CD-Review: Darkthrone - Too Old, Too Cold (EP)

Besetzung

Nocturno Culto - Gesang, Gitarre, Bass
Fenriz - Schlagzeug

Tracklist

01. Too Old, Too Cold
02. High On Cold War
03. Love In A Void (Siouxsie And The Banshees Cover)
04. Graveyard Slut


DARKTHRONE, eine der legendärsten Black Metal Gruppen aller Zeiten, ist zurück. Vorerst in Form dieser Single/EP, die auf den recht ungewöhnlichen Namen „Too Old, Too Cold“ hört und neben einem Song des anstehenden Albums „The Cult Is Alive“ drei weitere Gimmicks bietet. Auch das Coverartwork ist sehr unkonventionell, aber meiner Meinung nach durchaus stilvoll gehalten.

Im Hinblick auf die Entwicklung des Duos ist dies aber auch nicht weiter verwunderlich, denn schon mit Alben wie „Hate Them“ oder „Plaguewielder“ wurde das Image mit der Zeit ein wenig, bzw. vollkommen umgekrempelt. Auch die Aussagen der Band, wie man ihren Musikstill nennen sollte, lassen auf eine gewisse „Gleichgültigkeit“ gegenüber dem, was hinter ihnen liegt, schließen und treffen möglicherweise einige hartgesottene Fanatiker mitten ins Herz. Selbige sind aber schon seit mindestens zehn Jahren reichlich angepisst, was auf dieser EP aber geboten wird, wird ihnen dann wohl genauso wenig gefallen. Wer jedoch mit dem Vorgänger „Sardonic Wrath“ warm wurde, der kann sich auf eine blühende DARKTHRONE-Zukunft freuen. Denn dieser kleine Vorgeschmack weiß wirklich zu gefallen.

Das Ganze beginnt mit dem Titelsong „Too Old, Too Cold“ und vom ersten Ton an weiß man einerseits, dass DARKTHRONE nicht entgleist sind, andererseits offenbart sich aber eine weitere Seite. Viel mehr Punk-Einflüsse wurden diesmal mit hineingearbeitet und auch der Text, der mir leider nicht vorliegt, scheint eine gewisse „Fuck You!“-Attitüde zu besitzen. Auch mit der Produktion kann man nur zufrieden sein, klingt weder nach Keller, noch nach irgendeiner Nuclear-Blast-Band. Der folgende Song „High On Cold War“ ist der Höhepunkt: wieder eiskaltes Riffing, mit Sololicks überlegt und einem grandiosen Gastauftritt Grutle Kjellsons von ENSLAVED. Ausgezeichnet, besser kanns kaum noch werden, denkt man sich. Tja, wohl wahr – denn nun folgt eines der grausigsten Dinge, die jemals mein Ohr tangierten. Ich kenne das Original nicht, und Offenheit ist gut, aber das „Love In A Void“-Cover ist einfach nur grauenhaft. Der Gesang klingt einfach nur nach Vollrausch und so richtig miserabel. Fast schon ein Verbrechen, aber wems gefällt. Wer die zweieinhalb Minuten durchhält, kommt erst später wieder in den Genuss von „Graveyard Slut“, dem abschließenden, ebenfalls sehr guten und sehr DARKTHRONE -typischen Song.

Mal abgesehen von „Love In A Void“ ist „Too Old, Too Cold“ nicht nur für sammelnde Die-Hard-Fans absolut empfehlenswert. Gerade „High On Cold War“, das wie alle anderen Songs außer dem Titeltrack, exklusiv auf dieser Veröffentlichung zu hören ist, macht das kleine aber feine Scheibchen hörenswert. Die paar Euros kann man da gerne noch aufwenden und da das neue Album eh ansteht, ist es eine gute Gelegenheit sich beides im Doppelpack anzuschaffen.

Keine Wertung

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