Review Behemoth – And The Forests Dream Eternally (Re-Release)

  • Label: Metal Blade
  • Veröffentlicht: 2020
  • Spielart: Black Metal

Dank einem effizienten Mix aus musikalischer Vision, technischer Brillanz und geschicktem Marketing sind BEHEMOTH zur Speerspitze der Black-Death-Szene avanciert. Dass auch Nergal und Konsorten mal rumpeligen True Black Metal gemacht haben, gerät bei so viel Perfektion und Strahlkraft gerne mal in Vergessenheit. Mit dem Re-Release von „And The Forests Dream Eternally“ arbeiten Metal Blade Records dem nun entgegen – wenngleich der Release am Ende vermutlich doch nur die Die-hard-Fans interessieren dürfte, während für alle anderen BEHEMOTH die polierten Polen-Deather bleiben. Doch eigentlich wäre das schade.

Tatsächlich sind die beiden Tonträger, die hier mit extra dickem 40-Seiten-Booklet mit alten Bildern, Interviewausschnitten und Liner Notes ausstaffiert herausgebracht werden, zunächst einmal für eingefleischte Fans interessant. Das gilt vor allem für die zweite CD, auf der unter dem Begriff „Bonus Vintage Material“ so ziemlich alles zusammengeschmissen wurde, was an alten Tonspurschnipseln noch aufzutreiben war: Liveaufnahmen aus der Zeit von 2017 bis zurück ins Jahr 1996, aber auch Proberaum-Mitschnitte und frühe Preproduction-Tracks von 1993. Das klingt schlussendlich genauso furchtbar, wie es sich liest – dünn, kratzig, schief und untight – und ist gerade deswegen auch wieder cool: Wer solches Material rausgeben kann, ohne einen Imageschaden fürchten zu müssen, hat es wirklich geschafft. Und irgendwie ist es ja auch beruhigend, zu hören, dass auch eine Band wie BEHEMOTH nicht schon immer perfekt war.

Die erste CD hingegen enthält mit der titelgebenden EP „And The Forests Dream Eternally“ das musikalisch deutlich relevantere Material: der Zeit und dem damaligen Grad an Professionalität entsprechend rohen, kalten und auch etwas rumpelnden Black Metal, dem man einen gewissen ursprünglichen Charme aber selbst aus heutiger Sicht nicht absprechen kann. Als Fan der BEHEMOTH dieses Jahrtausends muss man die Songs freilich nicht gut finden – ein Stück Black-Metal-Geschichte ist diese, 1995 ursprünglich beim italienischen Label Entropy Productions erschienene EP aber allemal.

Muss man die Bonus-CD gehört haben? Definitiv nicht. Ist sie trotzdem unterhaltsam? Irgendwie ja. Und auch wenn man die eigentliche EP, „ And The Forests Dream Eternally“, sicher nicht lieben muss, sollte man sie als BEHEMOTH-Fan zumindest kennen. Mit dem, was Neueinsteiger in das Genre heute als (auch straighten) Black Metal präsentiert bekommen, hat diese Musik freilich ebenso wenig zu tun wie mit BEHEMOTH heute – umso lohnender ist vielleicht der Blick zurück in die Vergangenheit und auf die Ursprünge dieser nun so glanzvollen Band.

Keine Wertung

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Ein Kommentar zu “Behemoth – And The Forests Dream Eternally (Re-Release)

  1. Kann man als BEHEMOTH Fan haben, muss man nicht. Zumal die EP vor paar Jahren zusammen mit der „Bewitching The Pomerania“ EP auf einer CD erschienen ist, welche immer noch erhältlich ist. Die Bonus Disc reißt auch nicht wirklich vom Hocker, da der geneigte Hörer mit der Demo Zusammenstellung „Demonica“ eigentlich besser bedient ist.
    Dickes Minus gibt es für die Aufmachung: Diese Stecklaschen in denen sich die CD’s befinden zerkratzen die CD’s.

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