CD-Review: Lordi - Scare Force One

Besetzung

Mr. Lordi – Gesang
Amen – Gitarre
Ox– Bass
Mana – Schlagzeug
Hella – Keyboards

Tracklist

01. SCG7: Arm Your Doors and Cross Check
02. Scare Force One
03. How To Slice A Whore
04. Hell Sent In The Clowns
05. House Of Ghosts
06. Monster Is My Name
07. Cadaver Lover
08. Amen’s Lament To Ra II
09. Nailed By The Hammer Of Frankenstein
10. The United Rocking Dead
11. She’s A Demon
12. Hella’s Kitchen
13. Sir, Mr. Presideath, Sir!


Oje, das ging aber schnell. Nur anderthalb Jahre nach dem eher durchwachsenen „To Beast Or Not To Beast“ liegt mit „Scare Force One“ das nächste Album von LORDI vor, den finnischen Shockrockern in den beachtenswerten Monsterkostümen. Insgesamt ist es schon das siebte Studioalbum, und naive Naturen könnten in all den Jahren auf etwas Entwicklung hoffen. LORDI dagegen machen schon im Titeltrack klar, was passieren wird: „there’s no denying what’s coming here„. Nichts Neues, so viel steht schnell fest.

Stattdessen gibt es altbewährte Kost. Mit dem Opener „Scare Force One“ ist bereits die musikalische Marschrichtung klar. Wieder einmal bieten LORDI Shock Rock im eher gemäßigten Tempo, wobei es natürlich schnellere Ausbrecher gibt („Nailed By The Hammer Of Frankenstein“, „How To Slice A Whore“). Die Atmosphäre der Tracks steht immer im Vordergrund und wird durch Keyboardparts, Halleffekte, längere Intros und besonders durch den rauen und charakteristischen Gesang von Mr. Lordi getragen. Ein Lob an seinen Gesang ist definitiv angebracht – Mr. Lordi klingt immer noch so wohlig-gruselig wie auf den ersten Alben der Band.

So entstehen einige eingängige und dichte Songs, die Potential zum Ohrwurm haben. Besonders das ruhige „House Of Ghosts“ ist ein Beispiel dafür, wie solide auch einfache Songs sein können, wenn man sie nur gut inszeniert. Solche einzelnen Höhepunkte vermögen aber leider nicht darüber hinwegzutäuschen, dass LORDI ansonsten auf „Scare Force One“ sich einmal mehr in simpelstem Schema F durch ihre Songs prügeln. Sogar die Strophenanzahl wurde für maximale Refrainhäufung reduziert. Und so kennt man die Songs in aller Regel nach den ersten 80 Sekunden und kann nur noch hoffen, dass die Bridge etwas Neues bringt – was sie dann erstaunlich oft tut, aber dennoch hat man bis dahin gefühlte zehn Mal den Refrain um die Ohren gehauen bekommen. Auch in dieser Hinsicht knüpfen LORDI also an den direkten Vorgänger an.

Was ist noch übrig vom typischen LORDI-Sound? Die amüsant-überzogenen Geschichten in den Songs vielleicht. Aber selbst die hier platzierten Provokationen sind inzwischen so vorhersehbar, dass sie nicht mehr zünden. Mal sehen – Verstümmelungen? Check: „How To Slice A Whore“. Nekrophilie? Check: „Cadaver Love“. Schimpfworteskapaden im schlimmsten „Parental Advisory – Explicit Content“-Stil? Check: „Monster Is My Name“. Den Kannibalismus muss ich entweder übersehen haben oder die Band hebt ihn für spätere Bonustracks auf, wer weiß.

Alles in allem haben sich LORDI mit „Scare Force One“ endgültig darauf beschränkt, ihr Stammpublikum zu bespielen. Die werden an dem Album sicher auch etwas Gutes finden, und handwerklich sind einige Songs guter Shock Rock. Nur fehlt LORDI jeder Willen, über ihre eigenen, eng gesetzten Grenzen hinauszugehen.

Bewertung: 5.5 / 10

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