CD-Review: Tarja - In The Raw

Besetzung

Tarja Turunen - Gesang
Verschiedene Studiomusiker

Gastmusiker:
Björn Strid - Gesang (Track 01)
Cristina Scabbia - Gesang (Track 02)
Tommy Karevik - Gesang (Track 08)

Tracklist

01. Dead Promises
02. Goodbye Strangers
03. Tears In Rain
04. Railroads
05. You And I
06. The Golden Chamber: Awaken / Loputon Yö / The Alchemy
07. Spirits Of The Sea
08. Silent Masquerade
09. Serene
10. Shadow Play


Wenn man der finnischen Sängerin TARJA Turunen eines nicht unterstellen kann, dann ist es ein langsames Veröffentlichungstempo. 2016 gab es mit „The Brightest Void“ und „The Shadow Self“ gleich zwei Alben, welche, insbesondere letztgenanntes, dennoch jeweils von hoher Qualität waren. Bereits im Folgejahr untermalte die ehemalige Nightwish-Sängerin mit ihrem düsteren Weihnachtsalbum „From Spirits & Ghosts“ die kalte Jahreszeit. Da wirkt es fast schon befremdlich, dass es 2018 abgesehen vom Live-Album „Act II“ kein neues Material gab. Aber keine Sorge: Mit „In The Raw“ meldet sich TARJA mit einem neuen Studioalbum zurück.

Dass ein Album von TARJA Turunen in gesanglicher Hinsicht keine Wünsche offen lässt, muss nicht extra betont werden. Erwähnenswert erscheint da eher, dass sich die Sängerin tat- beziehungsweise sangeskräftige Unterstützung an Bord geholt hat. Auch dies ist nichts Neues im Repertoire, doch wissen die Beiträge von Björn Strid (Soilwork), Cristina Scabbia (Lacuna Coil) und Tommy Karevik (Kamelot) durchaus zu gefallen. Auch hinsichtlich der Instrumentalisierung bietet „In The Raw“ alles, was man sich von einem Album der Finnin erwartet. Rockige und metallische Riffs treffen auf mal mehr, mal weniger im Vordergrund stehende, bombastische Orchestrierung und eingängige Melodien.

Doch nicht nur die Rahmenbedingungen, sondern auch die Songs selbst stimmen: Düstere und doch eingängige Nummern wie der Opener „Dead Promises“ oder „Spirits Of The Sea“ geben sich mit aufgeweckten und verträumt anmutenden Stücken wie „Tears In Rain“ oder „Railroads“ die Klinke in die Hand. Gerade erstgenannter Song stellt ein frühes Highlight der Platte dar, welches durch einen Refrain mit leichtem Musical-Charakter sofort im Ohr bleibt. Und wenn mit „The Golden Chamber: Awaken / Loputon Yö / The Alchemy“ ein dreiteiliges kleines Epos zelebriert wird, das an Filmmusik erinnert und vor Emotion nur so strotzt, bietet TARJA nebenbei einen ihrer bisher wohl stärksten Songs.

Somit hat es TARJA in jeder Hinsicht erneut geschafft und macht ihren Fans eine große Freude: „In The Raw“ ist ein großartiges Album, welches ein Highlight nach dem anderen bietet. Dabei benötigen viele der Nummern etwas Zeit und mehrere Chancen, um sich vollends entfalten zu können. Genau das aber macht die Songs so interessant und spannend. Falls „In The Raw“ nicht die bisher stärkste TARJA-Platte darstellt, ist es in jedem Fall das beste ihrer letzten Alben.

Bewertung: 9 / 10

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