CD-Review: Lordi - Sexorcism

Besetzung

Mr. Lordi - Gesang
Amen - Gitarre
Ox - Bass
Mana - Schlagzeug, Gesang
Hella - Keyboards

Tracklist

01. Sexorcism
02. Your Tongue's Got The Cat
03. Romeo Ate Juliet
04. Naked In My Cellar
05. The Beast Is Yet To Cum
06. Polterchrist
07. SCG9: The Documented Phenomenon
08. Slashion Model Girls
09. Rimskin Assassin
10. Hell Has Room (No Vacancy In Heaven)
11. Hot & Satanned
12. Sodomesticated Animal
13. Haunting Season


Der legendäre Sieg von LORDI beim Eurovision Song Contest liegt mittlerweile satte 12 Jahre zurück. Die anschließenden Alben „Deadache“ und „Babez For Breakfast“ konnten noch weitgehend überzeugen, ehe mit „To Beast Or Not To Beast“ und „Scare Force One“ eher durchwachsene Longplayer vorgelegt wurden. Bei den Songlängen des neunten Studioalbums „Sexorcism“ fällt auf, dass LORDI im Jahr 2018 ausufernder agieren. Ein Trend, der sich bereits beim Vorgänger „Monstereophonic: Theaterror vs. Demonarchy“ abzeichnete und eventuell den ersehnten frischen Wind in die Musik der Finnen bringt.

Der Titeltrack wird vom Ambient-Klängen und Piano eingeleitet, die kurzfristig für die Gitarren, Schlagzeug und Keyboard den Platz räumen müssen. Spätestens mit dem Gesang von Mr. Lordi wird der typische Band-Sound, der sich bereits vorher angedeutet hatte, in vollem Umfang umgesetzt. Dazu gehören ebenso die Background-Chöre, wie auch Horror-kitschige Momente. Wirklich einfallsreich ist der fast siebenminütige Einstieg aber nicht geraten, was auch durch den unspektakulären Ein-Wort-Refrain unterstrichen wird.

Im weiteren Verlauf des Longplayers gibt es aber immerhin einzelne Songs, die mitreißend gestaltet sind und mit ihren Schauergeschichten, sowie den energiegeladenen Refrains die frühen Zeiten von LORDI aufleben lassen: Beispielsweise „Romeo Ate Juliet“ mit seinen groovenden Soli oder das eindeutig zweideutige „The Beast Is Yet To Cum“. Oftmals macht es aber den Eindruck LORDI würden gerne mehr abliefern, als sie im Jahr 2018 noch im Stande sind. „Polterchrist“ ist äußerst zäh geraten, „Slashion Model Girls“ dümpelt vor sich hin und „Hell Has Room“ hat einen hohen Nervfaktor in petto.

LORDI haben mit „Sexorcism“ ein solides, aber gerade im Vergleich zu ihren frühen Alben nur an wenigen Stellen mitreißendes, Album aufgenommen. Hits wie „Devil Is A Loser“, „Blood Red Sandman“ oder „This Is Heavy Metal“ scheinen Geschichte, zu gezwungen und ohne die gewisse Leichtigkeit wirken viele der neuen Titel. Auch die längeren Laufzeiten entpuppen sich als Mogelpackung, da sie meistens mit unwichtigem Füllmaterial bestückt wurden. Langjährige Fans könnte dieses Album einigermaßen versöhnlich stimmen, da der gewohnte Sound beibehalten wird. Darüber hinaus wird es aber auch mit diesem Release für die Finnen schwierig bleiben noch einmal ernsthaftes Gehör zu finden.

Bewertung: 6 / 10

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2 Kommentare zu “Lordi – Sexorcism”

  1. Moritz Grütz

    Dieses Cover ist so furchtbar grausaum schlecht, dafür alleine gehören dem Album 10 Punkte abgezogen. Davon abgesehen: Braucht es die Band eigentlich wirklich noch? War mir The Arockalypse nicht irgendwie alles gesagt?

    1. conaly

      Hab die damals eigentlich gerne gehört, aber das neuere Zeugs ist zum Teil einfach nur total langweilig (wobei von der aktuellen Platte bisher nur zwei Tracks gehört hab, die aber zugegebenermaßen wieder deutlich mehr nach den ersten Platten klangen).

      Aber die Frage nach „braucht es noch“ sollte sich bei einer Band eigentlich nicht stellen. Die Band hat vor dem Eurovision existiert und hätte auch ohne Teilnahme am ESC sicher nicht anders weitergemacht (die Deadache-Platte von 2008 fand ich sogar besser als The Arockalypse). Und was definiert denn, wann eine Band gebraucht wird und wann nicht mehr?

      Beim Cover hier muss ich allerdings zustimmen, da muss man sich fast fremdschämen dafür.

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