CD-Review: Behemoth - And The Forests Dream Eternally (EP, Re-Release)

Besetzung

Nergal – Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug (Track 5)
Rafał „Frost“ Brauer – Gitarre
Baal – Schlagzeug

Tracklist

CD 1 - EP
01. Transylvanian Forest
02. Moonspell Rites
03. Sventevith (Storming Near The Baltic)
04. Pure Evil And Hate
05. Forgotten Empire Of Dark Witchcraft

CD 2 - Bonus Vintage Material
01. Transylvanian Forest (Merry Christless Festival 2017)
02. Moonspell Rites (Loud Park Festival 2013, Japan)
03. Pure Evil And Hate (Brutal Assault Festival 2000),
04. Transylvanian Forest (Pagan Triumph Tour 1996, Netherlands)
05. Transylvanian Forest (Riviera Remont Club 1996, Portugal)
06. Sventevith (Storming Near The Baltic) (Rehearsal 1)
07. Moonspell Rites (1993 Preproduction)
08. Pure Evil And Hate (1993 Rehearsal)
09. Moonspell Rites (1993 Rehearsal)


Dank einem effizienten Mix aus musikalischer Vision, technischer Brillanz und geschicktem Marketing sind BEHEMOTH zur Speerspitze der Black-Death-Szene avanciert. Dass auch Nergal und Konsorten mal rumpeligen True Black Metal gemacht haben, gerät bei so viel Perfektion und Strahlkraft gerne mal in Vergessenheit. Mit dem Re-Release von „And The Forests Dream Eternally“ arbeiten Metal Blade Records dem nun entgegen – wenngleich der Release am Ende vermutlich doch nur die Die-hard-Fans interessieren dürfte, während für alle anderen BEHEMOTH die polierten Polen-Deather bleiben. Doch eigentlich wäre das schade.

Tatsächlich sind die beiden Tonträger, die hier mit extra dickem 40-Seiten-Booklet mit alten Bildern, Interviewausschnitten und Liner Notes ausstaffiert herausgebracht werden, zunächst einmal für eingefleischte Fans interessant. Das gilt vor allem für die zweite CD, auf der unter dem Begriff „Bonus Vintage Material“ so ziemlich alles zusammengeschmissen wurde, was an alten Tonspurschnipseln noch aufzutreiben war: Liveaufnahmen aus der Zeit von 2017 bis zurück ins Jahr 1996, aber auch Proberaum-Mitschnitte und frühe Preproduction-Tracks von 1993. Das klingt schlussendlich genauso furchtbar, wie es sich liest – dünn, kratzig, schief und untight – und ist gerade deswegen auch wieder cool: Wer solches Material rausgeben kann, ohne einen Imageschaden fürchten zu müssen, hat es wirklich geschafft. Und irgendwie ist es ja auch beruhigend, zu hören, dass auch eine Band wie BEHEMOTH nicht schon immer perfekt war.

Die erste CD hingegen enthält mit der titelgebenden EP „And The Forests Dream Eternally“ das musikalisch deutlich relevantere Material: der Zeit und dem damaligen Grad an Professionalität entsprechend rohen, kalten und auch etwas rumpelnden Black Metal, dem man einen gewissen ursprünglichen Charme aber selbst aus heutiger Sicht nicht absprechen kann. Als Fan der BEHEMOTH dieses Jahrtausends muss man die Songs freilich nicht gut finden – ein Stück Black-Metal-Geschichte ist diese, 1995 ursprünglich beim italienischen Label Entropy Productions erschienene EP aber allemal.

Muss man die Bonus-CD gehört haben? Definitiv nicht. Ist sie trotzdem unterhaltsam? Irgendwie ja. Und auch wenn man die eigentliche EP, „ And The Forests Dream Eternally“, sicher nicht lieben muss, sollte man sie als BEHEMOTH-Fan zumindest kennen. Mit dem, was Neueinsteiger in das Genre heute als (auch straighten) Black Metal präsentiert bekommen, hat diese Musik freilich ebenso wenig zu tun wie mit BEHEMOTH heute – umso lohnender ist vielleicht der Blick zurück in die Vergangenheit und auf die Ursprünge dieser nun so glanzvollen Band.

Keine Wertung

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