CD-Review: Behemoth - Thelema.6

Besetzung

Nergal - Gesang, Gitarre
Havoc - Gitarre
Novy - Bass
Inferno - Schlagzeug

Tracklist

01. Antichristian Phenomenon
02. The Act of Rebellion
03. Inflamed With Rage
04. Pan Satyros
05. Natural Born Philosopher
06. Christians to the Lions
07. Inauguration of Scorpio Dome
08. In the Garden of Dispersion
09. The Universe Illumination
10. Vinvm Sabbati
11. 23 (The Youth Manifesto)
12. The End


Gerade mal ein Jahr ist vergangen, seit BEHEMOTH mit “Satanica“ ihre Fans beglückten. Dass ein neues Album nach so kurzer Zeit kein schlechtes sein muss, zeigt „Thelema.6“. BEHEMOTH wirken technischer und experimentierfreudiger als auf den vorherigen Alben. Auch wirken die Songs strukturierter und Inferno beweist erneut sein können am Schlagzeug.

In den ersten 20 Sekunden des Albums weisen die Polen den Hörer in einem kurzen Sample darauf hin, dass der größte Teil der Menschheit lebenunwürdig sei, ehe die Gitarren einsetzen und das Geknüppel beginnt. Inferno zeigt direkt zu Beginn, was er kann, und beeindruckt mit faszinierenden Variationen am Schlagzeug. Ein durchaus schöner Introsong, der durch seine treibende Melodie überzeugt.

„The Act Of Rebellion“ legt ohne langes Intro direkt los. Der Aufbau des Songs wirkt zuerst etwas verstörend, bis die Absicht des Aufbaus nach zweieinhalb Minuten, eine Mischung aus Zauberspruch und Kinderlied, deutlich wird. Ein Klasse Song, der von mal zu mal besser wird. Weiter geht es mit „Inflamed With Rage”, welcher bis auf die sehr aggressiven Riffs nichts Außergewöhnliches aufweist. Nach dem typischen BEHEMOTH-Aufbau wird hier ein Song dargeboten, der den Hörer auf den kommenden Höhepunkt vorbereitet. Dieser ist nämlich eindeutig „Pan Satyros”. Geniale Gitarrenarbeit gepaart mit Blastbeats machen allein schon die erste Minute zu einem Genuss. Der ganze Song wird von der Lead-Gitarre sowie Nergals Gesang nahezu dominiert. Dazu passt das kurze Gitarrensolo wunderbar. Der hier das erste Mal auftauchende gesprochene Background-Gesang unterstreicht die komplette Wucht dieses Liedes.

Dieser „leise“, gesprochene Background-Gesang wird bei „Natural Born Philosopher“ erneut aufgenommen. Nach einem Fade-In bricht das Inferno erneut über den Hörer herein, bis der Song Urplötzlich bei 2:13 Minuten für wenige Sekunden stoppt, um dann in einem anderen Schema sein Ende zu finden. Gelungene Abwechslung in einem Song verpackt. Der letzte Satz „Your God is Dead now“ bietet den idealen Übergang zu „Christians to the Lions“, indem BEHEMOTH sich noch einmal von ihrer musikalisch besten Seite zeigen. Der Refrain bleibt im Kopf und wird durch Nergal perfekt rübergebracht. Ein Live-Meisterwerk haben BEHEMOTH mit „Inauguration Of Scorpio Dome“ erschaffen. Krachende Gitarren und ein hämmernde Doublesbass kombiniert mit der Textpassage „Inauguration Of Scorpio Dome“, die jeder Fan auch mit mehreren Promille noch grölen kann. Ein klasse Song, nur leider viel zu kurz. Genau das gleiche lässt sich auch über „In the Garden of Dispersion” sagen.

„The Universe Illumination” dürfte nun auch den letzten zum Headbangen bringen. Auch hier setzt man auf die typische Songstruktur, sodass hier Klasse ohne große Experimente geboten wird. Bei „Vinvm Sabbati“ weiß der Gesang auf eine andere Art zu gefallen. Die Melodie ist durch einen ägyptischen / orientalisches Touch geprägt. Hier fällt ebenso der Bass besonders auf, der im Vergleich zu „Satanica“ und auch den späteren Werken deutlich dominanter wirkt. Der letzte Song beginnt mit einem klasse Gitarrensolo, bevor er mit langsam treibender Melodie das Album zum eigentlichen Ende bringt. Einzig das im Anschluss sich noch befindliche „The End“ verhindert den total perfekten Abschluss. Die einzige Textzeile („Free your mind, follow the white rabbit!”) hätte man meiner Meinung nach besser verpacken können.

Alles in allem, liegt hier ein Album vor, dass auf ganzer Länge überzeugen kann. Trotz der ein oder anderen Schwäche, die manche Songs mit sich bringen, die allerdings kaum erwähnenswert sind, kann man „Thelema.6“ jedem Fan dieser Musikrichtung wärmstens empfehlen. Das limitierte Digipack wartet mit vier zusätzlichen Songs auf.

Bewertung: 9 / 10

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