CD-Review: Judas Priest - British Steel 30th Anniversary Deluxe Edition

Besetzung

Rob Halford - Gesang
Glenn Tipton - Gitarre
K.K. Downing - Gitarre
Ian Hill - Bass
Dave Holland - Schlagzeug (auf "British Steel")
Scott Travis - Schlagzeug (aktuell)

Tracklist

Disc 1 – Remastered Album:
01. Rapid Fire
02. Metal Gods
03. Breaking The Law
04. Grinder
05. United
06. You Don't Have To Be Old To Be Wise
07. Living After Midnight
08. The Rage
09. Steeler
10. Red, White & Blue (Bonus)
11. Grinder (Live - Bonus)

Disc 2 – DVD:
01. Rapid Fire
02. Metal Gods
03. Breaking The Law
04. Grinder
05. United
06. You Don’t Have To Be Old To Be Wise
07. Living After Midnight
08. The Rage
09. Steeler
10. The Ripper
11. Prophecy
12. Hell Patrol
13. Victim Of Changes
14 Freewheel Burning
15. Diamonds And Rust
16. You’ve Got Another Thing Coming

Disc 3 – Live-CD:
01. Rapid Fire
02. Metal Gods
03. Breaking The Law
04. Grinder
05. United
06. You Don’t Have To Be Old To Be Wise
07. Living After Midnight
08. The Rage
09. Steeler
10. The Ripper
11. Hell Patrol
12. Victim Of Changes
13. Freewheel Burning
14. Diamonds And Rust
15. You’ve Got Another Thing Coming


„British Steel“ war nicht nur für JUDAS PRIEST ein wegbestimmendes Werk, es hob den traditionellen Heavy Metal damals auf eine neue Stufe und beeinflusste auch die weitere Entwicklung der NWoBHM. 30 Jahre nach dem ursprünglichen Release, gibt es von diesem ewigen Metal-Highlight eine ganz besondere Ausgaben: die „30th Anniversary Deluxe Edition“. Diese wiederum gibt es in der Deluxe 2-Disc-Version sowie in der Limited Expanded 3-Disc-Version.
Die 2-Disc-Ausgabe beinhaltet das Original-Album in remastereder Form mit zwei Bonustracks, sowie die 30th Anniversary-DVD. Der Limited 3-Disc Edition liegt zusätzlich noch das 30th Anniversary Live-CD bei. Das alles kommt in einem schönen, mehrfach aufklappbaren Digi-Pack, welches durch einen zusätzlichen Pappschuber geschützt ist.

Gut, fangen wir mal beim remastered Original-Album an. Gegenüber dem ursprünglichen Release wurde ihm ein besserer Sound verpasst, ohne dass die Stücke etwas von ihrem Old-School-Charme verloren haben. Sich hier groß über die Stücke, die jeder Metalhead kennt, auszulassen, ist ein bisschen wie Eulen nach Athen tragen. Es sind fast durchweg Heavy-Metal-Klassiker, die unzählige Bands musikalisch – und viele auch bei der Namensfindung – beeinflusst haben. Einen wirklich schwachen Song gibt es nicht. Die Briten haben – wie mir gerade beim Hören auffällt – für die damalige Zeit auch ziemlich abwechslungsreich komponiert.
Der Stampfer „Metal Gods“, die vergleichsweise dynamischen „Rapid Fire“ und „Grinder“, „Breaking The Law“ mit einem der wohl meistnachgespielten Riffs im Metal überhaupt, das groovy-walzende „The Rage“, die Metal-Hymne „United“, die eingängige Mitgrölnummer „Living After Midnight“ und das straighte Steeler“ – sie alle haben sicherlich Musikgeschichte geschrieben. Kurzum: „British Steel“ gehört ohnehin in die Sammlung jedes Metal-Fans. In dieser Ausgabe bekommt es sogar noch die beiden Bonustracks „Red, White & Blue“ und eine Live-Version von „Grinder“ spendiert.
Für den Besitzer des Originalalbums scheint die remastered Version vielleicht nicht soo interessant, dafür der Rest des Bundles. 2009 spielten JUDAS PRIEST im Rahmen ihres 30-jährigen Tourjubiläums in der „Seminole Hard Rock Arena“ in Florida die komplette Tracklist von „British Steel“ plus einiger weiterer früherer oder späterer Klassiker wie „The Ripper“, „Victim Of Changes“, „Freewheel Burning“ oder „Prophecy“ (vom letzten Album „Nostradamus“). Dieses Konzert wurde mitgeschnitten und findet sich auf DVD in beiden Deluxe-Bundles. JUDAS geben sich bei dem Event als die professionellen Musiker, die sie sind und präsentieren sich auch in bester Spiellaune.
An der technischen Leistung der Band gibt es überhaupt nichts zu mäkeln, selbst Rob Halfords manchmal in Kritik geratene Stimmbreite kommt überraschend gut zur Geltung. Sogar die hohen Screams stellen bei dem Konzert offenbar kein Problem dar (eine Ausnahme bei der Eröffnungssequenz zu „Ripper“, die etwas schief klingt). In Sachen Mobilität gibt sich Mr. Halford gelassener. Er schreitet meist gemächlich über die Bühne und lässt sozusagen seine Stimme für sich sprechen. Seine saitenaxtschwingenden Mitstreiter wirken in der Hinsicht wesentlich fitter und agiler. Die Briten liefern dem Publikum aber genau die Show, die es mag, einschließlich des obligatorischen Motorrad-Auftritts bei „Freewheel Burning“, Twin-Lead-Duellen oder gemeinschaftlichem Headbangen. Und die Präsentation des gesamten „British-Steel“-Albums live ist natürlich der Anheizer schlechthin.
Bild- und Tonqualität des Mitschnitts sind einwandfrei. Die Regie macht in Sachen Schnitte, Kameraführung, Einblendungen und Zoomes einen prima Job. Die Perspektiven sind abwechslungsreich, ohne jemals hektisch zu wirken. Auch der authentische Enthusiasmus des Publikums kommt hervorragend zur Geltung. Die Interaktion der Band mit ihm gestaltet sich ziemlich fruchtbar.
Als Special enthät die DVD noch ein ca. 30-minütiges „The Making Of British Steel“, welches in erster Linie aus Interviews mit den Musikern besteht. Hier wären deutsche Untertitel eine vernünftige Maßnahme gewesen.
Wer sich die 3-Disc-Edition gönnt, bekommt den Konzertmitschnitt aus Florida zusätzlich nochmal auf CD für den rein auditiven Genuss („Prophecy“ fiel dabei wohl der Spielzeit-Schere zum Opfer). Ein Muss ist es angesichts der DVD vielleicht nicht, der wahre Sammler und Die-Hard-JUDAS-Fans werden sich aber nicht zurückhalten können und sich diese Ausgabe zulegen.

Doch egal für welche Edition man sich letztendlich entscheidet: wenn man JUDAS PRIEST mag, macht man mit einer Anschaffung von „British Steel 30th Anniversary Deluxe Edition“ garantiert nichts verkehrt. Selbst Besitzer des Original-neun-Trackers erhalten nochmal einen Kauf-Anreiz. Mit der Veröffentlichung dieser Edition wird einem ganz großen Heavy-Metal-Album, einem wirklichen Meilenstein des Genres, nochmal in angemessener Form gehuldigt.

Bewertung: 9.5 / 10

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