CD-Review: Behemoth - Demonica

Besetzung

Nergal – Gitarre, Bass, Gesang
Frost – Gitarre
Baal – Schlagzeug
Orion – Bass
Inferno - Schlagzeug

Tracklist

CD 1:
01. …Of My Worship (Intro)
02. Summoning Of The Ancient Gods
03. The Arrival (Instrumental)
04. Dark Triumph
05. Monumentum
06. Rise Of The Blackstorm Of Evil
07. Aggressor
08. Goat With A Thousand Young (Instrumental)
09. Bless Thee For Granting Me Pain
10. Cursed Angel Of Doom
11. Transylvanian Forest

CD 2:
01. From Hornedlands To Lindisfarne
02. Thy Winter Kingdom
03. Summoning (Of The Ancient Ones)
04. The Dance Of The Pagan Flames
05. Blackvisions Of The Almighty
06. Fields Of Haar-Meggido
07. Deathcrush (Mayhem-Cover)
08. Moonspell Rites
09. Blackvisions Of The Almighty
10. Pure Evil & Hate
11. The Oak Between The Snows (Instrumental)
12. Spellcraft & Heathendom


Worauf einige Fans sicherlich lang gewartet, haben ist nun endlich erschienen: Die ersten Demos der Polen BEHEMOTH, genauer gesagt die ersten Gehversuche von Mastermind Nergal und seiner musikalischen Vision. Wie die meisten wohl längst wissen werden, hatten die Anfänge BEHEMOTHs herzlich wenig mit dem zu tun, was heute unter diesem Namen erscheint. Recht rauer und dennoch sehr melodischer Black Metal wurde Anfang der 90er-Jahre gespielt, ohne Zweifel sehr stark beeinflusst von der zweiten Black-Metal-Welle aus Norwegen. In diesem Boxset sind zwei CDs enthalten, darauf die Demos „The Return On The Northern Moon“ und “From The Pagan Vastlands”, gespickt mit einigen zusätzlichen Bonustracks.

Wenn man also die erste Scheibe in den CD Player schiebt, bekommt man also die allererste Demo von BEHEMOTH zu hören. Dass hier noch nicht alles Gold war, was glänzte, dürfte klar sein. So klingt alles sehr roh, etwas holprig und lässt auf songwriterischer Ebene nicht mal im Traum an die heutige Klasse der Polen denken. Dennoch bekommt man ein gutes Gefühl dafür, was Nergal & Co. bereits damals im Kopf hatten und wo sie hin wollten.

Auf der „From The Pagan Vastlands“-Demo zeigen sich die Polen ganz klar gereift, obwohl zwischen beiden Veröffentlichungen gerade mal ein Jahr lag. Hier wird sehr atmosphärischer, melodischer und dennoch ungeschliffener Black Metal geboten. Dass Nergal immer der Kopf der Band war, lässt sich hier unschwer raushören, so erinnern hier und da ein paar Parts und Melodien auch an die neueren Releases der Band und das, obwohl nun in gänzlich anderer Besetzung gezockt wird. Ein Songwriter kann seine Handschrift also nie verstecken, auch wenn der Musikstil, in dem seine Visionen Platz finden leicht geändert wird.

Kommen wir nun also auf die zusätzlichen Stücke zu sprechen. Besonders interessant sind hierbei die neu aufgenommenen Versionen von den beiden alten Stücken „Transylvanian Forest“ und „Spellcraft & Heathendom“. Verpackt wurden diese Stücke in das Soundgewand von „Demigod“, das ihnen verdammt gut zu Gesicht steht. Gerade ein Stück wie „Spellcraft & Heathendom“, das früher wohl eindeutig als Black Metal durchgegangen ist, könnte ohne Probleme auf einer neuen Veröffentlichung der Polen stehen und dort sogar als eines der Highlights sein. Beeindruckend.

Das 44-seitige Booklet ist verdammt schön aufgemacht und eine Freude für die Augen, während die Ohren der Musik zuhören. Neben ausführlichen Linernotes von den BEHEMOTH-Mitgliedern der Anfangstage und natürlich Nergal bekommt der Fan hier unzählige rare Bilder zu bewundern, welche wirklich sehr geschmackvoll in das Design integriert und nicht bloß irgendwie zusammengeschustert wurden. Hier steck viel Liebe im Detail, das merkt man beim Durchblättern des Büchleins zu jeder Sekunde. Integriert wurde dieses Booklet in eine Art Buch, welches auch die beiden Scheiben beherbergt und zudem noch in eine Papphülle gesteckt werden kann. Für den doch recht niedrigen Preis also ein durchaus erschwingliches Stück Musik, welches man eigentlich schon allein wegen der Verpackung besitzen sollte. Und wer Nergal schon immer mal nur mit Patronengurt bekleidet und mit Handtuch vor seinem besten Stück in der Dusche sehen wollte, muss eh zugreifen.

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