CD-Review: Korpiklaani - Spirit Of The Forest

Besetzung

Jonne – Gesang, akustische und elektrische Gitarre, Shaman Drum
Honka – Gitarre
Arto – Bass
Hittabainen – Violine, Flöte, Jouhikko
Matson – Schlagzeug
Ali – Percussion
Samu „Döminätör“ Ruotsalainen – Schlagzeug (Session)
Jay Bjugg – zusätzliche Gitarren
Tarnanen - Akkordeon

Tracklist

01. Wooden Pints
02. Before The Morning Sun
03. God Of Wind
04. With Trees
05. Pellonpekko (Instrumental)
06. You Looked Into My Eyes
07. Hullunhumppa (Instrumental)
08. Man Can Go Even Through The Grey Stone
09. Pixies Dance (Instrumental)
10. Juokse Sinä Humma (Instrumental)
11. Crows Bring The Spring
12. Hengettömiltä Hengiltä
13. Shaman Drum
14. Mother Earth (Instrumental)


Von Korpiklaani hatte ich zwar noch nie etwas gehört, aber ich fand das schon überaus intressant, als ich die ersten Anzeigen in den Magazinen gesehen hab, in dem „Spirit Of The Forest“ ganz groß neben der neuen Falkenbach beworben wurde. Auch wenn’s das erste Album unter dem Namen Korpiklaani, zu deutsch übrigens „Klan des Waldes“, ist, ist es nicht wirklich ein Debüt, denn die Band existierte schon vorher unter dem Namen Shaman. Da haben die auch 2 oder 3 Alben rausgebracht, aber ich hab nie etwas davon gehört.

Allein die Bandbreite der Instrumente ist schon vielversprechend: Neben Gitarren, Bass, Schlagzeug und Percussion-Instrumenten werden ein Akkordeon, Geigen, Flöten und auch wunderliche Sachen wie Shaman Drum oder Jouhikko verwendet… Fragt mich aber bitte nicht, was das sein soll!
Gleich zu Beginn legen die sechs Finnen (drei Gastmusiker waren hier noch beteiligt) mit „Wooden Pints“ richtig los und zeigen wo der Hammer hängt… oder eher das Trinkhorn. Am Anfang klingts zwar irgendwie irisch, aber trotzdem finnisch, jedenfalls klingts gut. Wer hier schon Skyclad-Vergleiche anbringen will, liegt vielleicht schon mal gar nicht so falsch, Korpiklaani sind jedoch noch nen Zacken härter und haben massig mehr folkloristische Elemente in ihrer Musik. Auch die Stimme des Frontmanns hebt sich von anderen Bands der Richtung ab, denn die klingt nicht mehr ganz nüchtern, eigentlich schon ziemlich versoffen und ziemlich rau. Sogar die Texte passen dazu, allein in „Wooden Pints“ kommen etliche hübsche Zeilen wie „…They yoik and sind and they fight and dance `til the morning…..they just wanna get drunk and party…..they need women, meat, beer and rom…..“ und andere lyrische hochwertige Ergüsse.
So geht’s auch im folgenden weiter, doch irgendwie hat jeder Song eine eigene Identität, wohl auch wegen der Vielzahl der Instrumente, und teilweise sogar richtig heftige Eingängigkeit, und das ist auf jeden Fall positiv gemeint.Und trotz des sehr hohen Anteils an volkstümlichen Melodien kommt der Metal-Anteil nie zu kurz. Im Gegenteil, teilweise sind sogar waschechte Headbanger-Riffs dabei – hier ist „Folk“ und vor allem „Metal“ eben angebracht und passend.

Eine besondere Stärke der Scheibe liegt in den Instrumentals, die mir besonders gut gefallen. Insgesamt sind das gleich fünf an der Zahl, von denen alle überaus lustig und tanzbar sind und dazu jeder Bar einen neuen Topumsatz bescheren. Richtig geil ist dabei vor allem „Pixies Dance“, da wird gefrickelt was die Geige hergibt – so würden Dream Theater klingen, wenn sie in finnischen Wäldern aufgewachsen wären und keine elektrischen Instrumente gekannt hätten ;-)
Es gibt aber nicht nur schnelle und lustige Stücke, auch langsame, atmosphärische Stücke sind dabei, wie etwa das sehr gemächliche „With Trees“.

Korpiklaani liefern mit „Spirit Of The Forest“ ein überaus fesches „Debüt“ ab, das sich vor keiner Band verstecken braucht und locker in der Skyclad-Liga mitspielen kann. Meiner Meinung nach sind die Finnen gar besser als die Engländer, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Reinhören ist aber angesagt, denn Korpiklaani sind zugleich mehr Metal und mehr Folk als vieles andere was es in diesem Genre gibt und wohl schon deshalb von vornherein übelst Geschmackssache.
Meine Bewertung von 7.5 sollte man schon fast als neutrale Bewertung auffassen. Genrefans und Hörer, die Gefallen an den unmetallischen Instrumenten finden dürfen noch 1.5 bis 2 Punkte dazurechnen. Jemand, der dagegen schon mit Skyclad oder Mägo de Oz seine Probleme hat, wird sich auch hier ziemlich schwer tun. Meiner Meinung nach jedenfalls sind Korpiklaani“ eine Band mit einer großen Zukunft im Folk Metal Genre, und neben „Gaia“ von Mägo de Oz“ ist „Spirit Of The Forest“ DAS Highlight dieser Sparte im abgelaufenem Jahr 2003.

Bewertung: 7.5 / 10

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