CD-Review: Essenz - Mundus Numen

Besetzung

G.ST – Gesang, Bass
D.RK – Gitarre
T.NGL – Schlagzeug

Tracklist

01. Extinguish Shapes: Innermediate
02. Seæ Of Light: Pleroma
03. Extricate Spirits: Amor
04. Observed By Spectres: Paranoia
05. To The Bone: Mania
06. Observing Spectres: Schizophrenia


Im Jahre 2009 erreichte mich die Promo-CD einer vielversprechenden EP mit dem Titel „Metaphsyis“, bereits im Folgejahr lag mit „KVIITIIVZ – Beschwörung des Unaussprechlichen“ das Debüt-Album der Berliner Band ESSENZ auf meinem Schreibtisch, welches nicht minder zu begeistern wusste. Nun, weitere zwei Jahre später, machen die Hauptstädter erneut auf sich aufmerksam… mit ihrem zweiten Album „Mundus Numen“.

Bereits durch die gestalterische Umsetzung sticht das Werk dabei ins Auge – handelt es sich doch um eine äußerst geschmackvolle Karton-Box mit beigelegtem Pappschuber und Booklet. Und so detailverliebt wie die künstlerische Umsetzung klingt auch die Musik: Irgendwo zwischen Black und Doom Metal anzusiedeln liefern ESSENZ hier ein extrem vielseitiges, individuelles und vor allem ausdrucksstarkes Album ab, welches durchaus seinesgleichen sucht: Egal, ob düstere Doom-Parts, ruhige Passagen, die durch ausgefallene Instrumentierung oder stimmungsvollen Einsatz von Samples aufgewertet werden, Midtempo-Parts, die durch das starke Riffing zu begeistern wissen, oder Black-Metal-Blast-Einschübe, die dem Album Zug verleihen – viel mehr kann man von einem Album im düsteren Metal-Bereich kaum erwarten. Dass sich die Songlängen dabei zwischen sechs und 13 Minuten bewegen, ist dabei kein Wunder, brauchen derartige Songstrukturen doch auch Raum, um sich zu entwickeln. Und genau darin liegt die Stärke des Materials – wirken die Songs bei aller Vielfalt doch stets logisch arrangiert und organisch. So unerwartet eine Entwicklung auch sein mag, stets passt sie ins Songkonstrukt und fügt sich ganz natürlich in das große Ganze ein.
Dass „Mundus Numen“ zudem einen nahezu perfekten Sound für diese Art Musik aufzuweisen hat, welcher der Musik ihre Verruchtheit nicht durch übertriebene Sterilität raubt, jedoch dennoch sämtliche Details herausarbeitet, rundet das Album schließlich gelungen ab… viel mehr kann man von einem Album nunmal nicht erwarten.

Mit ihrem zweiten Album machen ESSENZ erneut alles richtig und hätten durchaus einige Aufmerksamkeit verdient… ist „Mundus Numen“ doch definitv eines der besten deutschen Alben im düsteren Black/Doom-Sektor der letzten Jahre. Kaufen, einlegen und am Stück genießen, um dem Material die Möglichkeit zu geben, sich atmosphärisch voll zu entfalten.

Bewertung: 9.5 / 10

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