CD-Review: Bloodbath - The Arrow Of Satan Is Drawn

Besetzung

Old Nick – Gesang
Blakkheim – Gitarre
Joakim – Gitarre
Lord Seth – Bass
Axe – Schlagzeug

Tracklist

01. Fleischmann
02. Bloodicide
03. Wayward Samaritan
04. Levitator
05. Deader
06. March of the Crucifers
07. Morbid Antichrist
08. Warhead Ritual
09. Only the Dead Survive
10. Chainsaw Lullaby


Das klassische, naturalistische Gemälde liegt voll im Trend. Während Kunsthändler über diese steile These bei der aktuellen Marktsituation vermutlich nur den Kopf schütteln können, dürften Death-Metal-Fans wissen, was gemeint ist: Statt auf generische Computercollagen setzen immer mehr Bands wieder auf das klassische Kunstwerk. Nach Behemoth mit „I Loved You At Your Darkest“ haben nun auch BLOODBATH für ihr neues Werk „The Arrow Of Satan Is Drawn“ ganz ähnlich gewählt.

Für das Layout muss direkt ein Lob nach Schweden gehen: Ganz, ohne explizit zu werden, legen BLOODBATH mit dem Bild des fliegenbelagerten Kinderbettchens das wohl morbideste Motiv des Jahres vor. Kein Vergleich zum optisch furchtbar missratenen „Grand Morbid Funeral”.

Auch personell hat sich bei BLOODBATH wieder etwas getan: Zwar bleibt der Sängerposten mit „Old Nick“ Holmes erstmalig in der Geschichte der Band über zwei Alben in Folge gleich besetzt. Neu dabei ist dafür Gitarrist Joakim Karlsson von Craft, der den 2017 ausgestiegenen Per „Sodomizer“ Eriksson ersetzt. Das Lineup bleibt damit mit Mitgliedern von Katatonia, Opeth, Paradise Lost und besagten Craft nach wie vor Supergroup-verdächtig. Die Frage ist: Können die Schweden nach dem vergleichsweise banalen „Grand Morbid Funeral” auch musikalisch wieder etwas anziehen?

Die Antwort lautet jein. Denn gerade indem BLOODBATH das Tempo etwas drosseln, um vermehrt auf Groove zu setzen, bekommt der Death Metal der Schweden zumindest wieder einen Hauch von Eigenständigkeit. Das macht sich direkt beim Opener „Fleischmann“ bemerkbar. Der Vorteil des etwas gemächlicheren Riffings: Erstmalig passt die ebenfalls eher behäbige Stimme von „Old Nick“ wirklich zu dem, was musikalisch um sie herum passiert. Dennoch ist Holmes‘ Gesang nach wie vor Geschmackssache: Gerade an die stimmliche Vielfalt eines Tägtgren, aber auch die Kraft eines Åkerfeldt kommt Nick Holmes leider nicht wirklich heran.

Das gilt so leider auch für die Musik, vergleicht man das Werk nicht mit dem Vorgänger, den es durchaus locker in die Tasche steckt, sondern mit den noch früheren Alben. Das Konzept „Schweres Riffing mit flinken Soli“ geht auf „The Arrow Of Satan Is Drawn“ zwar überraschend lange gut; das fast schon death-doomige „Levitator“ erinnert in seiner fatalistischen Schwere fast schon an Hail Of Bullets und Konsorten. Trotzdem stumpft man bei „The Arrow Of Satan Is Drawn“ schon weit vor Ablauf der gut 40 Minuten Spieldauer ab – bei einem Meisterwerk wie dem bitterbösen „Nightmares Made Flesh“ oder dem technisch-brutalen „The Fathomless Mastery“ unvorstellbar.

Positiv hingegen ist der Abstumpfungseffekt, was den Gitarrensound angeht: Einmal mehr haben BLOODBATH sich für ein extrem steriles, artifizielles Klangbild entschieden. Nach einiger Zeit fällt das zwar nicht mehr so auf, da die Songs im Zusammenspiel aller Instrumente kräftig schieben – wo immer Gitarren aus dem Gesamtsound ausbrechen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, klingt es leider, wie schon auf dem Vorgänger, ziemlich künstlich.

Am Ende ist „The Arrow Of Satan Is Drawn“ ein düsteres, grooviges Death-Metal-Album, das ohne Frage mehr zu bieten hat als der ideenlose Vorgänger, aber auch nicht voll zu überzeugen weiß. Das Spannendste an dem Album bleibt leider sein Cover – musikalisch hingegen beschreiten BLOODBATH konsequent ausgetretene Pfade und umgehen damit die Notwendigkeit, selbst kreativ zu werden. Die Idee, auf mehr Groove zu setzen, bleibt damit die einzige nennenswerte Errungenschaft dieser Veröffentlichung – und damit sind BLOODBATH im Death Metal nun wirklich keine Pioniere.

Bewertung: 7 / 10

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