CD-Review: Behemoth - Demigod

Besetzung

Nergal – Gesang. Gitarren
Orion – Bass
Inferno – Schlagzeug, Percussion

Seth – Gitarren
Karl Sanders - Gitarre

Tracklist

01. Sculpting The Throne Ov Seth
02. Demigod
03. Conquer All
04. The Nephilim Rising
05. Towards Babylon
06. Before Aeons Came
07. Mysterium Coniunctionis (Hermanubis)
08. XUL
09. Slaves Shall Serve
10. The Reign Of Shemsu-Hor


Mit „Demigod“ legen die Polen BEHEMOTH ihr inzwischen siebtes Album vor. In den knapp 40 Minuten bleibt man zwar von Überraschungen weitgehend verschont, aber die erwartet man hier wohl auch nicht. Vom Black Metal der Anfangstage ist spätestens jetzt endgültig nichts mehr übrig.

Freunde von melodischem Death Metal werden mit „Demigod“ nicht allzu viel Spaß haben. Stattdessen gibt es einen Wutbrocken mit schier endlos scheinender Aggressivität und einer Brutalität, die den Hörer nach Strich und Faden vermöbelt. Das ziehen BEHEMOTH von Anfang bis Ende durch. Nach einem recht kurzen Intro steigt „Sculpting The Throne Ov Seth“ gleich voll ins Gas und ist so ein hochklassiges Stück schnellen und technischen Death Metals. Die Rhythmusabteilung ist dabei derart dominant, dass die Leads und zwischendurch mal angedeuteten Melodien hinter einer Wand aus Blastbeats und brutalen Riffs schon fast völlig untergehen.

Das ist auch einer der wenigen Kritikpunkte an einem ansonsten überzeugendem Album: Die wirklich gelungenen Leads und Soli, wie etwa in „XUL“, hätten ruhig etwas mehr Aufmerksamkeit im Rahmen der Produktion bekommen können. Aber so schlimm wirkt sich das auf das Gesamtprodukt nicht aus, denn hier ist schließlich eins der extremsten Alben des Jahres geboten, und genau darauf ist die Mischung auch merklich ausgerichtet.

Über den Gesang lässt sich diskutieren. Zwar klingt, was Nergal etwa in ersten zehn Sekunden von „Slaves Shall Serve“ abliefert, mächtig böse – an diversen Stellen wirkt sein Gebelle aber auch ziemlich lächerlich. Etwa verglichen mit seinem Kläfferkollegen Glenn Benton von Deicide ist das hier gebotene aber doch noch einige Klassen besser.

Was bleibt, ist ein brutales Death Metal-Album, das wohl jeden Anhänger der Stilrichtung begeistern dürfte. Morbid Angel oder auch Nile kann man hier wohl als entfernte Vergleiche heranziehen, zumal Karl Sanders von letzteren als Lead-Gitarrist auch noch eine Gastrolle übernimmt. Gegenüber dem neuen Album „The Beast“ ihrer Landsmänner von Vader haben BEHEMOTH damit einen klaren Punktsieg eingefahren.

Bewertung: 8 / 10

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