Review Bloodbath – Survival Of The Sickest

  • Label: Napalm
  • Veröffentlicht: 2022
  • Spielart: Death Metal

Sind BLOODBATH der Beweis, dass das Konzept Supergroup doch erfolgreich funktionieren kann? Immerhin hat die die Truppe über ihre sechs Alben hinweg nicht nur zwei Gitarristen verschlissen, sondern auch gleich drei verschiedene Sänger am Mikrofon präsentiert. Bereits zum dritten Mal darf nun Nick Holmes aka Old Nick eine Platte eingrunzen, die erneut mit einem frischen Bandmitglied aufwartet: Tomas „Plytet“ Åkvik heißt der neue Gitarrist, der auf „Survival Of The Sickest“ seinen Einstand gibt. Seine Sporen hat sich der gute Mann bei LIK verdient, die eine ausgesprochen gute Reputation unter den Fans des schwedischen Death Metals besitzen. Und ebendiesem huldigen BLOODBATH ebenfalls, was den Einstand sicher erleichtert und auch die Wahl des neuen Klampfers recht logisch erschienen lässt.

Musikalisch alles beim Alten also im Hause BLOODBATH? Die erste Single „Zombie Inferno“ jedenfalls deutete stark darauf hin, wird hier doch bis zur Persiflage am Altar des HM-2-Pedals gehuldigt. Das ist nun aber alles andere als verwerflich, sondern lediglich der Grund, weshalb sich die Band ursprünglich zusammenfand. Und bei Gott, oder Satan, oder wem auch immer – die Herren haben den Bogen raus. Die Gitarren rumpeln wie rostige Kettensägen und das Schlagezug ballert, als ob es kein Morgen gäbe. Wer auf Dismember, Grave, Unleashed, Entombed, Nirvana 2002, Carbonized, usw. steht, kommt auf „Survival Of The Sickest“ allerbestens auf seine Kosten.

Und doch kann man BLOODBATH eine gewisse Weiterentwicklung bzw. Öffnung ihres Sounds auf „Survival Of The Sickest“ nicht absprechen. Ein erster Hinweis für alle Death-Metal-Nerds ist da bereits der Albumtitel, bzw. dessen Schreibweise auf dem Cover. Denn das Setzen in Anführungsstriche weist auf das Death-Debüt „Scream Bloody Gore“ hin (so erklärt es zumindest Herr Åkvik im Interview). Dementsprechend finden sich auf „Survival Of The Sickest“ verstärkt Einflüsse aus dem Death Metal amerikanischer Prägung. So wartet das von Luc Lemay veredelte „Carved“ mit Florida-typischen Grooves auf, während Tracks wie das blastige „Born Infernal“, das mit Schuldiner-Solo ausgestattete „Environcide“ oder auch „To Die“ (mit Ex-Morgoth-Sänger Marc Grewe) eher an den Altären des Wahnsinns beten, als dem HM-2 zu huldigen.

Diese Öffnung des Sounds (in Grenzen) macht „Survival Of The Sickest“ zu einer erfrischend knackigen und durchaus vielseitigen Platte. Fraglos sind BLOODBATH meilenweit davon entfernt, stilistisch offen oder übermäßig abwechslungsreich zu agieren, aber genau dafür lieben die Fans diese Truppe. Wem der Sinn nach Death Metal alter Schule steht, der erhält mit dieser Scheibe die absolute Vollbedienung.

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Wertung: 8 / 10

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