CD-Review: In Aphelion - Luciferian Age (EP)

Besetzung

Sebastian Ramstedt – Gesang, Gitarre, Bass
Johan Bergebäck – Gitarre
Marco Prij – Schlagzeug

Tracklist

01. Draugr
02. Luciferian Age
03. Wrath Of A False God
04. Pleasure To Kill (Kreator-Cover)


In Aphelion - Luciferian Age

Necrophobic sind wahrlich keine Avantgarde-Black-Metal-Band. Dennoch scheint es die beiden Gitarristen Sebastian Ramstedt und Johan Bergebäck nach noch klassischerem schwedischem Black Metal gelüstet zu haben. Gemeinsam mit Cryptosis-Drummer Marco Prij gründeten sie also kurzerhand IN APHELION. Mit „Luciferian Age“ erscheint nun eine erste EP, das Debüt-Album „Moribund“ soll im März 2022 folgen. Für ein Nebenprojekt wirkt das ziemlich fokussiert.

Mit seinen rund 20 Minuten gibt „Luciferian Age“ einen sehr klaren Hinweis darauf, wo sich IN APHELION sehen: Nicht nur die Zusammensetzung der EP mit drei eigenen Songs und einem Cover ist „klassisch“. Auch sonst trifft dieses Attribut auf so ziemlich alles an der Band zu: Gut, das Logo wirkt für schwedischen Black Metal etwas zu geradlinig – davon sollte sich aber niemand abschrecken lassen. Bereits der Opener „Draugr“ überzeugt mit einem Mix aus melodischen Cleangitarren, rasantem Riffing und harschen Vocals, später kommen noch ausladende Leadgitarren und flinke Soli dazu. Dass man in dieser Beschreibung ebensogut Necrophobic wiedererkennen könnte, ist kein Zufall oder Fehler – tatsächlich unterscheidet sich der siebenminütige Song nicht so sehr von der Hauptband des Gitarristen-Duos, wie man von einem Nebenprojekt vielleicht erwartet hätte.

Der Titeltrack überzeugt als groovige Midtempo-Nummer, für „Wrath Of A False God“ ziehen IN APHELION dann das Tempo wieder an, ehe ein „typisch schwedischer“ Clean-Part in gefühlvolle Leads und wieder härteres Riffing überleitet. So „oldschool“, wie man sich die Band vorgestellt hat, wird es aber eigentlich erst mit dem Kreator-Klassiker „Pleasure To Kill“, den die Schweden mehr als gelungen einschwärzen.

Wie von zwei so versierten Gitarristen und Songwritern nicht anders zu erwarten, ist „Luciferian Age“ ein starker Release, der vor allem mit seiner Gitarrenarbeit begeistert – wobei Sebastian Ramstedt auch als Sänger einen bemerkenswert guten Job macht. Im Reiz, auch mal zu singen, dürfte auch die Hauptmotivation dafür gewesen sein, diese Songs mit einem neuen Projekt zu veröffentlichen. Denn mag das Material auch eine Nuance roher klingen als die letzten Necrophobic-Alben – als zwischengeschobene EP hätte „Luciferian Age“ gewiss keinen Fan vergrätzt.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Wer Necrophobic und schwedischen Black Metal im Allgemeinen mag, bekommt von Ramstedt und Konsorten künftig wohl die doppelte Ladung auf dem gewohnt hohen Niveau geboten. Es gibt wahrlich Schlimmeres.

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