CD-Review: Deep Purple - Live In Newcastle 2001

Besetzung

Ian Gillan - Gesang
Steve Morse - Gitarre
Roger Glover - Bass
Ian Paice - Schlagzeug, Percussion
Jon Lord - Orgel, Keyboards

Gastmusiker:
Billie Stapleton - Gesang
Angie Stapleton - Gesang
Natalie Miller - Gesang
Greg Maundrell - Trompete
Charles MacInnes - Posaune
Paul Williamson - Saxophon

Tracklist

01. Woman From Tokyo
02. Ted The Mechanic
03. Mary Long
04. Lazy
05. No One Came
06. Black Night
07. Sometimes I Feel Like Screaming
08. Fools
09. Perfect Strangers
10. Hey Cisco
11. When A Blind Man Cries
12. Smoke On The Water
13. Speed King / Good Times
14. Hush
15. Highway Star


Ursprünglich wurde „Live In Newcastle 2001“ bereits im Aufnahmejahr als Teil des Boxsets „The Soundboard Series“ veröffentlicht. 18 Jahre später starten DEEP PURPLE mit earMUSIC eine Limited-Edition-Serie, die sich auf rare Live-Aufnahmen der Band fokussiert. Bei jeder Veröffentlichung wird es 20.000 nummerierte CDs und 2.000 LPs weltweit geben. Mit dem ersten Teil geht es nach Australien. Neben diversen Sängern wurde auch eine Bläserfraktion eingeladen, um einen besonderen und einzigartigen Gig abzuliefern. Aufgezeichnet wurde die Show am 14. März 2001 im Newcastle Entertainment Centre.

In den rund zwei Stunden des Gigs spielten die Hard-Rock-Legenden 15 Songs, deren Reigen von „Woman From Tokyo“ mit einigen funkigen Spielereien hochkarätig eingeleitet wird. Jon Lord an der Hammond-Orgel kann hier bereits mehrmals sein Können in kleinen Solo-Sequenzen präsentieren, aber auch Ian Gillan zeigt sich stimmlich in sehr guter Verfassung. Positiv fällt auf, dass die Ansagen in voller Länge erhalten wurden und auch das Publikum zwischen den Titeln zu hören ist, wenn auch etwas leiser abgemischt als die Musik.

Neben den altbewährten Hits haben es auch einige unbekanntere Songs in die Setlist geschafft, wie beispielsweise „Mary Long“ oder „Hey Cisco“ von den Alben „Who Do We Think We Are“ (1973) und „Purpendicular“ (1996). Diese Stücke können in ihrer facettenreichen Umsetzung ebenfalls überzeugen und fügen sich nahtlos ins Konzert ein. Das ist ein großer Pluspunkt von „Live In Newcastle 2001“: Alles klingt wie aus einem Guss und wurde nahezu perfekt aufeinander abgestimmt.

Je länger der Gig andauert, umso ausufernder werden die Live-Versionen in Sachen Laufzeit präsentiert. So dauern „Fools“ und „Perfect Strangers“ jeweils knapp neun Minuten, während der Klassiker „Smoke On The Water“ auf über zehn Minuten gestreckt wurde. Das Sahnehäubchen ist aber das knapp 17-minütige „Speed King / Good Times“, in dessen Umsetzung alle Musiker ihr verspieltes Können und ihre langjährige Erfahrung präsentieren können. Abgeschlossen wird der Gig mit einem fulminanten „Highway Star“. Schade ist das Fehlen von „Child In Time“ auf jeden Fall, da sich Gillan auch in den höheren Tönen treffsicher zeigt („Lazy“, „Sometimes I Feel Like Screaming“).

DEEP PURPLE waren auch in ihrer bereits fortgeschrittenen Karriere Anfang der 2000er eine Institution, die live ihre gesamte Qualität samt Improvisation und den markanten Gitarrenriffs ausspielen kann. Glücklicherweise wurden diese Merkmale dank einer klaren Produktion und Aufnahme mit „Live In Newcastle 2001“ erstklassig eingefangen. Alle Beteiligten zeigen sich extrem spielfreudig, allen voran Sänger Ian Gillan, aber auch Jon Lord an der Hammond-Orgel und Gitarrist Steve Morse stechen heraus. Die-Hard-Fans der legendären Briten sollten sich dieses Release definitiv zulegen. Alle anderen müssen bei dem Limited-Edition-Wahnsinn, der natürlich auch die Preise in die Höhe treibt, nicht zwingend mitmachen.

Bewertung: 8.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: