CD-Review: Iron Savior - Skycrest

Besetzung

Piet Sielck - Gesang, Gitarre
Joachim "Piesel" Küstner - Gitarre
Jan-Sören Eckert - Bass
Patrick Klose - Schlagzeug

Tracklist

01. The Guardian
02. Skycrest
03. Our Time Has Come
04. Hellbreaker
05. Souleater
06. Welcome To The New World
07. There Can Be Only One
08. Silver Bullet
09. Raise The Flag (Bonustrack)
10. End Of The Rainbow
11. Ease Your Pain
12. Ode To The Brave


Die Hamburger IRON SAVIOR gehören zusammen mit Kollegen wie Paragon und Stormwarrior seit bald 25 Jahren zum harten Kern der norddeutschen Metal-Szene und sind deren Begründern Helloween und Gamma Ray seit jeher dicht auf den Fersen – nicht, dass es ein Wettbewerb wäre, denn die Szene von der Waterkant versteht sich im Allgemeinen ziemlich gut. Seit Frontmann Piet Sielck die Truppe 2011 bei AFM Records wieder auf Kurs gebracht hat, erleben IRON SAVIOR so etwas wie ihren zweiten Frühling, was sich neben gesteigerter Live-Präsenz vor allem in einer deutlich erhöhten Frequenz an Veröffentlichungen bemerkbar macht. Die ging sogar derart nach oben, dass seit ihrer letzten Platte „Kill Or Get Killed“ nicht einmal zwei Jahre vergangen sind und mit „Skycrest“ nun schon das nächste Studioalbum der Hamburger erschienen ist.

Der Sound und somit Erfolg von IRON SAVIOR ruht schon immer auf zwei maßgeblichen Grundfesten, nämlich dem Songwrting von Bandkopf Piet Sielck sowie dessen markantem Gesang. Auch „Skycrest“ ist wieder randvoll mit kraftvollen Riffs und Harmonien, wie sie eben nur die Hamburger schreiben, was zusammen mit der kernigen Stimme des Chefs ab dem ersten Ton dafür sorgt, dass IRON SAVIOR sich von jeder anderen Band des Genres absetzen. Die Formation hat sich eben schon vor langer Zeit ihre eigene klangliche Nische geschaffen und auch ihr elftes Album zeigt, dass es hier noch immer etwas zu sagen gibt.

Dabei fangen die Dinge auf „Skycrest“ noch recht gewöhnlich an: Auf das typische Intro „The Guardian“, das mit Synthies, Science-Fiction-Soundeffekten und erhabenen Dual-Gitarren die für IRON-SAVIOR-Alben übliche Stimmung erzeugt, folgt mit dem Titeltrack ein mitreißender Uptempo-Stampfer, der mit seiner Kombination aus wuchtigen, treibenden Riffs und großen, stets haarscharf am Kitsch vorbeischrammenden Refrains genau das bietet, was man von der Band erwarten möchte – so genau, dass man gar meinen möchte, den Refrain schon einmal gehört zu haben. Nun ist „Skycrest“ sicher kein schlechter Song und auch war es zu erwarten, dass IRON SAVIOR auf dieser Platte eben wie sie selbst klingen würden, aber ausgerechnet der Opener könnte auf jedem Album der Band aus den letzten zehn Jahren stehen.

Im Folgenden wird es allerdings weitaus spannender. Natürlich bleiben IRON SAVIOR ihrer stilbildenden Kombi aus druckvollem Riffing und hymnischen Refrains durchweg treu, lassen dabei allerdings ebenso viel Abwechslung wie authentische Spielfreude walten: In Nummern wie „Our Time Has Come“, „Welcome To The New World“ oder „Silver Bullet“ gibt es mit edelstem Hochgeschwindigkeits-Riffing besten Power Metal, das stampfende „Hellbreaker“ offenbart hier und da das teutonische Erbe der Band und im kernigen „Raise The Flag“ kehren Sielck und Co. ihre rockigere Seite heraus. Dabei ist es schön, dass IRON SAVIOR durchgehend energiegeladenen Metal nach traditionellem Rezept bieten, dies jedoch mit guten Einfällen und gelegentlich überraschenden Wendungen stets spannend und aktuell halten. Mit „Ease Your Pain“ traut sich die Truppe erstmals seit „Titancraft“ – und zum zweiten Mal in ihrer Geschichte überhaupt – eine Ballade zu. Die ist natürlich durchzogen von Klischees und erhabenen Männertränen, dennoch ist es beeindruckend, wie der sonst eher ruppig auftretende Frontmann die Nummer meistert.

Ein Album wie „Skycrest“ muss eigentlich jedem Power-Metal-Fan gefallen: IRON SAVIOR liefern hier fast eine Stunde lang alles ab, was das Genre – und ihren Sound – groß macht und bescheren ihrer Hörerschaft haufenweise Platin-Riffs und mitreißende Refrains. Dabei ist es wie immer ihre größte Leistung, Härte und Hymnisches so zu verbinden, dass der Kitsch weithin außen vor bleibt und man doch stets zum fäustereckenden Mitsingen eingeladen wird. Zwar agiert die Band zu keiner Zeit progressiv, dennoch gelingt es Piet Sielck und seiner Truppe, ihren ureigenen Sound relevant zu halten und ihre Fans mit der einen oder anderen Idee gar zu überraschen. Prädikat: gelungen.

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Bewertung: 8.5 / 10

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