Review Inquisition – Bloodshed Across The Empyrean Altar Beyond The Celestial Zenith

  • Label: Season Of Mist
  • Veröffentlicht: 2016
  • Spielart: Black Metal

Schier unermüdlich knüppelt sich das amerikanische Black-Metal-Duo INQUISITION von einem Album zum nächsten. Somit brachten Dagon und Incubus in ihrer mittlerweile 19-jährigen Bandgeschichte sieben Alben auf den Markt, von denen einige definitiv hörenswert sind, beispielsweise „Nefarious Dismal Orations“ (2007) sowie die letzte Platte „Obscure Verses For The Multiverse“ (2013), hingegen der Rest eher eine generische Tendenz besitzt denn einen Geniestreich darstellt. Nachdem der letzte Silberling nun drei Jahre zurückliegt und in guter Erinnerung blieb, muss INQUISITIONs neuer Output „Bloodshed Across The Empyrean Altar Beyond The Celestial Zenith“ einerseits die Wartezeit rechtfertigen und sollte sich andererseits am interessanten Vorgänger messen lassen können.

Aber Obacht: In der Theorie mag das ein folgerichtiger Schluss sein, in der Praxis der Amerikaner hingegen bewies sich mehr als deutlich, dass die Qualität von INQUISITIONs Platten schwankt, vereinfacht gesagt: Nach einer guten folgt eine weniger gute. „Obscure Verses For The Multiverse“ war gut, „Bloodshed Across The Empyrean Altar Beyond The Celestial Zenith“ könnte somit alles andere als das sein.

Auf ihrem Debüt im Jahre 1998 gaben Dagon und Incubus die Marschrichtung vor, von der seitdem keinen Zentimeter abgerückt wurde; der musikalische Pfad von INQUISITION ist kein weicher Naturboden mehr, sondern eine asphaltierte, abgefahrene Straße. Mit dieser Erkenntnis im Hinterkopf bleibt eine eventuelle Verwunderung darüber erspart, dass sich die Struktur der neuen Songs mit der der alten Lieder messen lassen kann, im guten wie im schlechten. Dass es sich im Fall von „Bloodshed Across The Empyrean Altar Beyond The Celestial Zenith“ eher zum letzten bewegt, ist dem Umstand geschuldet, dass INQUISITION lediglich eine zweite Version ihres 2004er Albums „Magnificent Glorification Of Lucifer“ vorlegen: wenig Kreativität, selten ein Alleinstellungsmerkmal, eine ähnliche Ansammlung von unspannenden Riffs. Die Amerikaner scheinen nun die Rechnung dafür zu zahlen, dass sie sich seit Jahren mal ausgesprochen gelungen, mal durch und durch einfallslos selber reproduzieren.

Das mitreißende Element eines „Nefarious Dismal Orations“ fehlt ebenso wie das rhythmische Spiel in „Obscure Verses For The Multiverse“. INQUISITIONs siebte Platte ist somit ein Paradebeispiel für die negative Seite eines unverkennbaren Sounds, nämlich dem Mangel an Möglichkeiten, es anders – in diesem Fall besser – zu machen. Wenn man Dagon und Incubus im heimischen Spieler laufen lassen möchte, dann greift bitte zu den oben erwähnten Alben, denn mit „Bloodshed Across The Empyrean Altar Beyond The Celestial Zenith“ verbergen INQUISITION ziemlich gut das, zu was sie im Stande wären.

Wertung: 4 / 10

Publiziert am von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.