CD-Review: Narbeleth - Indomitvs

Besetzung

Dakkar – Gesang, alle Instrumente

Tracklist

01. The Distortion Of Life
02. When The Sun Has Died
03. The Lower Point Of The Star
04. Herald Of The Dawn
05. The First To Rise
06. Via Profane Crafts
07. Sinister Laberynths Of Human Soul
08. Daudmellin (Arckanum-Cover)


Zwei Monde, ein Pentagram, ein Hirschgeweih und eine Fackel – viel typischer skandinavisch könnte „Indomitvs“ von NARBELETH kaum aussehen. Wer die Band deswegen aber in Finnland, Schweden oder Norwegen verortet, liegt grob daneben: Das Projekt wurde 2008 im sonnigen Havanna auf Kuba gegründet.

Mit „Indomitvs“ erscheint dieser Tage über das deutsche Label Folter Records das bereits vierte Studioalbum von NARBELETH. Von karibischem Flair und sonnigen Vibes ist „Indomitvs“ jedoch so weit entfernt wie die Sandstrände Kubas vom eisigen Nordmeer. Statt dessen bietet Mastermind und einziges Bandmitglied Dakkar den Hörern einmal mehr Black Metal, der vor allem dadurch überrascht, wie authentisch skandinavisch er klingt.

Eisige Gitarren, die sich die meiste Zeit über in so schnellen wie frostigen Riffs ergehen, harsche Screams und ein Sound, der diesen Retro-Charakter unterstreicht, ohne all zu billig zu klingen, lassen an der Zielsetzung bei NARBELETH keine Sekunde zweifeln: Hier wird dem Black Metal der 90er gehuldigt. Und das alles andere als schlecht. Gerade im mit Akustik-Gitarren verstärkten „Sinister Laberynths Of Human Soul“, aber auch bei dem einen oder anderen durchaus gelungenen Riff wird bei NARBELETH eine stimmige Atmosphäre aufgebaut.

Leider gelingt es NARBELETH wie schon auf dem Vorgänger „Through Blackness, And Remote Places“ nicht, ihrer Musik darüber hinaus einen ureigenen Stempel aufzudrücken. So klingt „Indomitvs“ zwar alles in allem wie ein Lehrbeispiel für truen Black Metal – jedoch nicht nach mehr. Ohne den Exoten-Bonus sind NARBELETH damit qualitativ bestenfalls im Sektor „Durchschnittskost“ zu verorten – zumal es „Indomitvs“, verglichen mit dem direkten Vorgänger, merklich an Schwung fehlt. Was auf „Through Blackness, And Remote Places“ noch vergleichsweise fetzig daherkam, klingt diesmal mitunter etwas dröge.

Dass durchaus solider Black Metal der alten Schule auch aus Kuba kommen kann, mag zunächst überraschen – andererseits gibt es in Zeiten der Internationalisierung und Globalisierung ja nichts, was es nicht gibt. Lässt man die Herkunft außer Acht, legt Dakkar mit „Indomitvs“ ein solides Black-Metal-Album vor, wie man sie aus Schweden allerdings quasi täglich lasterweise angekarrt bekommt. Sieht man von einigen, wenigen Höhepunkten ab, kann das Werk nicht einmal mit dem knackigen Vorgänger mithalten und bleibt damit hinter den Erwartungen im Morast der Durchschnittlichkeit zurück.

Bewertung: 5 / 10

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