DVD-Review: In Flames - Sounds From The Heart Of Gothenburg

Besetzung

Anders Fridén – Gesang
Björn Gelotte – Gitarre
Niclas Engelin – Gitarre
Peter Iwers – Bass
Daniel Svensson – Schlagzeug

Gastmusiker
Emilia Feldt - Gesang (Track 16)

Tracklist

01. In Plain View
02. Everything's Gone
03. Fear Is The Weakness
04. Trigger
05. Resin
06. Where The Dead Ships Dwell
07. With Eyes Wide Open
08. Paralyzed
09. Through Oblivion
10. Ropes
11. Delight And Angers
12. Cloud Connected
13. Only For The Weak
14. The Chosen Pessimist
15. The Quiet Place
16. When The World Explodes
17. Rusted Nail
18. The Mirror's Truth
19. Deliver Us
20. Take This Life


Stolze elf Jahre sind vergangen, seit IN FLAMES ihre Bühnenpräsenz mit „Used & Abused – In Live We Trust“ auch auf der heimischen Couch nachvollziehbar machten. Elf Jahre, in denen sich einiges getan hat im Lager der Schweden: Fünf Studioalben wurden veröffentlicht, ein Vertrag mit Nuclear Blast unterschrieben und Schlagzeuger Daniel Svensson verkündete seinen Ausstieg bei den Mitbegründern des Göteborg-Metal. So ist es schlussendlich wenig überraschend, dass die Schweden nach ihrem Labeldebüt bei den Donzdorfern, „Siren Charms“, ihren Fans nun auch endlich einen neuen Konzertmitschnitt anbieten.

Hinter dem etwas unspektakulären Comic-Layout und dem noch unsprektakuläreren Titel „Sounds From The Heart Of Gothenburg“, der allenfalls nach „Sounds Of A Playground Fading“ geistreich gewirkt hätte, verbirgt sich ein Mitschnitt aus dem Scandinavium in Göteborg, der – man kann es nicht anders sagen – kaum besser zu einem Livemitschnitt hätte verarbeitet werden können. Gestochen scharfes Bild und kraftvoller, transparenter Sound bieten einen perfekten Rahmen für das IN-FLAMES-Konzertfeeling im Wohnzimmer – und auch die Show selbst lässt keine Wünsche offen: Was schon mit Konfettiregen beginnt und schließlich zu „Take This Life“ mit viel Pyrotechnik endet, bietet auch in den knapp anderthalb Stunden dazwischen beste Unterhaltung. Für alle, die mit IN FLAMES, wie sie heute nun einmal klingen, etwas anzufangen wissen.

Denn auch wenn natürlich ein paar alte Hits wie „Trigger“ oder „Only For The Weak“ eingestreut wurden, liegt der Fokus der Setlist doch klar in der jüngeren Vergangenheit der Band. Wer vornehmlich altes Material hören will, sollte besser seine Used & Abused wieder aus dem Schrank holen, als sich darüber ärgern – schließlich ist der musikalische Wandel der Band längst keine Überraschung mehr. Höhepunkt der Show – für alle Oldschool-Fans wohl des Grauens – ist damit auch nicht etwa ein „System“, „Pinball Map“ oder „Colony“, sondern das fast etwas schnulzige „When The World Explodes“, für dessen dem Anlass angemessene Umsetzung IN FLAMES (wie auch auf dem Album) von der schwedischen Opernsängerin Emilia Feldt unterstützt werden.

Für Puristen fast schon eine Befriedigung ist das klar strukturierte Hauptmenü: „Play Concert“ und „Tracklist“ lauten die beiden wählbaren Optionen – Spielereien wie alternative Soundeinstellungen oder Bonusmaterial, über dessen Sinn man sich streiten könnte, sucht man vergeblich. So ist durchaus erfreulich, dass keine mäßig spannenden Making-Ofs oder in Zeiten von Youtube sinnfreie Videosammlungen auf den Silberling gepackt wurden. Für alle, die gerne einen Blick hinter die Kulissen einer Albumaufnahme oder Tour blicken, ist es allerdings schade, dass diese im Rahmen eines solchen Packages natürlich gegebene Gelegenheit,den Fan mit Insider-Stuff zu versorgen, nicht genutzt wurde.

Keine Wünsche lässt hingegen das Angebot unterschiedlicher physischer Formate offen, aus dem der Fan im Laden wählen kann: Von der einfachen CD-Version über DVD und Blu-Ray mit Bonus-CDs, LP-Box, Buch-Fassung und limitiertem „Earbook Deluxe“ bieten Nuclear Blast für Fans und Sammler alle denkbaren Versionen einer Musikveröffentlichung.

Sounds From The Heart Of Gothenburg“ repräsentiert mit einem mitreißenden Konzert vor rund 10.000 Fans gut, wo IN FLAMES heute stehen. Mag das für Oldschool-Fans auch frustrierend sein – überraschend ist es nicht, und schlimm erst recht nicht… schließlich hat „Used & Abused“ bis heute nichts von seinem Charme verloren. Wer nicht Anfang der 2000er zu den Nörglern übergelaufen und bis heute bei jedem IN-FLAMES-Album mit einem „Ceterum censeo“ auf Cato den Älteren macht, kann hier allemal beruhigt zugreifen und schonmal die Sofakissen für einen heimeligen IN-FLAMES-Abend zurechtrücken.

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Bewertung: 8.5 / 10

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