CD-Review: Mastodon - Emperor Of Sand

März 2017

Besetzung

Troy Sanders – Gesang, Bass
Brent Hinds – Gesang, Gitarre
Brann Dailor – Gesang, Schlagzeug
Bill Kelliher – Gitarre

Tracklist

01. Sultan's Curse
02. Show Yourself
03. Precious Stones
04. Steambreather
05. Roots Remain
06. Word To The Wise
07. Ancient Kingdom
08. Clandestiny
09. Andromeda
10. Scorpion Breath
11. Jaguar God


Drei Jahre sind seit „Once More ‘Round The Sun” vergangen und nun legen MASTODON endlich ein neues Album nach, das schon vor der ersten veröffentlichten Note für jede Menge Diskussionen und Hoffnungen unter den Fans sorgte. Denn erstmals seit 2009 arbeitete die Band wieder mit Produzent Brandan O’Brian zusammen, der sich damals für „Crack The Skye“ verantwortlich zeichnete, welches das magische Trio von „Leviathan“ und „Blood Mountain“ beschloss und nicht wenigen Fans als stärkstes Album der Band gilt. Nun also steht mit „Emperor Of Sand“ die neue Platte von MASTODON ins Haus.

Einigen Fans der Band fehlten auf den Alben post-„Crack The Skye“ die unglaublichen Rifflawinen und tonnenschweren Gitarrensounds, denn mit „The Hunter“ (2011) und „Once More ‘Round The Sun“ (2014) wurde die Band nicht nur leichter zugänglich, sondern verschob ihren Sound auch hin zu luftigeren Gitarrenklängen, die nicht selten an Space Rock erinnerten. Folgt nun also mit „Emperor Of Sand“ die Rolle rückwärts?

Keineswegs und doch ein bisschen, könnte man auf diese Frage antworten – eine Antwort, die wunderbar ins Gesamtbild von MASTODON passt. Denn auf ihrer neuen Scheibe präsentieren die Herren aus Atlanta einige Songs, die sich dem Hörer sofort erschließen („Show Yourself“) und diesen begeistern sowie Nummern, die eine logische Fortsetzung des vorangegangenen Albums darstellen („Sultan’s Curse“). Dabei sind diese Tracks jedoch alles andere als eindimensional oder gar langweilig, ganz im Gegenteil. Denn zum einen ist es faszinierend zu sehen, wie MASTODON komplexe Arrangements für den Hörer einfach verständlich gestalten und zum anderen werden die poppigen Passagen in bester Prog-Manier immer wieder ansatzlos von Rock-Eruptionen durchbrochen und erschüttert („Roots Remain“).

Doch es gibt selbstverständlich auch dicke Riffs auf „Emperor Of Sand“, wie etwa in „Stormbreather“ und „Scorpionbreath“, während derer die Truppe die Sludge-Gitarren von der Leine lässt, was speziell Fans der eingangs erwähnten Album-Trilogie einen wohligen Schauder über den Rücken laufen lassen dürfte, ebenso wie die Riff-Breaks auf „Andromeda“. Zudem gibt es Ausflüge in klassiche Prog- und Pink-Floyd-Gefilde („Clandestinity“ und „Jaguar God“) sowie auf „Precious Stones“ eine amtliche Psychedelic-Schlagseite. All diese verschiedenen Einflüsse verbinden MASTODON zu einem organischen Ganzen, wie „Ancient Kingdom“ exemplarisch zeigt – wem dieser Song zusagt, dem wird auch den Rest der neuen Platte gefallen.

Zurück zum Klang alter Tage geht es für MASTODON also mit ihrem neuen Album auf keinen Fall. Vielmehr geht man den auf den letzten beiden Alben eingeschlagenen Weg weiter, locker-proggige Tracks zu schreiben, die allerdings nun wieder verstärkt mit harten, dicken Riffs garniert werden. So gesehen schlägt die Band mit „Emperor Of Sand“ durchaus wieder einen neuen Pfad ein, auch wenn sie dabei Vorsicht walten lässt.
Doch so großartig diese Platte auch ist, irgendwie kommt man nicht umhin MASTODON zu wünschen, sich einfach einmal komplett von ihrer Metal-Vergangenheit zu lösen (auch wenn man dieses Riffing schmerzlichst vermissen würde) und sich vollständig ihren Space-Rock-Tendenzen zu widmen – „Jaguar God“ und „Clandestinity“ legen nahe, dass da etwas Geniales bei rumkommen könnte. Und mit „Blood Mountain“ haben die Herren aus Atlanta ohnehin eines der besten Riff-Alben aller Zeiten geschrieben – vielleicht ist es an der Zeit, sich einfach mal komplett der inneren Außergewöhnlichkeit beziehungsweise Eigenartigkeit zuzuwenden.
Nichtsdestotrotz ist „Emperor Of Sand“ ein mächtiges und zugleich cooles Album geworden, dass jedem Fan von MASTODON ein Fest sein dürfte und zudem einen guten Einstiegspunkt in eine der (gegenwärtig) größten kreativen Kräfte des (Prog) Metal darstellt.

Bewertung: 9 / 10

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