CD-Review: Crippled Black Phoenix - Great Escape

Besetzung

Belinda Kordic - Gesang, Percussion
Daniel Änghede - Gitarre, Gesang
Jonas Stålhammar - Gitarre
Tom Greenway - Bass
Ben Wilsker - Schlagzeug
Justin Greaves - Schlagzeug, Percussion, Gitarre, Bass, Samples, Gesang
Mark Furnevall - Synthesizer, Hammond-Orgel, Gesang
Helen Stanley - Konzertflügel, Synthesizer, Trompete, Gesang

Tracklist

01. You Brought It Upon Yourselves
02. To You I Give
03. Uncivil War (Pt I)
04. Madman
05. Times, They Are A'Raging
06. Rain Black, Reign Heavy
07. Slow Motion Breakdown
08. Nebulas
09. Las Diabolicas
10. Great Escape (Pt I)
11. Great Escape (Pt II)


(Progressive Rock / Post-Rock / Folk) Den zweijährigen Rhythmus hält das britische Musikerkollektiv bei ihren Studioalben seit „(Mankind) The Crafty Ape“ aus dem Jahr 2012 konstant ein, so auch mit dem siebten Longplayer „Great Escape“. Die Band möchte den Hörer auf ihr neues Abenteuer mitnehmen und es ihm ermöglichen, ihren Klangkosmos noch weiter zu erkunden. CRIPPLED BLACK PHOENIX zeigen sich in diesem Rahmen wütend und entmutigend, aber auch versöhnlich.

So überrascht der Opener „You Brought It Upon Yourselves“ bereits mit seinem düster-melancholischen Ambient-Grundkonstrukt und den eingestreuten Sprachsamples, erzeugt damit aber eine äußerst dichte Atmosphäre. Der erste vollwertige Song „To You I Give“ schlägt gleich mit über neun Minuten zu Buche, zeigt aber direkt die Stärken von CRIPPLED BLACK PHOENIX ohne Umschweife. Weit ausholende Instrumentalpassagen, wabernder Gesang und die zerbrechlich wirkenden Emotionen verbinden sich zu einem intensiven, zum Träumen einladenden Song.

Mit „Madman“ wird ein vom rockigen Standpunkt aus stark zurückhaltender Song geboten, der aber durch die wuchtigen Drums und den tiefen Gesang überzeugt. Im Hintergrund fungieren Synthesizer-Melodien, die eine dezente Referenz zum Gothic entstehen lassen. Im Anschluss setzen CRIPPLED BLACK PHOENIX auf Post-Rock meets Folk („Times, They Are A’Raging“) oder alternativen Progressive Rock im Stil von Anathema („Rain Black, Reign Heavy“). Vor allem Belinda Kordics Gesang und die hintergründige Trompete geben dem Stück deutlichen Tiefgang. Als kleiner Kritikpunkt kann angeführt werden, dass die weiblichen Vocals gerne öfter zum Einsatz kommen könnten. Vor allem, da sie in „Nebulas“ nochmal einen starken Auftritt haben.

„Great Escape“ ist tatsächlich ein Album geworden, das einem vor dem tristen Alltag fliehen lässt und die Möglichkeit bietet in eine bittersüss-hoffnungsvolle Musikwelt abzutauchen. Weitgehend bewegen sich die Songs im ruhigen Fahrwasser und haben doch eine Intensität aufzuweisen, von der andere Künstler wahrlich nur träumen können. Dies ist vor allem, neben der Standardbesetzung einer Rockband,  durch den mannigfaltigen Einsatz verschiedenster Instrumente wie Streichern, Trompete oder auch Synthesizern zu untermauern. CRIPPLED BLACK PHOENIX sind eine Institution, wenn auch eine oftmals schwer zugängliche und in ihrer düsternen Seite erdrückende, deren tiefen Emotionen und qualitativer Klasse sich Freunde von Progressive Rock und Post-Rock nicht entziehen sollten.

Bewertung: 8.5 / 10

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