynamik zugunsten der sonst großartigen Stücke.

Da aus den Promo-Infos kaum etwas zum übergeordneten Konzept hervorgeht, bleibt unklar, welchen erzählerischen Zweck diese Zwischenspiele erfüllen sollen. Dadurch wirkt „The Aphotic Vortex“ an manchen Stellen unnötig gebremst. Insgesamt ist Album Nummer fünf in der ASPHAGOR’schen Diskografie jedoch ein spannender Beitrag im oft eintönigen Feld des angeschwärzten Extreme Metals.

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Wertung: 8 / 10

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2 Kommentare zu “Asphagor – The Aphotic Vortex

  1. Falls du es noch nicht kennst, dann hör dir mal „Houle“ aus Frankreich an.
    Die machen ebenfalls Melodic Black Metal mit großes-Wasser-Thematik und setzen das in meinen Augen mega gelungen um.
    Würde mich über eine Review über deren Releases (bislang nur eine 10/10 EP und ein 9/10 Album) hier freuen, die haben mehr Aufmerksamkeit verdient.

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