CD-Review: Black Tusk - T.C.B.T.

Besetzung

Andrew Fidler - Gitarre, Gesang
Corey Barhorst - Bass, Gesang
James May - Schlagzeug, Gesang
Chris "Scary" Adams - Gitarre, Gesang (live)

Tracklist

01. A Perfect View Of Absolutely Nothing
02. Closed Eye
03. Agali
04. Lab Rat
05. Scalped
06. Ghosts Roam
07. Ill At Ease
) 08. Rest With The Dead
09. Never Ending Daymare
10. Orange Red Dead
11. Whispers
12. Burn The Stars


BLACK TUSK, das war zumindest optisch immer in erster Linie Jonathan Athon – der bärige Bassist und Sänger mit dem eindrucksvollen Bart, der mit seiner grundsympathischen Art jeden Zuschauer mitzureißen vermochte. Bis Athon am 09.11.2014 an den Folgen eines Motorradunfalls verstarb. Für die hinterbliebenen Musiker war schnell klar: Es geht weiter – mit seinem Freund Corey Barhorst (ehemals Kylesa) am Bass und jeder Menge Wut im Bauch.

Auf das 2016er-Album „Pillars Of Ash“, an dessen entstehung Athon noch selbst beteiligt war und das sogar noch von ihm eingespielte und -gesungene Tonspuren enthielt, folgt nun das erste Album ganz ohne Athon: „T.C.B.T.“. Der Titel ist die Abkürzung für „Taking Care of Black Tusk“, und in der Tat sorgen BLACK TUSK mit Album Nummer fünf vorbildlich für den guten Ruf der Kapelle, der ihnen schon zu gemeinsamen Touren mit Größen wie Black Label Society, Down, Weedeater oder Eyehategod verholfen hat.

Nach dem eher untypischen, gesprochenen Intro weiß bereits der Opener „Closed Eye“ mit unglaublicher Dynamik zu begeistern: BLACK TUSK sprühen nur so vor Energie, die sich in den kurzen, oft nur knapp über zwei Minuten langen Nummern explosionsartig entlädt: Simple, punkig angehauchte Riffs, Powerplay auf dem Schlagzeug und die Reibeisenstimmen dreier wütender Kerle vereinen sich so zu kraftvollem „Swamp Metal“, wie die Band ihren Stil selbst nennt, der direkt zum Mitmoshen einlädt.

An diesem bereits auf den Vorgängern konsequent durchgezogenen Konzept ändern BLACK TUSK auch im Verlauf von „T.C.B.T.“ nicht viel: Große kompositorische Überraschungen braucht man sich nicht zu erwarten, vielmehr gilt das Prinzip „kennt man einen, kennt man alle“. Damit aber auch: Mag man einen, mag man alle. Denn qualitativ lassen BLACK TUSK über die gebotenen 42 Minuten zu keiner Sekunde nach.

Von der ersten bis zur letzten Sekunde drücken die Jungs aus Savannah, Georgia, USA, auf „T.C.B.T.“ das Gaspedal voll durch und überzeugen mit Lässigkeit, Charme und so viel Spielfreude, dass es schwer ist, sich dieser zu verweigern. Das Bandkonzept ist schnell verstanden, danach geht es einfach nur noch rund. Wem ein einzelner Song dieses Albums zu wenig Finesse zu bieten hat, ist wohl nicht der richtige Adressat für „T.C.B.T.“. Alle anderen dürfen sich über ein BLACK-TUSK Album nach bester Tradition freuen. Ohne Athon – für Athon.

Bewertung: 8.5 / 10

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