CD-Review: Regarde Les Hommes Tomber - Ascension

Besetzung

TC — Gesang
JJS — Gitarre
AM — Gitarre
AB — Bass
RR — Schlagzeug

Tracklist

01. L‘Ascension
02. A New Order
03. The Renegade Son
04. The Crowning
05. Stellar Cross
06. La Tentation
07. Au Bord Du Gouffre


REGARDE LES HOMMES TOMBER konnten 2013 quasi aus dem Nichts mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum absolut begeistern. Ihre Mischung aus atmosphärischem Post-Black-Metal und brachialem Post-Hardcore war stets im riffgewaltigem Sludge verankert und brachte frischen Wind in eine oft gleichförmige Szene. Ihren Sound führten die Franzosen auf ihrem zweiten Album „Exile“ 2015 konsequent weiter, was auch für die konzeptuelle Ausrichtung ihrer Musik galt, die sich in poetischer Sprache religionskritischen Themen zuwandte. Fünf Jahre später liegt mit „Ascension“ nun der Abschluss dieser Trilogie vor. Darauf verschieben REGARDE LES HOMMES TOMBER den Fokus klar in Richtung Post-Black-Metal-Seite.

Wie auf den beiden Vorgängern eröffnen REGARDE LES HOMMES TOMBER auch ihr drittes Album mit einem ruhigen, bedrohlichen Intro – nur um im darauffolgenden „A New Order“ rasende Blastbeats und schnelles Tremolopicking zu entfesseln. Dabei erschaffen die fünf Musiker eine dichte, bedrohliche Atmosphäre, die sie das gesamte Album über aufrechterhalten. Die Stimmung ist dabei auch immer wieder von einer für Post-Hardcore typischen Stimmung getragen. Der Gesang, besser gesagt die tiefen Schreie von Sänger TC sind deutlich stärker in den Vordergrund gemischt als bisher und die druckvolle Produktion passt perfekt zur Musik auf „Ascension“.

Was letztere betrifft, kann „Ascension“ dem bisherigen Output von REGARDE LES HOMMES TOMBER allerdings nicht das Wasser reichen. Dass sich die Franzosen auf Black Metal fokussieren, ist zwar schlüssig, raubt in diesem Fall allerdings einen Großteil der Dynamik, die die beiden Vorgängeralben so stark gemacht hat. Auch das Attribut „Post-“ trifft es hier nur noch bedingt: Zwar gibt es einige langsamere Passagen, und ja, Atmosphäre dominiert. Dennoch gerät „Ascension“ über seine gesamte Spielzeit weitestgehend gleichförmig, und stilistische Ausbrüche finden kaum statt. Das bedeutet nicht, dass REGARDE LES HOMMES TOMBER nicht auch mit „Ascension“ ein starkes Stück Musik veröffentlicht haben – es ist einfach nur deutlich unspektakulärer und gleichförmiger.

Dennoch wissen REGARDE LES HOMMES TOMBER nach wie vor, wie man Dynamiken und eine Mischung verschiedener Musikstile einsetzt, was sie auf dem letzten Song des Albums beweisen: „Au Bord Du Gouffre“ springt vom Black Metal zum Death Metal, vom Hardcore zum Sludge und begeistert über knapp neun Minuten. Wieso sich REGARDE LES HOMMES TOMBER dazu entschlossen haben, diese Dynamiken auf ein solches Minimum zu reduzieren, ist nur schwer nachvollziehbar. „Ascension“ ist somit im Endergebnis ein wirklich gutes, atmosphärisches Black-Metal-Album, mit dem sich die fünf Franzosen konsequent weiterentwickeln, aber einen großen Teil ihrer Ausnahmestellung einbüßen.

Bewertung: 7 / 10

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