CD-Review: Hail of Bullets - Of Frost And War

Besetzung

Martin van Drunen - Gesang
Paul Baayens - Gitarre
Stephan Gebedi - Gitarre
Theo van Eekelen - Bass
Ed Warby - Schlagzeug

Tracklist

01. Before the Storm (Barbarossa)
02. Ordered Eastward
03. The Lake Ladoga Massacre
04. General Winter
05. Advancing Once More
06. Red Wolves of Stalin
07. Nachthexen
08. The Crucial Offensive (19-11-1942, 7.30 AM)
09. Stalingrad
10. Insanity Commands (Bonus Track)
11. Inferno at the Carpathian Mountains
12. Berlin


Irgendwann 2006 treffen sich ein paar gestandene Männer, die alle schon ihre ein oder andere Erfahrung mit dem Musizieren vorzuweisen haben, irgendwo in den Niederlanden zum gepflegten Besäufnis und stellen dabei fest, dass sie die Liebe zu Old School Death Metal verbindet. Natürlich trifft man sich dann auch mal zum freundschaftlichen Jammen und – denkt euch einen Paukenschlag – HAIL OF BULLETS ist geboren. Nach einer Demo im Jahre 2007, die schon erahnen ließ, was da kommen sollte, steht nun das Produkt dieses fruchtbaren Gesellschaft in den Läden.

Hält man die Scheibe dann in den Händen, wird schnell klar, was man zu erwarten hat. Das Cover zeigt ein zerbombtes Schlachtfeld voller toter Soldaten und zerstörter Häuserruinen, über allem schwebt der Nebel des Krieges. Wenn die Bandmitglieder Autopsy, Celtic Frost, Death und Bolt Thrower als Einflüsse angeben, darf man auch genau das erwarten: Groovendes Todesblei fiesester Fabhrikation. Wem jetzt das Wasser im Munde zusammenläuft, darf schnellstens zum Plattenladen seines Vertrauens laufen und sich die Langrille kaufen, denn mit Martin van Drunen und seinem unverkennbaren Schreiorgan, das hier nach langer Zeit endlich wieder in alter Pracht zu hören ist, der ehemaligen Thanatos-Gitarrenfront Paul Baayens und Stephan Gebedi, Theo van Eekelen am Bass und Drummachine Ed Warby hat sich eine Gruppe formiert, der so schnell keiner etwas nachmachen kann.

Und was soll ich sagen. Man bekommt natürlich genau das, was man möchte: Fette, groovende Gitarren, Martins Geschrei und die nicht wegzudenkende Double-Bass. Reißt euch also die Haargummis aus den Zöpfen und lasst die Köpfe kreisen. Etwas anderes als sich zu bewegen, geht bei dieser Portion Tod gar nicht. Irgendwie paradox. In gewisser Weise hat der Fünfer sogar ein Konzeptalbum geschrieben. Inhaltlich geht es, wie die Songtitel schon zeigen, um den zweiten Weltkrieg, insbesondere um den Russlandfeldzug. Dementsprechend geht es auch nach der Ruhe vor dem Sturm, das als Intro dient, gewaltig los. Der Marsch gen Osten wird musikalisch untermalt von rasenden Gitarrenwänden und Trommeln, die das Marschtempo vorgeben. Wer so schnell „links, zwo, drei, vier“ intonieren kann, verdient schon dafür einen Orden.

Doomig wälzen sich „The Lake Lagoda Massacre“ oder „Insanity Commands“, aber auch das abschließende „Berlin“, welches das Ende des vernichtenden Krieges markiert, über den kalten russischen Boden. Doch dazwischen rasen die Panzer und die hoffnungslosen Herzen derer, die nicht zurückkehren werden. Die Umsetzung des Konzeptes in Text und Musik ist HAIL OF BULLETS ohne Frage grandios gelungen und nebenbei haben sie eine moderne Perle des unbarmherzig walzenden Death Metal der alten Schule erschaffen. Martins Stimme thront aggressiv über den kalten Klängen, die auch mal wie in „General Winter“ von Sirenen begleitet werden. Von meiner Seite aus eine absolute Kaufempfehlung für diese geniale Scheibe. Ein wahres Monster der fehlenden Hoffnung, Kälte und Wut. Bolt Thrower sollten sich in Acht nehmen.

Bewertung: 9 / 10

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