Das Cover von "Celebrate" von Black Stone Cherry

Review Black Stone Cherry – Celebrate (EP)

  • Label: Mascot
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Hard Rock

Einst als große Hoffnung des Southern Rock gefeiert, haben BLACK STONE CHERRY alle Hoffnungen erfüllt und das Genre für jüngere Generationen revitalisiert. Aus den einstigen Newcomern ist nach einem Vierteljahrhundert eine unaufhaltsame Tour-Maschine geworden, die regelmäßig neue, starke Alben veröffentlicht und zuletzt sogar in der legendären Royal Albert Hall aufgetreten ist. Drei Jahre nach ihrem letzten Album „Screaming At The Sky“ kehrt die Band nun mit der EP „Celebrate“ zurück.

Zunächst fällt auf, dass „Celebrate“ zwar als EP vermarktet wird, mit sieben Songs aber ganz schön viel Songmaterial bietet – in der NWOTHM wäre das schon ein ganzes Album. In den 25 Minuten Spielzeit, die diese Nummern ergeben, tun BLACK STONE CHERRY im Großen und Ganzen das, was man bereits von ihnen kennt – sie spielen breitbeinigen Southern Rock, der in erster Linie von gradlinigen, fetten Riffs, ebenso breiter Produktion und der souligen Stimme von Frontmann Chris Robertson lebt. Das hat die letzten die letzten 25 Jahre funktioniert und tut es auch jetzt.

Dank der mitreißenden Refrains holt dieser Mix auch bei beiläufigem Hören sofort ab und erinnert in Nummern wie dem Titeltrack, „Neon Eyes“ und vor allem „I`m Fine“ an eine weniger biedere Version der Chartbreaker NICKELBACK. Wie erwähnt ist das nichts, was man nicht vor allem von BLACK STONE CHERRY selbst schon oft gehört hat, aber es ist eben auch gewohnt stark und fährt vor allem in „Caught Up In The Up Down“ mit seinem coolen Groove sofort in den Taktfuß.

Eine kleine Veränderung gegen über früheren Platten von BLACK STONE CHERRY gibt es auf „Celebrate“ aber doch: Entgegen des Titels versprüht die Platte nicht nur die reine Partystimmung. Zwar sind alle stilbildenden Elemente des Sounds der Band präsent und Spaß wird nach wie vor groß geschrieben, aber nicht nur im geerdeten „Deep“ oder dem hymnischen, aber eben auch überraschend harten „What You`re Made Of“ geben sich die Burschen aus Kentucky deutlich nachdenklicher als in der Vergangenheit. Die Zeiten sind eben schwieriger geworden.

Am Ende ist es nicht nur gar nicht schlimm, sondern sogar absolut angemessen, dass „Celebrate“ nicht als Album vermarktet wird, denn trotz ihrer nicht zu leugnenden Qualität fehlen der EP die ganz großen Hits, die eigentlich jede Veröffentlichung der Band gekennzeichnet haben. BLACK STONE CHERRY bleiben sich hier unüberhörbar treu, zeigen ab und an aber auch ein etwas anderes Gesicht. Das ist spannend, kann aber nicht den Umstand kaschieren, dass sich manche Nummer auf „Celebrate“ nach B-Seite anfühlt.

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Thomas Meyns

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