CD-Review: Empyrium - A Retrospective...

Besetzung

Ulf Theodor Schwadorf (Markus Stock) - Gitarre, akustische Gitarre, Bass, Gesang, Sprechgesang, Schlagzeug, Mellotron
Andreas Bach - Keyboards
Nadine Wölter - Flöte, Cello

Thomas Helm - Piano, Gesang
Susanne Salomon - Geige, Bratsche
Julia Hecht - Cello
Herr Horst Faust - Fagott

Tracklist

01. The Franconian Woods In Winters Silence
02. A Gentle Grieving Farewell Kiss
03. The Blue Mists Of Night
04. Mourners
05. Where At Night The Wood Grouse Plays
06. Dying Brokenhearted
07. The Sheperd Ande The Maiden Ghost
08. Heimwärts
09. Waldpoesie
10. Die Schwäne im Schilf
11. Das blau-kristallne Kämmerlein
12. Der Weiher
13. Am Wolkenstieg


Dieser Tage erreicht uns das vermutlich letzte Vermächtnis einer Ausnahmeband. EMPYRIUM veröffentlichen eine Art „Best-Of“-CD mit dem nicht unbedingt innovativen Namen „A Retrospective“. Dass die Songs allesamt remastered wurden, gehört bei heutigen „Best-Of“-CDs wohl zum Standard, allerdings beglückt uns Mastermind Ulf Theodor Schwadorf nicht nur mit einer neueingespielten und meiner Meinung noch einmal stark verbesserten Version des tollen „The Franconian Woods In Winter`s Silence“ sondern auch mit zwei brandneuen Stücken („Der Weiher“ und „Am Wolkenstieg“). Die beiden Neulinge schlagen dabei unmittelbar in die Kerbe der letzten beiden Outputs („Where At Night The Wood Grouse Plays“ und „Weiland“), also Akustikgitarren mit sparsamem Gesang und gelegentlichen Schlagzeug-Einsätzen.

Ansonsten gibt es eigentlich wenig, was „A Retrospective“ von anderen „Best-Of“-Compilations unterscheidet. Immerhin wurde jedes Album mit mindestens zwei Songs bedacht (es gibt ja auch derartige Veröffentlichungen, die ganze CDs vollkommen aussparen). So kommen wir wie gesagt in den Genuss von „The Franconian Woods In Winter`s Silence“. Dieser Song symbolisiert vielleicht wie kein anderer das jugendliche, im positiven Sinne naive Streben der noch jungen Band. Und tatsächlich, das Bild der verschneiten Wälder im Sonnenschein eines eisigen Wintermorgens ist aktuell wie eh und je. Das folgende „A Gentle Grieving Farewell Kiss“ ist auf dem Album nicht viel mehr als ein kurzer, aber nicht zuletzt durch die filigrane Flötenarbeit von Nadine Mölter sehr sensibler Abschluss, wovon hier aber keine Rede sein kann. Der Song leitet in die „Songs Of Moors And Mysty Fields“-Ära ein, welche von vielen Fans der frühen Stunden als die größte Phase der Band überhaupt betrachtet wird. Nun, da kann man sicherlich geteilter Meinung sein, denn jedes EMPYRIUM-Album hat diese phantastischen, nur wenigen Bands vorenthaltenen Momente, aber unzweifelhaft kann man auch feststellen, dass die hier zu findenden Songs „The Blue Mists Of Night“ und „Mourners“ mit zum Besten aus der Feder von Schwadorf und Co. zählen.

Auch die Akustik-Alben sind reichlich vertreten, die Stücke kann man allesamt als kleine Meisterwerke ansehen. Vor allem die „Weiland“-Lieder „Heimwärts“ und das 13-minütige Epos „Waldpoesie“ überziehen den Hörer mit einer selten dagewesenen Dramatik. Allerdings wird mancher Fan Lieder wie „Many Moons Ago“ oder „When Shadows Grow Longer“ vermissen. Gut, man kann natürlich nicht alles haben und außerdem fällt die Entschädigung in Form der beiden neuen Songs ja reichhaltig aus.

Leider kann ich zum Artwork der Scheibe keine Angaben machen, da ich nur eine Promo-CD vorliegen habe. Das beiliegende Info verspricht allerdings ein aufwändig gestaltetes Digibook mit Goldprägung und einer ausführlichen Bandbiographie, die im 60(!)-seitigen Booklet enthalten ist. Hier wird die Geschichte der Band mit allen musikalischen und inhaltlichen Einflüssen beleuchtet, so dass das Schaffen von EMPYRIUM transparent werden soll. Und wer das Prophecy-Label kennt, weiß, dass es sich hierbei nicht um leere Worthülsen handelt, sondern dass man tatsächlich einiges erwarten kann.

Um zu einem abschließenden Fazit zu kommen: „A Retrospective“ ist eine CD, die die Geschichte einer Ausnahmeband dokumentiert. Für die Fans (und das werden vermutlich die meisten sein), die ohnehin alle CDs von EMPYRIUM besitzen, ist die „Best-Of“ sicherlich interessant (vor allem aufgrund der tollen „Zusatzausstattung“), aber sicher kein zwingender Kauf. Für alle, die EMPYRIUM gerade neu für sich entdecken, möchte ich an dieser Stelle eine ausdrückliche Kaufempfehlung aussprechen, denn alleine schon wegen der opulenten Extras (Booklet (!) ) ist es sicher sein Geld wert.

Keine Wertung

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