CD-Review: Motörhead - Better Motörhead Than Dead – Live At Hammersmith

Besetzung

Ian “Lemmy” Kilmister – Gesang, Bass
Philip “Wizzo” Campbell – Gitarre
Mikkey Dee – Schlagzeug

Tracklist

CD 1:
01. Dr. Rock
02. Stay Clean
03. Shoot You In The Back
04. Love Me Like A Reptile
05. Killers
06. Metropolis
07. Love For Sale
08. Over The Top
09. No Class
10. I Got Mine
11. In The Name Of Tragedy
12. Dancing On Your Grave

CD 2:
01. R.A.M.O.N.E.S.
02. Sacrifice
03. Just 'Cos You Got The Power
04. (We Are) The Road Crew
05. Going To Brazil
06. Killed By Death
07. Iron Fist
08. Whorehouse Blues
09. Bomber
10. Ace Of Spades
11. Overkill


“Und was hast du bekommen”
„Das neue MOTÖRHEAD-Live-Album!“
„Wie uncool!“

Möglich, dass das ein oder andere Schulhofgespräch heute so oder ähnlich abläuft, in meinem betagten Alter kann ich das aber nicht bezeugen. Möglich wäre es, weil ein MOTÖRHEAD-Live-Album eben alles ist, aber nichts Besonderes oder irgendetwas, das irgendjemand noch unbedingt braucht. Auf diesem Gebiet machen sie den Kollegen von Manowar durchaus alle Ehre. Wie viele Live-Alben sind es nun, ist es zum 30-jährigen Jubiläum schon die zehnte Livescheibe? Schwer zu sagen, und deswegen soll es hier nun auch erstmal nur um das schick mit „Better Motörhead Than Dead – Live At Hammersmith“ betitelte Album gehen.

Angefangen bei der Verpackung ist der Ersteindruck eher weniger überragend. Das Frontbild ist bunt wie ein Regenbogen und… nun ja, ebenso hässlich wie die Band selbst, mehr sieht man darauf ja nicht. Das Digipack aufgeschlagen freut man sich über das stilvolle „49% Motherfucker, 51% Son of a bitch“ und im Booklet findet man eben ein paar Standardfotos und Dankesworte. Wie es sich eben gehört. Einen Schmünzler entlockt die Booklet-Rückseite, für die einige Firmen wohl Gelder fließen ließen, bestmögliches Product-Placement.

Die beiden CDs bieten mit fast zwei Stunden die volle Dröhnung MOTÖRHEAD, und wie das klingt, das weiß inzwischen eh jeder, nicht? Partymusik und Rock’n’roll pur für die meisten unter uns, könnte man sagen. Was, um die Ecke steigt eine feuchfröhliche Kneipenschlägerei mit einer Horde betrunkener Biker? Nicht ohne MOTÖRHEAD, bitte. Und so, wie diese Mucke zu klingen hat, so klingt sie auch: Verwaschen, dumpf und einfach saudreckig und genau so muss es hier halt auch sein, um zu wirken wie es zu wirken hat. Lemmys Ansagen versteht man eh vom ersten Ton an kaum, aber wer will das auch schon wirklich? Macht eh viel mehr Spaß, ihm zuzuhören, wie er in seinen jackygetränkten Schnäuzer hineinlallt.
Schade nur, dass vom aktuellen Album „Kiss Of Death“ kein Lied dabei ist – das Material hier ist ja auch schon zwei Jahre alt. Aufgenommen wurde es am 16. Juli 2005 – also ziemlich genau zwei Jahre vor Veröffentlichung – beim Konzert zum 30-jährigen Jubiläum im alterwürdigen Hammersmith, wo schon 1981 das legendäre „No Sleep ‚til Hammersmith“ aufgenommen wurde.

Leute, echt, was wollt ihr hier noch lesen? Dass Textstellen wie „Killers, we kill you till you die“ oder „You know we ain’t too good looking / But we are satisfied” einfach kultig sind und mächtig Spaß machen? Zu MOTÖRHEAD wurde schon alles gesagt, deswegen belassen wir es nun damit und ziehen folgendes Fazit: “Better Motörhead Than Dead” kann sich der kaufen, der alles von MOTÖRHEAD zum Überleben braucht oder noch kein Live-Album der Altmeister sein Eigen nennt.

Keine Wertung

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