CD-Review: Iron Savior - Titancraft

Besetzung

Piet Sielck – Gesang, Gitarre
Joachim „Piesel“ Küstner – Gitarre
Jan-Sören Eckert – Bass
Thomas Nack – Schlagzeug

Tracklist

01. Under Siege (Intro)
02. Titancraft
03. Way Of The Blade
04. Seize The Day
05. Gunsmoke
06. Beyond The Horizon
07. The Sun Won’t Rise In Hell
08. Strike Down The Tyranny
09. Brother In Arms
10. I Surrender
11. Rebellious


Huch, schon wieder ein Release von IRON SAVIOR? Die Hamburger Power-Metaller sind ohne Frage fleißig. 2014 das letzte Studioalbum „Rise Of The Hero“, 2015 das aufgemotzte Re-Release „Megatropolis 2.0“, dazu die erste Live-Scheibe der Bandgeschichte und jetzt gleich wieder Nachschlag bei den regulären Platten – mit „Titancraft“ steht das neunte Studioalbum an. Die alles entscheidende Frage lautet natürlich: Wie gut hat die Band das Durcharbeiten verkraftet?

Machen wir es kurz und knackig: IRON SAVIOR zeigen keine Ermüdungserscheinungen, sondern machen auch auf „Titancraft“ das, was sie am besten können: Hymnischen Power Metal auf die Hörer loslassen. Es ist geradezu erstaunlich, wie kontinuierlich die Hamburger ihr Ding durchziehen und sich dabei auch noch steigern können. Denn auch auf dem neuen Album ballert es nach dem stimmigen Intro „Under Siege“ eingängige Refrains noch und nöcher. Die Uptempo-Nummer „Way Of The Blade“, der Stampfer „The Sun Won’t Rise In Hell”, ganz besonders aber das großartige „Gunsmoke” – hier sitzt eigentlich jeder Refrain von vorne bis hinten. In der Hinsicht hat sich die Band im Vergleich zum Vorgänger noch einmal gesteigert, der besonders gegen Ende der Laufzeit nachließ. Dieses Mal stehen zwei der stärksten Tracks am Ende der Spielzeit. Die Ballade „I Surrender“ ist ungelogen der beste Song dieser Art, den ich auf einem neuen Release in diesem Jahr gehört habe. Kraftvoll, emotional und doch nie zu kitschig – weit mehr als eine Pflichtübung! Der Rausschmeißer „Rebellious“ schließlich marschiert direkt in den Gehörgang und lässt den Hörer mit einem Lächeln zurück.

Also, alles perfekt? Nein, aber doch „sehr gut“. IRON SAVIOR haben mit „Titancraft“ ihr Handwerk nahezu perfektioniert, und das ist eine Leistung, vor der ich Respekt habe. Es bleibt aber die Frage offen, wie die Truppe damit langfristig weitermachen will. Keiner der Songs weist über den Stil der Band hinaus, Innovationen sucht man vergebens. Ob das für euch als Hörer ein Problem ist, entscheidet ihr natürlich selbst, ihr solltet aber darüber Bescheid wissen. IRON SAVIORs „Titancraft“, das ist Genrekino, Monokultur oder wie auch immer ihr es nennen wollt. Verdammt gutes Genrekino, keine Diskussion. Und man könnte auf den Vorwurf immer Slayers Kerry King zitieren: „If I’m in a corner, I like my corner. It’s the coolest corner I’ve ever been in.” In der Ecke mit IRON SAVIOR zu stehen, ist jedenfalls dank „Titancraft“ ein Vergnügen.

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Bewertung: 8.5 / 10

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4 Kommentare zu “Iron Savior – Titancraft”

  1. Marvin

    Mutige Rezension. ;) Mal schauen ob Piet sich wieder meldet.
    Ansonsten trifft die Review den Nagel auf den Kopf. Ist halt Iron Savior. Nichts Neues, aber auch nichts Schlechtes.

  2. Marc Lengowski Post Author

    So mutig finde ich den Text zwar nicht, aber trotzdem danke ;-) Ich würde dennoch etwas weiter gehen: Ja, klar, ist Iron Savior, aber eben mehr als „nichts Schlechtes“ – ein starkes Iron-Savior-Album.

    Im Übrigen schreibe ich meine Rezensionen ja nicht für die Band, sondern für die Leserinnen und Leser von Metal1. Wenn die Musiker der rezensierten Bands dazu gehören, habe ich da aber natürlich auch nichts gegen ;-)

    Ich gehe übrigens davon aus, dass er das war, ja. Piet kommentiert häufiger Rezensionen zu seinen Releases, da war mein Text nicht der erste oder letzte.

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