CD-Review: Asphagor - The Cleansing

Besetzung

Morgoth - Gesang
Hybreos - Gitarre
M. Zanesco - Bass
M. E. Sargoth - Schlagzeug

Sessionmusiker:
Hybreos - Gitarre

Tracklist

01. The Delphic Throne
02. Sun Devourer
03. The Solipsist
04. (In The Sea) Of Empty Shells
05. 101815
06. Ardor
07. Circle Of Abbadon
08. Monodia (He, My Wall)
09. Aurora Nocturna
10. The Cleansing


Irgendetwas muss im österreichischen Wasser sein, dass Black Metal Bands aus diesem Land ein starkes Album nach dem Anderen produzieren lässt. Man höre sich nur die letzten Scheiben von Anomalie, Belphegor oder Harakiri For The Sky an, die nur so vor Spielfreude und Raffinesse strotzen. Spätestens mit ihrem neuem Werk „The Cleansing“ reihen sich ASPHAGOR nun in die Reihe dieser starken Bands aus unserem Nachbarland ein.

Mit zehn Songs und einer Spielzeit von etwas über einer Stunde legen ASPHAGOR dabei ein echtes Mammutwerk vor, nicht nur im Hinblick auf die Länge des Albums. Auch musikalisch fahren die Jungs hier die großen Geschütze auf. ASPHAGOR spielen nämlich nicht einfach nur Black Metal, sondern reichern ihre Musik mit packenden Melodien, erhabenem Klargesang und interessanten Wendungen im Songwriting an. Dabei klingt „The Cleansing“ aber nie verkopft oder bemüht, sondern eher wie ein komplexes Best-Of der letzten Jahrzehnte des Black Metal.

Bereits der Opener „The Delphic Throne“ transportiert sowohl klassisches Black-Metal-Feeling, als auch eine gewisse Note räudigen Hardcore/Punk-Charme der späten 80er und frühen 90er. Und spätestens mit dem folgenden „Sun Devourer“ halten dann auch die großen Melodien Einzug in die Songs von „The Cleansing“. Bereits damit dürfte nun ersichtlich sein, wie vielschichtig das Songwriting von ASPHAGOR ist. Man nehme nur das sehr starke „Circle Of Abbadon“: Neben den bereits erwähnten Melodien finden sich hier auch bedrohlich wirkende Soundwände, sehr schnelle Passagen und Tapping-Soli auf höchstem Niveau. Klar steigt man in Songs dieser Art nicht sofort ein, aber wer etwas Geduld und eine Vorliebe für komplexe Songs mitbringt, wird mit sehr spannender und abwechslungsreicher Musik belohnt.

Absolutes Prunkstück der Platte und jetzt schon einer der Songs des Jahres ist „Aurora Nocturna“. Melodischer, eigentlich schon hymnischer Black Metal in dieser Perfektion ist nur schwer zu finden. Eine hypnotische Melodie, Chorsätze, zweistimmige Vocals, brutale Parts und ein unglaublich tightes Heavy-Metal-Solo verleihen dieser Nummer etwas einzigartiges und überwältigendes. Das Teil nicht live zu spielen wäre fast schon ein Verbrechen.

Aber bei allem Lob und Überschwang hat „The Cleansing“ leider auch eine kleine Schwäche: Im Gesamten ist die Spielzeit doch etwas zu lang. Trotz des variantenreichen und spannenden Songwriting weißen ein paar Tracks doch Durchhänger auf. So hätten vor allem „(In The) Sea Of Empty Shalls“ oder „Ardor“ ruhig etwas kürzer ausfallen können.

Trotzdem ist ASPHAGOR mit „The Cleansing“ ein mehr als nur überzeugendes und starkes Album gelungen, dass bereits jetzt als eines der besten Black-Metal-Alben des Jahres gelten kann.

Bewertung: 8.5 / 10

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