CD-Review: Judas Priest - British Steel

Besetzung

Rob Halford – Gesang
Glenn Tipton – Gitarre
K.K. Downing – Gitarre
Ian Hill – Bass
Dave Holland – Schlagzeug

Tracklist

01. Rapid Fire
02. Metal Gods
03. Breaking The Law
04. Grinder
05. United
06. You Don't Have To Be Old To Be Wise
07. Living After Midnight
08. The Rage
09. Steeler


JUDAS PRIEST gehören heute zu den festen Institutionen der Metal-Szene. Das war auch schon 1980 so. Immerhin hatten die fünf Briten ein Jahr zuvor ihr Überalbum „Hell Bent For Leather“ veröffentlicht. Mit „British Steel“ konnten sie dann nahtlos an ihre Erfolge aus den späten Siebzigern anknüpfen.

Gleich der Opener „Rapid Fire“ zeigt alles, wofür JUDAS PRIEST bekannt sind: ein toller Riff und ein fetter Groove als Grundgerüst, auf dem Robs Gesang mit dem bekannten rollenden R und die berühmten Lead-Duelle zwischen Glenn Tipton und K.K. Downing liegen.
Das anschließende „Metal Gods“ verfügt über einen ähnlichen Aufbau. Jedoch hat das Quintett bereits 1980 kruz mit einem Stimmverzerrer und elektronischen Effekten gespielt. Das ist eine Sache, die auch heute noch als innovativ gilt und zeigt, wie weit die Priester ihrer Zeit damals voraus waren. Besonders erwähnen sollte man vielleicht auch die tolle Bridge, die uns mit einer herrlichen Melodie überrascht.
Mit „Breaking The Law“ folgt dann einer der großen Hits der Band. Eigentlich könnte ein Song kaum simpler gestaltet sein: simple Riffs, ein stoischer Groove und ein gesprochener Refrain. Das hört sich irgendwie nicht besonders spektakulär an. Aber verdammt nochmal! Das rockt! Da geht der Daumen ganz weit nach oben!

Auch der „Grinder“ darf heute auf keinem Priest-Konzert fehlen. Der Riff dieses Stückes ist wohl nach seiner Veröffentlichung zigtausend mal kopiert worden. Aber wen wundert das auch? Gehört er doch zu den klassischen Standards der Metal-Riffs. Rob bietet hier seinen markanten abgehackten Gesang mit dem rollenden R und auch die Leads von Glenn und K.K. sind mal wieder aller erste Sahne. Wenn das kein Klassiker ist, dann weiß ich auch nicht!
„United“ hingegen geht fast schon in die Hardrock-Richtung. Abgehackte Riffs und tolle Gesangsmelodien charakterisieren dieses Stück, das über einen hymnischen Refrain verfügt und für viele heute noch den Zusammenhalt in der Metal-Szene darstellt.
„You Don’t Have To Be Old To Be Wise“ ist dann wieder ein reinrassiges Metal-Stück, das auf einem großartigen Riff aufbaut. Aber vom Prinzip her ist das eigentlich nichts Spektakuläres. Das ist die altbekannte Formel des Heavy Metal. Was allerdings JUDAS PRIEST ausmacht ist die tolle Umsetzung dieses Rezeptes. Vor allem dank der Herren Halford, Tipton und Downing.

„Living After Midnight“ ist dann wohl eines der bekanntesten Stücke des britischen Fünfers. Zigtausendmal ist es innerhalb und außerhalb der Metal-Szene gecovert worden. Aber wer könnte das nicht verstehen? Der tolle Groove swingt locker vor sich hin und auch insgesamt macht der Track einfach nur Spaß. Viele Musiker würden töten, um einmal so ein Meisterwerk zu kreieren.
„The Rage“ ist das wohl außergewöhnlichste Stück auf „British Steel“. Es basiert nicht etwa auf einem Gitarren-Riff, sondern auf einer Bass-Linie. Und entsprechend erdig und groovig fällt natürlich auch der Rest des Stückes aus, das damit beweist, dass nicht nur Halford, Tipton und Downing großartige Musiker sind, sondern auch ihre Kollegen Ian Hill und Dave Holland einiges auf dem Kasten haben.
Am Ende des Albums steht dann schlussendlich noch „Steeler“. Eine fröhliche Uptempo-Nummer die mit den gewohnten Priest-Elementen punkten kann. Stoischer Groove, toller Gesang und erdiges Riff. Herausheben sollte man bei diesem Track vielleicht das tolle Solo, das einmal mehr zeigt, dass es für heutige Gitarristen verdammt schwierig sein dürfte, die berühmt-berüchtigten Lead-Duelle von Glenn und K.K. Zu überbieten.

Heute mag „British Steel“ vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß und sogar ein bisschen einförmig wirken. Aber JUDAS PRIEST haben mit diesem Silberling ein Werk geschaffen, das 1980 kaum an Härte und Attitüde zu überbieten war. Zudem ist die technische Umsetzung des Materials einfach nur große Klasse. Nicht umsonst orientieren sich noch heute viele Künstler an der Besetzung von „Hell Bent For Leather“ und „British Steel“. Außerdem kann ein Album, das mit „Breaking The Law“, „Grinder“ und „Living After Midnight“ gleich drei Standards der Szene enthält nicht wirklich schlecht sein…

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: