CD-Review: Bloodbath - The Fathomless Mastery

Besetzung

Mikael Akerfeldt - Gesang
Per Eriksson - Gitarre
Anders Nyström - Gitarre
Jonas Renkse - Bass
Martin Axenrot - Schlagzeug

Tracklist

01. At The Behest Of Their Death
02. Mock The Vross
03. Iesous
04. Wretched Human Mirror
05. Treasonous
06. Devouring The Feeble
07. Hades Rising
08. Slaughtering The Will To Live
09. Earthrot
10. Process Of Disillumination
11. Drink From The Cup Of Heresy


Nach der „Unblessing the Purity“ EP im Frühjahr und der „The Wacken Carnage“ CD/DVD im Sommer ist „The Fathomless Mastery” bereits die dritte Veröffentlichung von BLOODBATH innerhalb eines Jahres. Doch die Qualität der Musik scheint darunter nicht zu leiden.Erfreulicherweise blieb zudem das Line Up stabil, und nur Christian Älvestam steuert seine Growls zusätzlich bei einigen Songs dazu.
„The same procedure as last year, Mister Akerfeldt?”, „The same procedure as every year, BLOODBATH – Fan“

„The Fathomless Mastery” legt auch direkt los und erneut zeigen BLOODBATH, dass sie nicht von ungefähr den Ruf als „All Star” Band Inne haben. Druckvoll und mit einer ordentlichen Portion Aggressivität peitschen die Vocals von Akerfeldt voraus und das Schlagzeug und die Gitarre hinterher.
Auffällig hierbei: Man hat die typische Schwedentod – Schiene verlassen und schenkt nun auch dem amerikanischen Death Metal ein wenig Beachtung. Bei Songs wie „Mock The Cross“ oder „Hades Rising“ fällt der der Morbid Angel& Co. Touch besonders auf. Ein Kritikpunkt ist das auf keinen Fall. Denn BLOODBATH, wären nicht BLOODBATH, wenn sie das nicht ebenfalls nahezu perfekt umsetzen würden: Sie kombinieren die amerikanische Härte mit typisch schwedischen Melodien auf ihre Art und Weise.
Auch sonst haben die Musiker hinter BLOODBATH mehr dazu gelernt, als verlernt bei ihren Hauptprojekten: Es folgen auf schleppende Mid-Tempo Passagen mörderische Doblebass-Salven und schnelle Riffs, welche am Ende in die bekannten Stakkatoriffs übergehen. Natürlich darf auch die gewisse Portion an Blastbeats nicht fehlen. Öfters als noch auf dem Vorgänger Album sind dieses Mal Soli mit von der Partie, welche das Gebolze auflockern. Alles in allem also ein Feuerwerk des Death Metals.

Bei der Fülle an Variationen kann man sich über mangelnde Abwechslung nicht beklagen. So ist mit „Treasonous“ ein zweites „Eaten“ entstanden, und mit „Drink From The Cup Of Heresy“ und „Earthrot“ fanden zwei typisch schwedische Death Metal Hymnen den Weg auf die Platte.Trotz der enormen Vielfalt im Detail wirken die Songs nicht wild zusammengewürfelt, sondern fügen sich letzten Endes alles der Struktur des Albums.

Neben Nyström, Eriksson, Renkse und Axenrot konnte auch Akerfeldt seine Stimme auf eine neue Ebene bringen. Hörte man auf dem aktuellen Opeth Release seine Stimme so klar wie selten zuvor, wirkt sie hier umso rauer und bösartiger. Meiner Meinung nach geht hier in der Tägtgren vs. Akerfeldt Diskussion eindeutig ein Punkt an Mikael. So sehr man auch Tägtgren bevorzugt, muss man sich hier eingestehen, dass sein Vorgänger und Nachfolger hier eine Ausnahmeperformance an den Tag gelegt hat. Die – immer noch- fehlende Aggressivität im direkten Vergleich, macht er mit seinem großen Gesangspektrum wieder wett.

Nun bin ich eigentlich an dem Punkt angekommen, wo man sämtliche Kritikpunkte eines Albums sammelt. Nur leider konnte ich keinen wirklichen Kritikpunkt ausfindig machen.
Lediglich der typische „Schweden Groove“ wurde als logische Folge aus dem amerikanischen Einfluss etwas herausgenommen. Er ist zwar durchaus bei einigen Passagen noch zu finden, aber im Vergleich zu „Nightmares Made Flesh“ wahrlich rar gesät. Dieser musste vermutlich der (nahezu) technischen Perfektion weichen. Ob das aber wirklich ein Kritikpunkt ist, ist Geschmackssache.

“The Fathomless Mastery” ist (wieder mal) ein BLOODBATH Meisterwerk, hierbei besteht kein Zweifel. Lediglich Fans von „Resurrection Through Carnage“ werden die hohe Variation vll. als Kritikpunkt ansehen. Jedoch war bisher kein BLOODBATH Album wie das Letzte, wonach solche Vergleiche etwas fehl am Platze sind.
Hier sind nach wie vor Musiker am Werk, die obwohl sie doch in recht unterschiedlichen Ecken des (Death) Metals zu Hause sind, bei diesem Projekt genau wissen was sie wollen. Und sie beweisen: Es geht auch ohne einen Dan Swanö.

Vielleicht ist es grade die Weiterentwicklung bei OPETH oder KATATONIA die den gewissen Einfluss ausübte, und “The Fathomless Mastery” zu dem macht, was es ist: Das Beste BLOODBATH Album bisher, welches es sogar mit der „Breeding Death“ EP aufnehmen könnte. Ein idealer Mix aus technischem Fähigkeiten und purer Brutalität.

Bewertung: 9.5 / 10

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