CD-Review: Opeth - My Arms, Your Hearse

Besetzung

Mikael Akerfeldt - Gitarre, Gesang
Peter Lindgren - Gitarre
Martin Mendez - Bass (wurde von Akerfeldt eingespielt)
Martin Lopez - Schlagzeug

Tracklist

01. Prologue
02. April Ethereal
03. When
04. Madrigal
05. The Amen Corner
06. Demon Of The Fall
07. Credence
08. Karma
09. Epilogue
10. Circle Of The Tyrants (Celtic Frost Cover)*
11. Remember Tomorrow (Iron Maiden Cover)*

*Bonustracks auf dem Re-Release (2000) und der LP


OPETH – das müsste eigentlich schon genügen um 10 Punkte hier zu vergeben. Aber einigen scheinen diese netten Herren wohl noch nicht bekannt zu sein, also will ich mal nicht so sein. Die aus Schweden stammende Band hat Künstler inne die man aus Bands kennt wie z.B. Mikael Akerfeldt (Bloodbath, hat bei Ayreons „The Human Equation“ mitgewirkt) oder auch Martin Lopez (ex-Amon Amarth). Jeder der 4 Musiker trug seinen Teil bei und sie erschufen ein Meisterwerk, was ich bisher noch nie in solcher Perfektion und mit so vielen Facetten erleben durfte.

„My Arms, Your Hearse“ war ein großer Wendepunkt in der Geschichte von OPETH – Bassist Johan DeFarfalla verließ zusammen mit Schlagzeuger Anders Nordin die Band und so war Platz für die beiden Neuzugänge Martin Mendez und Martin Lopez. Das tat der Band sichtlich gut, denn auf dem dritten Album kam ein frischer Wind hinzu, der die Musik der Schweden noch glanzvoller und schöner erscheinen lässt. „My Arms, Your Hearse“ war nicht nur bis dato das härteste Album von OPETH sondern auch das progressivste. Dennoch sind die typischen Elemente wie die Verknüpfung von atmosphärischem Geplänkel und harter, extremer Musik oder auch die Vielfalt der Songs wiederzuerkennen. Von überlangen Songs wie z.B. „Black Rose Immortal“ von der „Morningrise“ (20min) verabschiedete sich der Vierer und man versuchte etwas ganz neues: Ein Konzeptalbum.
Im Großen und Ganzen geht es rein textlich gesehen bei „My Arms, Your Hearse“ um einen verstorbenen Mann der in das Hiersein zurückkehrt und seiner großen Liebe nacheifert – das alles wohl in einem Zeitraum von einem Jahr (Jahreszeiten werden bei Titeln wie „April Ethereal“ oder „Demon Of The Fall“ genannt).Doch darf man sich das jetzt alles nicht so einfach vorstellen. Hier werden nicht einfach ruhige Parts in harte Songs eingestreut – OPETH versuchen hier mit jedem Takt eine Stimmung dem Zuhörer zu vermitteln und das, so denke ich, haben sie hinbekommen. Sei es ein wenig Melancholie (!Credence“), Eifersucht („When“) oder blanker Zorn („Demon Of The Fall“). Die komplexen Songstrukturen sind überraschender Weise leicht verdauliche Kost die einfach immer den Weg in das Ohr findet und jedes Riff klingt einfach wunderbar – passt auch zum Song bzw. zum Text. Viele Bands benutzen irgendwelche einfachen Akkorde um ruhige Stellen als Lückenfüller zu missbrauchen, doch OPETH kreieren da lieber Progressive Rock artige, balladeske Passagen um den Zuhörer zu fesseln.

„My Arms, Your Hearse“ kann man in seiner Vielfalt einfach nicht beschreiben – man muss es hören und weiß dann sofort, dass man es haben muss. Die Zugaben durch die beiden Cover-Stücke „Circle Of The Tyrants“ von Celtic Frost und „Remember Tomorrow“ von Iron Maiden passen zwar eigentlich nicht auf diese CD aber die Neuauflagen dieser Klassiker können trotzdem überzeugen. Wer dieses Album noch nicht mit seinen Armen umschließt, sollte schnell den Sarg öffnen und es heranschaffen!

Bewertung: 10 / 10

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