DVD-Review: Deep Purple - Live At Montreux 2011 (DVD)

  • Veröffentlichung: 2011
  • Label: Eagle Vision
  • Spielart: Hard Rock
Besetzung

Ian Gillian - Gesang
Steve Morse - Gitarre
Roger Glover - Bass
Ian Paice - Schlagzeug
Don Airey - Keyboard

Tracklist

01. Orchestral Intro
02. Deep Purple Overture / Highway Star
03. Hard Loving Man
04. Maybe I'm A Leo
05. Strange Kind Of Woman
06. Rapture Of The Deep
07. Woman From Tokyo
08. Contact Lost
09. When A Blind Man Cries
10. The Well Dressed Guitar
11. Knocking At Your Back Door
12. Lazy
13. No One Came
14. Don Airey Solo
15. Perfect Strangers
16. Space Truckin'
17. Smoke On The Water
18. Hush
19. Black Night


DEEP PURPLE sind trotz der Auszeit von 1976 bis 1984 sicherlich eine der am längsten aktiven Rockbands. Und offenbar verlieren die alten Hasen (Gillan und Glover sind immerhin Mitte 60) noch immer nicht die Lust am Musizieren. Am 16.07.2011 traten sie beim bekannten Montreux-Festival auf. Allerdings nicht „solo“, sondern in Begleitung eines Symphonie-Orchesters. Dieser Auftritt wurde mitgeschnitten und liegt mir unter dem Titel „Live At Montreux 2011“ zur Besprechung vor.

Das Line-Up ist noch das gleiche, das 2005 das bislang letzte Studioalbum „Rapture Of The Deep“ aufgenommen hat. Mit Ian Paice, Roger Glover und Ian Gillan sind immerhin noch drei Mitglieder dabei, die schon zur legendären Mark II-Besetzung (1969-1973) gehörten. Beim Konzert in Montreux kann sich aber vor allen Dingen Gitarrist Steve Morse gut in Szene setzen. Er ist natürlich kein zweiter Blackmore, will das auch gar nicht sein. Er hat einen ganz eigenen Style, den er sehr gewinnbringend für die Band einsetzt. Der in der jüngsten Vergangenheit manchmal etwas gescholtene Sänger Ian Gillan zeigt sich in den normalen Lagen äußerst souverän, bei den extremen Höhen, für die er am Anfang der Karriere ja so bekannt war, hält er sich aber ziemlich zurück.
Ich war ja etwas sketpisch wegen der Orchester-Geschichte, denn solche Rock/Klassik-Vermischungen funktionieren auch nicht immer. Ich muss allerdings sagen, dass ich selten eine harmonischere musikalische Einheit gesehen habe als hier mit DEEP PURPLE und dem Neuen Philharmonischen Orchester aus Frankfurt unter der Leitung von Steve Bentley-Klein. Die vielen Rock- und Metalklassiker, die die Band in all den Jahren schuf, werden nicht verfälscht oder verkitscht, sondern viel mehr veredelt. Die Stücke erhalten eine unheimlich dichte Atmosphäre. Sie werden ohne das Orchester weiterhin Klassiker bleiben, aber diese Art der Interpretation, die mal dezent-untermalend, mal aber auch opulent in Erscheinung tritt, hat auf jeden Fall auch ihren Reiz.
Die Songauswahl stützt sich großteils auf die üblichen Verdächtigen. Aber es gehört einfach zu einem DEEP PURPLE-Konzert, dass man „Smoke On The Water“, „Highway Star“, „Woman From Tokyo“, „Hush“, „Black Night“ oder große Hits der späteren Ära wie „Knocking At Your Back Door“ und „Perfect Strangers“ zu hören bekommt. Ein paar unbekanntere Stücke haben sich aber auch in die Setlist geschlichen, während zu meiner Überraschung der Supersong „Child In Time“ außen vor bleibt.
Von der technischen Seite her gibt es bei diesem Mitschnitt nichts zu beanstanden. Bild- und Tonqualität sind astrein und die Regie macht in Sachen Kameraführung, Schnitte und Perspektivwechsel einen prima Job. Die gute Stimmung, die Band, Orchester und Publikum ausstrahlen, kommt sehr deutlich rüber. DEEP PURPLE strotzen trotz des fortgeschrittenen Alters vor Spielfreude und Elan, und das scheint sich ganz automatisch auf die Menge zu übertragen. So wurde hier auf DVD wie auch auf BluRay ein beeindruckender Auftritt festgehalten. Die Extras bestehen lediglich aus Interviews und hauen einen nicht um, doch diesen Part erledigt ja schließlich auch schon das Konzert.

„Live At Montreux 2011“ ist ein starkes musikalisches Zeitdokument auf Video. Wer sich die ganz großen Klassiker auch mit orchestraler Bereicherung vorstellen kann, lässt sich die DVD bzw. BluRay nicht entgehen. Und wer sich diese Soundmixtur nicht vorstellen kann, soll das Ganze trotzdem mal antesten. Es lohnt sich!

Bewertung: 9 / 10

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